Indium(III)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Vanadium(III)-fluorid
__ In3+     __ F
Allgemeines
Name Indium(III)-fluorid
Andere Namen

Indiumtrifluorid

Verhältnisformel F3In
CAS-Nummer
  • 7783-52-0
  • 13465-13-9 (Nonahydrat)
PubChem 82212
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 171,82 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

4,39 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

ca 1170 °C[2]

Siedepunkt

>1200 °C[2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,4 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Brechungsindex

1,453[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​321​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37​‐​60
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Indium(III)-fluorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Indiums aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Indium(III)-fluorid kann durch Pyrolyse von Ammoniumhexafluoroindat im Fluorstrom.[1]

\mathrm{(NH_4)_3[InF_6] \longrightarrow InF_3 + 3 \ NH_4F}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Indium(III)-oxid mit Fluor[1]

\mathrm{2 \ In_2 O_3 + 6 \ F_2 \longrightarrow 4 \ InF_3 + 3 \ O_2}

oder durch Reaktion von Indium(III)-chlorid mit Fluorwasserstoff bei 100 °C.[1]

\mathrm{InCl_3 + 3 \ HF \longrightarrow 3 \ HCl + InF_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Indium(III)-fluorid ist ein farbloser Feststoff, der gegen kaltes und heißes Wasser beständig ist.[1] In kochendem Wasser hydrolisiert es zu Indiumoxidfluorid.[5] Indium(III)-fluorid löst sich (im Gegensatz zum Trihydrat) in Wasser sehr wenig, ist jedoch leicht löslich in verdünnten Säuren. Er wird von einem sehr langsamen Wasserstoff-Strom bei 300 °C zu (fast reinem) Indium(I,III)-fluorid reduziert, von einem raschen Wasserstoff Strom zum Metall.[1] Indium(III)-fluorid besitzt eine dem Vanadium(III)-fluorid analoge Kristallstruktur mit nach allen Richtungen des Raumes hin eckenverknüpften Oktaedern von Fluoratomen.[6][7]

Verwendung[Bearbeiten]

Indium(III)-fluorid wird in der Synthese von nicht-oxidischen Gläsern und Cyanohydrinen,[8] sowie als Katalysator einiger chemischer Reaktionen eingesetzt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 240.
  2. a b c d e f g Datenblatt Indium(III) fluoride, anhydrous, 99.95% (metals basis) bei AlfaAesar, abgerufen am 24. September 2013 (JavaScript erforderlich).
  3.  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 490 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  J. J. Zuckerman: Inorganic Reactions and Methods, The Formation of Bonds to Hydrogen. John Wiley & Sons, 2009, ISBN 047014536-6, S. 89 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6.  William W. Porterfield: Inorganic Chemistry. Academic Press, 2013, ISBN 032313894-2, S. 132 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  Dmitrii N. Khitarov, Boris Pavlovich Sobolev, Irina V. Alexeeva: The Rare Earth Trifluorides. Institut d'Estudis Catalans, 2001, ISBN 847283610-X, S. 29 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Datenblatt Indium(III) fluoride, ≥99.9% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. September 2013 (PDF).
  9.  Atta-ur- Rahman: Advances in Organic Synthesis: Modern Organofluorine Chemistry-Synthetic Aspects. Bentham Science Publishers, 2005, ISBN 160805197-8, S. 192 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).