Indigene Völker Asiens

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Indigene asiatische Völker nach Staaten

Die United Nations Working Group on Indigenous Peoples (UNWGIP) definiert den Begriff Indigene Völker durch ihre

  • Historische Kontinuität der Urbevölkerung bis heute
  • Selbstidentifikation
  • Nicht-Dominanz
  • Unterschied in Sprache, Kultur, Lebensraum zu den dominanten Völkern

[Bearbeiten] Länderübergreifende indigene Völker Asiens

Die tatsächlichen Ureinwohner Südostasiens sind vermutlich die sog. Negritos, die nur noch auf den Andamanen nicht-klassifizierte Sprachen sprechen, auf den Philippinen, in Malaysia und Thailand dagegen Sprachen, die zum Mon-Khmer gehören, der vermutlich nächsten Einwanderungswelle. Zum Mon-Khmer gehören auch die Sprachen vieler sog. Montagnards in Vietnam, Laos und Kambodscha. Die "Hill-Tribes" (Bergvölker) Thailands sind dagegen zum größten Teil in den letzten 150 Jahren aus dem Norden eingewandert. Die Champa wurden ebenfalls erst nach der Eroberung durch die Vietnamesen zerstreut. An den Küsten der Andamanensee und der vorgelagerten Inseln leben in Myanmar, Thailand und Malaysia mehrere eng verwandte Völker von Seenomaden, das größte ist jenes der Moken.

[Bearbeiten] Indigene Völker Japans

Die Ainu sind eine Urbevölkerung Japans. Im Laufe der Zeit wurden sie immer weiter nach Norden auf die Insel Hokkaidō abgedrängt und stellen heute nur noch etwa 20.000 bis 50.000 Menschen.

[Bearbeiten] Indigene Völker Taiwans

Hauptartikel: Indigene Völker Taiwans

Auf der Insel Taiwan lebt eine etwa 300.000 Menschen starke Minderheit austronesischer Völker. Vor der Einwanderung der Han-Chinesen stellten sie die eigentliche Bevölkerung Taiwans.

[Bearbeiten] Indigene Völker Chinas

Hauptartikel: Indigene Völker Chinas

Neben den Tibetern, die nicht nur das 1950 wieder angegliederte Tibet, sondern auch vier weitere Provinzen der Volksrepublik China besiedeln, existieren v.a. in Süd-, Nord- und West-China eine Reihe als indigen bezeichnete Völker. Einige von ihnen zählen mehrere Millionen Angehörige und gelten als die zahlenmäßig größten indigenen Gruppen der Welt. Die größte Ethnie sind die Zhuang mit über 16 Millionen Menschen, gefolgt von den ziemlich assimilierten Mandschu. Im Nordwesten Chinas, im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, leben die Uiguren, ein Turkvolk. Im Verlauf der chinesischen Geschichte setzten immer wieder Verdrängungsbewegungen insbesondere nach Süden ein, so dass zahlreiche Ethnien nach Südostasien abwanderten.

Die Lage der indigenen Völker in China ist durch eine gewisse Dominanz der Han-Chinesen, die ja auch ein indigenes Volk Chinas sind und über 91% der Gesamtbevölkerung stellen, geprägt. Insbesondere die Siedlungsgebiete der Uiguren und der Tibeter werden seit Jahrhunderten zunehmend von Han-Chinesen besiedelt. Durch das starke Bevölkerungswachstum in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts stieg dieser Siedlungsdruck und konnte von der Regierung Chinas zum Teil nur mit Mühe kontrolliert und kanalisiert werden. Durch die Zuwanderung von Han-Chinesen werden ethnische Minderheiten zunehmend auch in ihren eigenen Siedlungsgebieten zur Bevölkerungsminderheit. Allerdings sind grundsätzlich alle ethnischen Minderheiten Chinas von der Ein-Kind-Politik ausgenommen und dürfen mindestens zwei Kinder je Ehepaar bekommen. Diese Einschränkung gilt allerdings absolut auch nur für die Städte und dichtbesiedelte Gebiete. In dünnbesiedelten Gebieten (Grasland, Hochgebirge usw.) dürfen zum Teil drei oder auch mehr Kinder geboren werden. Besonders kleine ethnische Gruppen dürfen sogar noch mehr Kinder bekommen, teilweise wird eine höhere Kinderzahl sogar durch "Kindergeld" gefördert (z.B. bei den Rentier-Ewenken Chinas). Daraus resultiert, dass fast alle ethnischen Minderheiten Chinas (auch Tibeter und Uiguren) ein deutlich höheres Bevölkerungswachstum verzeichnen als die Han-Chinesen.

[Bearbeiten] Indigene Völker Südasiens

Die oft noch in traditionellen Kleingesellschaften lebende Urbevölkerung Indiens wird mit dem Sammelbegriff Adivasi bezeichnet (in Indien selbst gewöhnlich als: "tribals"), der allerdings nicht zwingend eine gemeinsame ethnische Herkunft bezeichnet. Man schätzt die Zahl der Adivasi-Stämme auf mehr als 600. Im indischen Kastensystem stehen sie am untersten Ende, oder fallen gar aus dem Kastensystem heraus, was auch heute noch zu sozialer Benachteiligung führt, trotz fortschrittlicher Rechte auf dem Papier der indischen Verfassung. Die Adivasi haben zum Teil noch ihre eigenen Religionen, sind zum Teil hinduistisch, zum Teil christlich.

[Bearbeiten] Indigene Völker auf Borneo

Hauptartikel: Dayak

Die ursprüngliche Bevölkerung der Insel Borneo wird unter dem Sammelbegriff Dayak zusammengefasst. Die Dayak sind keine einheitliche Gruppe, sondern setzen sich aus hunderten Volksgruppen und -stämmen zusammen, von denen die meisten eine eigene Sprache sprechen, und die sich in Lebensweise, Kultur und Zahl teilweise stark voneinander unterscheiden. So gibt es Stämme, die nur aus wenigen hundert Angehörigen bestehen und bis in heutige Zeit eine nomadische Lebensweise auf nahezu steinzeitlichem Niveau tief im Primärurwald der Insel führen, während andere Dayakgruppen mehrere hunderttausend Mitglieder stark sind und umfassenden Anschluss an moderne Technologie und Bildung erlangt haben. Die Dayak besiedeln die gesamte Insel Borneo und verteilen sich daher auf das Staatsgebiet von Brunei, Indonesien und Malaysia.

Zu den Dayak gehören unter anderem die:

[Bearbeiten] Indonesien (ohne Borneo)

In Indonesien lebt eine unbekannte, aber große (dreistellige) Zahl von Völkern. Sie werden vom indonesischen Staat assimiliert, häufig in andere Gebiete zwangsumgesiedelt und außerdem in ihrer Heimat durch aus Java umgesiedelte Menschen an den Rand gedrängt. Zum Teil wehren sich diese Völker, was zu blutigen Kämpfen führt; am bekanntesten ist dabei der Konflikt in Aceh im äußersten Norden Sumatras. Viele dieser Völker haben keine Überlebenschance mehr. Sie sterben aus und ihre Sprachen verschwinden. Bekannt, weil in der Nähe einer Touristenroute lebend, sind die Karo Batak in der Mitte Sumatras. ff

[Bearbeiten] Philippinen

Etwa 10 Prozent, also gut 6 Millionen, der philippinischen Bevölkerung sind Mitglieder eines so genannten Stammes, von denen es etwa 30 gibt. Diese ethnischen Minderheiten leben über den gesamten Inselstaat verstreut und ernähren sich als Ackerbauern, Jäger und Sammler. Die "übrigen" Philippiner nennen die Ureinwohner Negritos, was "kleine Neger" bedeutet.

Siehe: Ethnische Minderheiten auf den Philippinen

[Bearbeiten] Asiatischer Teil Russlands

[Bearbeiten] Siehe auch

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