Indifferenztemperatur

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Als Indifferenztemperatur bezeichnet man die Außentemperatur, bei der ein Minimum an Regulationsmechanismen eingesetzt wird.[1]

Je nach klimatischen Verhältnissen, ethnischer und permanenter Anpassung sowie weiteren Faktoren beträgt die Indifferenztemperatur beim Menschen etwa 28 bis 30 °C – in diesem Temperaturbereich ist die Temperaturempfindung neutral, d. h. erwachsenen Menschen ist bei dieser Temperatur weder kalt noch warm. Eine Erwärmung oder Abkühlung der Haut in diesem Bereich führt daher nur vorübergehend zu Wärme- bzw. Kälteempfindungen, bis sich nach einigen Minuten eine vollständige Adaptation auf die neue Hauttemperatur einstellt, sie also nicht mehr als wärmer oder kälter empfunden wird.

Infolge der notwendigen Muskelarbeit von Kreislauf, Atmung und Verdauung und der dabei entstehenden Wärme wird bei der Indifferenztemperatur allerdings immer noch Wärme vom Körper an die Umgebung abgegeben. In Wasser liegt die Indifferenztemperatur wegen der höheren Wärmeleitfähigkeit des Wassers zwischen 31 und 36 °C, und bei Säuglingen noch einmal höher als beim Erwachsenen: Sie beginnt hier erst bei etwa 32 °C, weshalb in diesem Fall eine Wärmelampe über dem Wickeltisch sinnvoll ist.

Die Lufttemperatur bei Bestimmung des Grundumsatzes ist auf die Indifferenztemperatur festgelegt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Schneider: Einführung in die Physiologie des Menschen.. Springer-Verlag, Heidelberg/ Wiesbaden 1971, ISBN 3-540-05243-7.
  • Klaus D. Mörike, Eberhard Betz, Walter Mergenthaler: Biologie des Menschen.. Quelle & Meyer Verlag, Heidelberg/ Wiesbaden 1991, ISBN 3-494-01196-6.
  • Niels Birbaumer, R. F. Schmidt: Biologische Psychologie. Springer. Berlin 2005, ISBN 3-540-25460-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. F. Lang, P. Lang: Basiswissen Physiologie. 2. Auflage. Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-71401-9, S. 189.