Indo-Parthisches Königreich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verbreitung des Indo-Parthischen Königreichs
Münze des Gondophares in parthischen Stil
Münze von Ubouzanes

Das Indo-Parthische Königreich bestand im ersten nachchristlichen Jahrhundert in der Gegend des heutigen Sistan und Pakistan. Der Gründer war wohl Gondophares. Die Hauptstadt war zunächst Taxila, am Ende des Reiches lag sie in der Gegend von Kabul.

Quellen[Bearbeiten]

Die Geschichte des Reiches kann fast nur aus den Münzen erschlossen werden. Es gibt nur wenige direkte schriftliche Quellen zu ihnen. Die Indo-Parther sind möglicherweise mit den Pahlavas in einigen indischen Quellen zu identifizieren.[1] Die Münzen sind teilweise parthisch und hellenistisch beeinflusst. Es werden Zeus und Athene genannt, die Vorderseite zeigt ein Bild des jeweiligen Herrscher, aber auch der indische Gott Shiva tritt auf einigen Münzen zur Zeit Gondophares in zweiarmiger Gestalt auf. Die Legenden sind auf griechisch und Kharoshti, später auch in Pahlavi.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 20 n. Chr. machte sich der parthische Fürst Gondophares von den Parthern unabhängig, erklärte sich zum König und begann eigene Münzen zu prägen. Unter seiner Herrschaft, die knapp 30 Jahre dauerte, erlangte das Reich auch seine größte Macht und umfasste neben den oben genannten Stammgebieten auch das Kabul-Tal und den Punjab. Schon unter seinem Nachfolger gab es Verfallserscheinungen. Der Nachfolger Gondophares' war vielleicht sein Neffe Abdagases I. (ca. 50 - 65). Er war in erster Linie Feldherr, nicht jedoch König. Unter ihm verlor das Reich bereits wieder an Macht und Größe; die Hauptstadt wurde in die Nähe von Kabul verlegt. Nord-Indien wurde von den Kuschan erobert und das Reich beschränkte sich von nun an fast nur auf das heutige Afghanistan. Der letzte Herrscher Pakores (ca. 100-135) regierte in Sakastan und Turan. Der Shatavahana-Herrscher Gautamiputra Sātakarni (ca. 106-130) bezeichnete sich schließlich als Sieger über die Indo-Parther, die Griechen und die Saken. Er scheint das Reich endgültig vernichtet zu haben, wobei es aber wohl größtenteils im Kuschanreich aufging.

Die wichtigsten indo-parthischen Könige[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. The Geographical Data in Early Puranas, a Critical Studies, 1972, p 135, Dr M. R. Singh; Sacred Books of the East, XXV, Intr. p cxv; Rapson, Coins of Ancient India, p 37, n.2.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Indo-Parthian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

29.7669.34Koordinaten: 30° N, 69° O