Britisch-Indische Round-Table-Konferenzen in London

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die britisch-indischen Round-Table-Konferenzen in London (1930–1932) waren eine Reihe von drei Konferenzen am runden Tisch, die von der britischen Regierung einberufen wurden, um sich mit der künftigen Verfassung Indiens zu befassen. Die Konferenz resultierte aus einer Überprüfung des Government of India Act von 1919, die 1927 von der Simon-Kommission vorgenommen wurde, deren Bericht 1930 veröffentlicht wurde. Deren Plan lehnte eine Zentralregierung ab und „[verschob] auch die Idee eines bundesstaatlichen Indien in eine ferne und unbestimmt Zukunft […] Keine der größeren Parteien [kam] mit einem bestimmten Plan auf die Konferenz, sondern nur mit Forderungen, die miteinander in Widerspruch standen[1]“ (Aga Khan III., Memoiren). Bei ihrer Eröffnungssitzung im Oberhaus führte König Georg V. den Vorsitz.

Erste Konferenz (November 1930–Januar 1931)[Bearbeiten]

An der ersten Konferenz (12. November 1930–19. Januar 1931) nahmen 73 Vertreter aus allen indischen Einzelstaaten und allen Parteien mit Ausnahme des Kongresspartei teil, die eine Kampagne der Nichtkooperation (bzw. Kampagne des zivilen Ungehorsams) gegen die Regierung führte. Hauptergebnis der Sitzung war ein Beharren auf dem Parlamentarismus (eine allgemeine Akzeptanz, auch der der Fürsten, des föderalen Prinzips) und dem Dominion-Status als Ziel der konstitutionellen Entwicklung.

Zweite Konferenz (September–Dezember 1931)[Bearbeiten]

Der britische Premierminister Ramsay MacDonald rechts von Mahatma Gandhi auf der Zweiten Round-Table-Konferenz in London, Oktober 1931. Vierter von links im Vordergrund ist B. R. Ambedkar, der Vertreter der Dalit („Depressed Classes“).

Die zweite Konferenz (September bis Dezember 1931) wurde von Mahatma Gandhi als Vertreter der Kongresspartei besucht. Man gelangte zu keiner Einigung, weder zur Verfassung noch zur kommunalen Vertretung.

Dritte Konferenz (November–Dezember 1932)[Bearbeiten]

Die dritte Konferenz (17. November–24. Dezember 1932) war kürzer und weniger bedeutend, sie wurde weder von der indischen Kongresspartei noch von der britischen Labour Party besucht.

Das Ergebnis dieser Beratungen war der Government of India Act 1935 (Gesetz über die Regierung Indiens von 1935), der eine Autonomie der Provinzen und auch ein föderales System einrichtete, was aber nie umgesetzt wurde.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

(Abschnitt nach dem Artikel Round Table Conferences (India) der englischsprachigen Wikipedia (Autoren in der Versionsgeschichte) – abgerufen am 23. April 2014)

Teilnehmer der 1. Konferenz[Bearbeiten]

[2]

  • Officials attending in consultative capacity: W. M. Hailey, C. A. Innes, A. C. MacWatters, H. G. Haig, L. W. Reynolds
  • Secretariat-General: R. H. A. Carter, Mian Abdul Aziz, W. D. Croft, G. E. J. Gent, B. G. Holdsworth, R. F. Mudie, G. S. Rajadhyaksha

Teilnehmer der 2. Konferenz[Bearbeiten]

[3]

Teilnehmer der 3. Konferenz[Bearbeiten]

[4]

Zitat (König Georg V., Auszug aus der Rede zur Eröffnung der 1. Konferenz am 12. November 1930):

„I shall follow the course of your proceedings […] with the closest and most sympathetic interest, not indeed without anxiety but with a greater confidence. The material conditions which surround the lives of my subjects in India affect me dearly, and will be ever present in my thoughts during your forthcoming deliberations. I have also in mind the just claims of majorities and minorities, of men and women, of town dwellers and tillers of the soil, of landlords and tenants, of the strong and the weak, of the rich and poor, of the races, castes and creeds of which the body politic is composed. For those things I care deeply. I cannot doubt that the true foundation of self-government is in the fusion of such divergent claims into mutual obligations and in their recognition and fulfillment.[5] (dt. Ich werde dem Verlauf Ihrer Verhandlungen mit dem größten und teilnahmsvollsten Interesse folgen, zwar nicht ganz ohne Angst, aber mit einem größeren Vertrauen. Die materiellen Verhältnisse, in denen meine Untertanen in Indien leben, berühren mich sehr, und werden meine Gedanken während Ihrer bevorstehenden Beratungen immer beschäftigen. Ich denke auch an die Ansprüche von Mehrheiten und Minderheiten, von Männern und Frauen, von Stadtbewohnern und Ackerbauern, von Vermietern und Mietern, der Starken und Schwachen, der Reichen und Armen, der Rassen, Kasten und Glaubensrichtungen, aus denen der politische Körper zusammengesetzt ist. Alle dies liegt mir sehr am Herzen. Ich bezweifele nicht, dass die wahre Grundlage der Selbstregierung die Verschmelzung solch unterschiedlicher Ansprüche in gegenseitige Verpflichtungen ist und ihre Anerkennung und Erfüllung.)“

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Memoiren des Aga Khan, dt., S.289
  2. Indian Round Table Conference Proceedings. Government of India, 1931.
  3. Indian Round Table Conference (Second Session) Proceedings of the Plenary Sessions 1932.
  4. hansard.millbanksystems.com: Round Table Conference (Delegates)
  5. zitiert nach den Memoiren des Aga Khan III. bei ismaili.net. – Vgl. Die Memoiren des Aga Khan. Desch (1954), S. 288 & Naoroji M. Dumasia: The Aga Khan and His Ancestors: A Biographical and Historical Sketch. 1939, Reprint 2008, S.245 f. (Onlineauszug)