Indit

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Indit
Chemische Formel Fe2+In2S4
Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
2.DA.05 (8. Auflage: II/D.01) nach Strunz
02.10.01.12 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin hexakisoktaedrisch; m3m
Raumgruppe (Raumgruppen-Nr.) Fd3m (Raumgruppen-Nr. 227)
Farbe weiß
Strichfarbe schwarz
Mohshärte 5
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,588
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch Bitte ergänzen!
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Habitus körnige, massige Aggregate

Indit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Fe2+In2S4, ist also ein Eisen-Indium-Sulfid.

Indit fand sich bisher nur in Form undurchsichtiger, körniger bis massiger Mineral-Aggregate von 0,2 bis 0,5 mm Größe. Das Mineral ist im Allgemeinen schwarz, in polierten Bereichen auch weiß und zeigt einen metallischen Glanz.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Indit in der Dzhalinda-Zinnlagerstätte des Malyi-Khingan-Gebirges bei Chabarowsk in Russland entdeckt und beschrieben 1963 durch Alexandr Dimitrievich Genkin (1919-2010)[1] und I. V. Murav'eva. Benannt ist es nach dem Hauptbestandteil, dem chemischen Element Indium.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Indit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung der „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Schwefel, Selen, Tellur < 1 : 1“, wo er zusammen mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Daubréelith, Fletcherit, Florensovit, Greigit, Kalininit, Linneit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit und Violarit die „Linneitgruppe“ mit der System-Nr. II/D.01 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Indit ebenfalls in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“, dort allerdings in die Abteilung der „Metallsulfide mit M : S = 3 : 4 und 2 : 3“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach dem genauen Stoffmengenverhältnis, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „M : S = 3 : 4“ zu finden ist, wo es zusammen mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Daubréelith, Ferrorhodsit, Fletcherit, Florensovit, Greigit, Kalininit, Linneit, Malanit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit, Violarit und Xingzhongit die „Linneitgruppe“ mit der System-Nr. 2.DA.05 bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Indit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“. Hier ist er zusammen mit Linneit, Carrollit, Fletcherit, Tyrrellit, Bornhardtit, Siegenit, Polydymit, Violarit, Trüstedtit, Greigit, Daubréelith, Kalininit, Florensovit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Malanit, Ferrorhodsit und Cadmoindit in der „Linneitgruppe (Isometrisch: Fd3m)“ mit der System-Nr. 02.10.01 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide - einschließlich Seleniden und Telluriden - mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=3:4“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Indit ist bisher nur aus zwei Fundstellen im fernen Osten Russlands bekannt, der Typlokalität Dzhalinda-Zinnlagerstätte im Malyi-Khingan-Gebirge und der Verkhnee-Lagerstätte nahe Kawalerowo.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Indit kristallisiert in einem kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fd3m (Raumgruppen-Nr. 227) mit dem Gitterparameter a = 10,62 Å sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Schwarz-Schampera, Peter M. Herzig: Indium: Geology, mineralogy, and economics. Springer, Berlin und New York 2002, ISBN 3-540-43135-7.
  • Indite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 60 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexandr Dimitrievich Genkin (1920–2010). In: The Canadian Mineralogist. Band 48.5 (2010), S. 1317 doi:10.3749/canmin.48.5.1317 und Mindat - Nachruf für Aleksandr Dmitrievich Genkin (1919-2010) (englisch)
  2.  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 94.