Indirekte Traumatisierung

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Indirekte Traumatisierung oder Sekundäre Traumatisierung (ähnlich verwendete Bezeichnungen sind: Sekundärtraumatisierung, Sekundäre Traumastörung, Stellvertretende Traumatisierung [von engl. vicarious traumatization, VT], Co-Traumatisierung, Mit-Traumatisierung, Begleitungs-Burn-out, „emotionale Ansteckung“, „transmissive Traumatisierung“, Mitgefühlserschöpfung [von engl. Compassion fatigue], Traumatische Gegenübertragung) bezeichnet die psychische Traumatisierung, die bei Angehörigen und helfenden Personen durch die Begleitung und das Mitbekommen von direkter Traumatisierung entstehen kann. Sie zeigt Symptome, die denen der primär Traumatisierten ähneln. Der Begriff vicarious traumatization wurde von McCann und Pearlman (1990) geprägt, die den Terminus verwendeten, um damit die Erfahrung von Psychotherapeuten, die mit traumatisierten Überlebenden arbeiteten, zu bezeichnen.

Indirekte oder sekundäre Traumatisierung bezieht sich aber nicht nur auf den Beruf der Therapeuten. Auch Feuerwehrleute, Sanitäter, Katastrophenhelfer, Polizisten, Sozialarbeiter, Krankenhauspersonal, Lehrer, Angehörige der Trauma-Opfer, selbst Nachkommen beispielsweise von Holocaust-Überlebenden, Kriegsveteranen usw. können betroffen sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Lemke: Sekundäre Traumatisierung. Klärung von Begriffen und Konzepten der Mittraumatisierung. Asanger Verlag, Kröning 2006.
  • I. Lisa McCann, Laurie Anne Pearlman: Vicarious traumatization: A framework the psychological effects of working with victims. In: Journal of Traumatic Stress. 3(1) (1990), S. 131–149.
  • Marion Sonnenmoser: Sekundäre Traumatisierung: Mythos oder Realität? In: Deutsches Ärzteblatt. PP 9, Ausgabe März 2010, S. 117 (online)
  • Beth Hudnall Stamm: Sekundäre Traumastörungen: Wie Kliniker, Forscher und Erzieher sich vor traumatischen Auswirkungen ihrer Arbeit schützen können. Junfermann, Paderborn 2002, ISBN 3-87387-489-X.