Indochinakonferenz

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Indochinakonferenz

Die Indochinakonferenz war eine Konferenz über den Indochinakrieg und den Koreakrieg, die vom 26. April 1954 bis zum 20. Juli 1954 in Genf stattfand.[1] Neben den Kriegsparteien im Indochinakrieg, Frankreich und den Việt Minh, nahmen das Vereinigte Königreich, die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und die Volksrepublik China teil.[1]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Frankreich war in Französisch-Indochina hohem militärischem Druck ausgesetzt, der auf die Anleitung der Việt Minh durch chinesische Militärs zurückgeführt wurde, welche die ungewöhnlichen Strategien und Taktiken Mao Tse-tungs einsetzten, die jener aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. übernommen hatte.[2] Der Konferenz in Genf gingen Treffen der Außenminister der Vier Mächte in Berlin voraus, die vom 25. Januar bis zum 18. Februar währten. Gut einen Monat vor der bereits angesetzten Konferenz in Genf begannen die Việt Minh die Schlacht von Điện Biên Phủ, die sie während der Konferenz für sich entschieden.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Gespräche über Korea blieben ergebnislos, weil die Vereinigten Staaten die Aufsicht der Vereinten Nationen forderten, was die Volksrepublik China ablehnte.[3] Die Vereinigten Staaten zogen sich früh auf eine beobachtende Rolle zurück.

Während die Verhandlungen festgefahren waren, wurde am 16. Juni Pierre Mendès France zum Ministerpräsidenten Frankreichs gewählt. Er hatte im Wahlkampf versprochen, bis zum 20. Juli den Konflikt zu beenden oder zurückzutreten. Bei einem ersten Treffen mit ihm sprach Zhou Enlai erstmals von zwei Regierungen in Vietnam und erkannte damit auch die gegnerische an.[3] Nachdem der chinesische Verhandlungsführer sich der Sowjetunion versichert hatte, brachte er Hồ Chí Minh zum Einlenken.

Ergebnisse[Bearbeiten]

Das Genfer Abkommen wurde am 21. Juli 1954 verlesen. Die Việt Minh zogen sich vereinbarungsgemäß in den Norden des heutigen Vietnam hinter den 17. Breitengrad zurück[3] und überließen den Süden dem unter westlichem Einfluss stehenden Kaiser Bảo Đại. Frankreich räumte vereinbarungsgemäß ganz Französisch-Indochina, Laos und Kambodscha erhielten ihre staatliche Unabhängigkeit, in Vietnam war Waffenstillstand. Für Juli 1956 wurden freie Wahlen in ganz Vietnam vereinbart, die von Kanada als Vertreter der NATO, Polen als Vertreter des Ostblocks und Indien als blockfreiem Staat überwacht werden sollten.

Folgen[Bearbeiten]

Als im Jahr 1956 die vereinbarten Wahlen anstanden, wurden sie von Ngô Đình Diệm verweigert, weil im Norden keine freien Wahlen gewährleistet seien und der von ihm regierte Süden das Abkommen von Genf nicht unterzeichnet habe.[3]

Die Konflikte zwischen Nordvietnam und Südvietnam mündeten schließlich im Zweiten Indochinakrieg oder Vietnamkrieg, der erneut das gesamte Gebiet der früheren Kolonie erfasste.

Literatur[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b Informationen zur Organisation «Indochinakonferenz (1954)». Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften. Abgerufen am 2. April 2013.
  2. Paukenschlag für Genf. Der Spiegel. 24. März 1954. Abgerufen am 2. April 2013.
  3. a b c d  Zhai Qiang: China and the Geneva Conference of 1954. In: The China Quarterly. Nr. 129, Cambridge University Press, März 1992 (PDF; 2,28 MB, abgerufen am 2. April 2013).