Industrial Workers of the World

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Industrial Workers of the World
Typ Gewerkschaft
Gründung 1905
Sitz Chicago / Illinois (USA)
Aktionsraum international
Motto Ein Angriff auf eine(n) ist ein Angriff auf alle!
Website www.iww.org

Die Industrial Workers of the World (IWW, deren Mitglieder oft auch als Wobblies bezeichnet werden) sind eine weltweite Gewerkschaft, deren Einfluss sich auf USA, Großbritannien, Kanada und Australien konzentriert. In Großbritannien, der größten Regionalstruktur in Europa, zählt die IWW im Jahr 2008 rund 400 Mitglieder. Im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg) existiert eine eigenständige Sektion der IWW, die im Dezember 2006 in Köln gegründet wurde (IWW-GLAMROC – German Language Area Members Regional Committee). Sie hat (Stand: April 2014) allgemeine Ortsgruppen (General Membership Branches) in Berlin, Bremen, Frankfurt am Main, Hamburg, Kassel, Köln, München, Rostock und Zürich.[1] Seit 2009 gibt es die IWW auch in Österreich[2].

Köln: IWW-Banner vor der Verwaltung der Lufthansa in Köln 2006

Etymologie[Bearbeiten]

Die genaue Herkunft der Bezeichnung Wobbly ist unbekannt, es gibt mehrere Theorien. [3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gewerkschaft blickt auf „eine lange, angriffslustige Geschichte“ (Wall Street Journal) zurück. Gegründet auf einem Kongress am 27. Juni 1905 in Chicago von Delegierten verschiedener Einzelgewerkschaften, Sozialisten, Anarchisten und militanten Arbeiterführern, in Anwesenheit bekannter Aktivisten wie Mary Harris „Mother“ Jones und William Dudley „Big Bill“ Haywood[4], unterschied sich diese Gewerkschaft in zwei Punkten wesentlich von den bis dahin verbreiteten Organisationen:

Zum einen organisierte sie insbesondere die von der traditionellen Arbeiterbewegung vernachlässigten gesellschaftlichen Gruppen: Frauen, ungelernte Arbeiter, Wanderarbeiter, asiatische Amerikaner und Afroamerikaner. Zudem wurde die IWW als Industriegewerkschaft gegründet und war damit grundsätzlich von der AFL zu unterscheiden, die damals noch hauptsächlich in Fachgewerkschaften organisierte. Als Klasse statt in rivalisierende Berufsgruppe zu organisieren war und ist eine Stärke der IWW. Des Weiteren sah die IWW Direkte Aktionen stets als wichtiges, wenn auch nicht unumstrittenes, Mittel im Arbeitskampf.

Die Gewerkschaft spielte in den USA anfang des 20. Jahrhunderts eine einflussreiche bis maßgebliche Rolle bei zahlreichen spektakulären Streiks. Zunehmende Repression während und nach dem Ersten Weltkrieg sowie ein wachsender Einfluss der Kommunistischen Partei der USA ließen sie ab Mitte der 1920er nach mehreren Spaltungen zu einer Randerscheinung werden. Auf ihrem organisatorischen Höhepunkt 1923 hatte die IWW 100.000 Mitglieder, Ende der 1950er Jahre weniger als hundert.

IWW-Mitglieder demonstrieren 1981 in Sydney vor einem Lufthansa-Büro gegen die Inhaftierung einer Genossin am Frankfurter Flughafen

Einen erneuten, zunächst bescheidenen Aufschwung nahm die IWW in den USA durch die Bürgerrechtsbewegung sowie die Jugend- und Studentenrevolten der 1960er Jahre. Eine nächste Welle folgte ab 1986, als die Linke die soziale Frage wiederentdeckte, nachdem die Politik der Reagan-Regierung die arbeitende Bevölkerung benachteiligt hatte. „Heute“ (etwa 2006/07) hat die IWW weltweit etwa 2.000 Mitglieder. Die Zahlen scheinen nach eigenen Angaben langsam, aber kontinuierlich zu steigen.

Als eine verwandte Organisation im deutschsprachigen Raum können die rätekommunistische Allgemeine Arbeiter-Union Deutschlands der 1920er Jahre gelten sowie ihre Abspaltung, die Allgemeine Arbeiter-Union – Einheitsorganisation.

Demonstration der IWW am 11. April 1914 in New York

Texte und Aktionen wie legendäre Streiks aus der Blütephase der Wobblies Anfang des 20. Jahrhunderts wurden zudem ab den 1970er Jahren durch Publikationen einiger vom Operaismus inspirierter Zeitschriften wie der Karlsruher Stadtzeitung und Wildcat innerhalb der undogmatischen Linken verbreitet, allerdings ohne die organisatorischen Vorstellungen der IWW dabei besonders zu beachten.

Historische IWW-Gruppen in Deutschland – Der Internationale Seemanns-Bund[Bearbeiten]

Wenngleich vereinzelt und auf wenige Hafenstädte beschränkt, gab es in der Weimarer Zeit IWW-Gruppen in (damals) deutschen Küstenstädten. Dabei ragte der „Internationale Seemanns-Bund“ (eine Mitgliedsorganisation der IWW Industrial Union 510) in Danzig und Stettin heraus.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg gab es rege Kontakte zwischen den Hamburger Linkskommunisten Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg zur IWW. Der Schriftsteller und Redakteur Wolffheim hatte bereits 1912/13 in San Francisco das IWW-Organ „Vorwärts der Pacific-Küste“ herausgegeben.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu regen Propaganda-Tätigkeiten der IWW in Hafenstädten der Nord- und Ostsee. So existiert ein deutschsprachiges IWW-Flugblatt aus dem Jahre 1919, das zur Mitarbeit in den neu entstehenden „Allgemeinen Arbeiter-Unionen“ aufruft. Das Wochenblatt „Der Klassenkampf“ (Redaktion: John Alexander, Chicago) wird um 1919/1920 in Hafenstädten Norddeutschlands vertrieben. Polizeiakten der Zeit erwähnen Verteilungen von IWW-Druckwerken in Bremerhaven, Hamburg, Cuxhaven und Bremen sowie Kontakte nach Hannover und Braunschweig. IWW-Mitglieder versuchten durch ihre Propaganda in den deutschen Hafenstädten sowohl Auswanderer in die USA für sich zu gewinnen – sie verteilten neben deutschem auch englisches, polnisches und russisches Agitationsmaterial -, als auch in umgekehrter Richtung eine Expansion der IWW nach Deutschland zu forcieren.

Ab 1922 gibt es Bestrebungen, eigene IWW-Ortsgruppen in deutschen Hafenstädten aufzubauen, die vor allem in Danzig und Stettin erfolgreich waren. Dort entstanden erstmals relativ stabile Gruppen, die eigene Vereinslokale unterhielten. In Hamburg existierte kurzzeitig eine IWW-Gruppe um den Bootsmann August Lemke. Der herausragende Organisator der pommerschen See- und Hafenarbeiter war der Maschinist und erklärte Anarchist Otto Rieger, der zuvor Vorsitzender und internationaler Sekretär des syndikalistisch orientierten Gewerkschaft Deutscher Seemansbund (DSB, später umbenannt in Deutscher Schiffahrtsbund) gewesen war.

Der Historiker Hartmut Rübner berichtet, dass Rieger im Herbst 1923 im Namen von 1000 Seeleuten den Beitritt der neu gegründeten „Internationalen Seemanns-Union“ zur IWW erklärte. Bereits im Juli 1922 hatte die „Seemanns-Union“ einen Streik von 400 Maschinisten und Schauerleuten im Stettiner Hafen durchgeführt, durch den es – mit Verstärkung der Gewerkschaften AAU und AAU-E – gelungen war, etwa 100 Schiffe mehrere Tage im Hafen festzuhalten. Um die Jahreswende 1923/24 fand ein weiterer Streik statt, bei dem – nach Angaben Riegers – bis zum 8. Februar 1924 genau 124 Schiffe mit einer Mannschaftsstärke von insgesamt 2000 Seeleuten festgesetzt werden konnten.

Die deutsche Sektion der IWW in Stettin bestand bis zu ihrer Auflösung 1933 durch den Nationalsozialismus. In den Jahren um 1930-1932 erschien dort die Zeitung Der Marine-Arbeiter – Organ der deutschen Sektion der IWW.

Die Starbucks-Kampagne[Bearbeiten]

Auch in dieser Starbucks-Filiale in Washington D.C. gibt es bislang keine unabhängige Interessenvertretung der Arbeiter und Angestellten

In den USA gelang der IWW seit 2004 ein Organisierungserfolg in einem Bereich, der bislang als gewerkschaftsfern und schwer organisierbar galt. So haben sich bis zum Herbst 2006 die Arbeiter von sechs Filialen der weltweit größten Kaffeehaus-Kette Starbucks in New York City der IWW Starbucks Workers Union angeschlossen. Der IWW Starbucks Workers Union gelang es nach eigenen Angaben, mehrere Erfolge zu erringen, darunter Lohnerhöhungen um fast 25 % sowie Verbesserungen beim Arbeitsschutz und eine Erhöhung der garantierten Wochenstunden.

Im September 2006 expandierte die Starbucks Workers Union nach Chicago, wo sich die Arbeiter einer weiteren Filiale (am Logan Square) mehrheitlich als aktive Gewerkschaftsmitglieder zu erkennen gaben. Weitere Filialen in Rockville / Maryland und Grand Rapids / Michigan folgten im Jahr 2007. Als Reaktion auf die Entlassungen von vier IWW-Mitgliedern durch Starbucks in New York City, denen nach IWW-Angaben eine gewerkschaftsfeindliche Absicht zu Grunde lag, riefen die Wobblies im August 2006 zum weltweiten Boykott von Starbucks auf, der das Ziel verfolgte, die Wiedereinstellung der gekündigten Kollegen zu erzwingen und das Unternehmen von weiteren Maßnahmen gegen gewerkschaftliche Organisierung abzuhalten.

Die New Yorker IWW strengte außerdem eine Klage vor der Nationalen Behörde für Arbeitsbeziehungen (NLRB) gegen Starbucks an, die im April 2007 zugelassen wurde. Der langwierige Prozess begann im August 2007 und war zum Beginn des Jahres 2008 noch nicht beendet. Er verhalf den Aktivitäten der IWW gegen Starbucks zu regelmäßiger Resonanz auch in angesehenen Zeitungen, wie dem Wall Street Journal und der New York Times,[5] und dürfte einen Beitrag zum dramatischen Kursverfall der Starbucks-Aktie geleistet haben. Diese brach von ihrem Höchststand im Mai 2006 bis zum 2. Januar 2008 um 48 % ein.

Neben der deutschsprachigen Sektion der IWW beteiligte sich die FAU am 5. Juli 2008 an einem globalen Aktionstag gegen Starbucks und führte in mehr als 15 Städten in Deutschland unterschiedliche Aktionen durch.[6]

Grundsätze[Bearbeiten]

Die Pyramide der kapitalistischen Klassengesellschaft, Poster der IWW von 1911

Die Präambel der IWW-Statuten ist seit 1905 verschiedentlich verändert und ergänzt worden. Ihre 2007 aktuelle Fassung lautet in deutscher Übersetzung:

Die arbeitende Klasse und die ausbeutende Klasse haben nichts gemeinsam. Es kann keinen Frieden geben, solange Hunger und Not unter Millionen der Arbeitenden zu finden ist und die wenigen, aus denen die ausbeutende Klasse besteht, alle guten Dinge des Lebens besitzen.

Zwischen diesen Klassen muss der Kampf weitergehen bis die Arbeiter der Welt sich als Klasse organisieren, die Produktionsmittel in Besitz nehmen, das Lohnsystem abschaffen und in Einklang mit der Erde leben.

Wir meinen, dass die Zentralisierung des Managements der Industrie in immer weniger Händen die Spartengewerkschaften unfähig machen, mit der immer größeren Macht der ausbeutenden Klasse mitzuhalten. Die Spartengewerkschaften fördern eine Lage, in der eine Gruppe von Arbeitern gegen eine andere Gruppe Arbeiter, die in derselben Branche beschäftigt sind, gegeneinander in Lohnkämpfen ausgespielt werden. Außerdem verleiten die Spartengewerkschaften die Arbeiter zu glauben, dass die arbeitende Klasse gemeinsame Interessen mit ihren Arbeitgebern hätte. Diese Verhältnisse lassen sich ändern, und das Interesse der arbeitenden Klasse kann nur von einer Organisation verteidigt werden, die so aufgebaut ist, dass alle Beschäftigten einer Branche, oder wenn nötig, aller Branchen, aufhören zu arbeiten, wann immer irgendwo ein Streik oder eine Aussperrung in irgendeiner Abteilung stattfindet. Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle.

Statt des konservativen Mottos: »Ein fairer Lohn für gute Arbeit« müssen wir auf unsere Fahne die revolutionäre Losung: »Abschaffung des Lohnsystems« schreiben.

Der historische Auftrag der Arbeiterklasse ist die Abschaffung des Kapitalismus. Die Armee der Lohnarbeiter muss sich nicht nur für tägliche Kämpfe mit Kapitalisten organisieren, sondern auch für die Aufrechterhaltung der Produktion, nachdem der Kapitalismus überwunden sein wird. Indem wir uns als Industrie-Gewerkschaft organisieren, formen wir die Strukturen der neuen Gesellschaft in der Schale der alten. [7]

Das ROC (Regional Organisation Committee) der IWW für den deutschsprachigen Raum hat sich im Dezember 2006 eine Geschäftsordnung [8] gegeben, deren Präambel zwar im Sinne der Präambel der IWW gehalten ist, allerdings eigene Schwerpunkte setzt und den Gedanken des historischen Auftrags der Arbeiterklasse aus lässt. Für die Praxis ist dies wenig relevant, da alle Mitglieder der IWW weltweit in einer einzigen Organisation sind. Kritiker bemängeln jedoch die unsaubere Übersetzung.

Philosophie[Bearbeiten]

„Zeig Deinem Boss die Rote Karte!“ – Die so genannte „red card“ ist der Mitgliedsausweis der IWW

Die IWW repräsentiert einen eigenständigen Strang in der Ideen- und Organisationsgeschichte der Arbeiterbewegung, der als Unionismus bezeichnet wird. Sie sieht sich als die „One Big Union“, ein Zusammenschluss der gesamten arbeitenden Klasse auf betrieblich/ökonomischer Basis. Wenngleich der Unionismus Elemente sowohl des Anarchismus, des revolutionären Syndikalismus sowie undogmatische Lesarten des Marxismus in sich aufgenommen hat, zählten zu den Mitgliedern der IWW stets Arbeiterinnen und Arbeiter mit verschiedensten Weltanschauungen.

Die IWW lehnt sowohl die Führungsrolle einer Partei über die Arbeiterklasse und ihre Gewerkschaften ab, wie sie von Lenin und dessen Nachfolgern propagiert und praktiziert wurde, als auch eine betrieblich/parlamentarische Arbeitsteilung zwischen Gewerkschaften und Arbeiterparteien, wie sie die sozialdemokratisch geprägte deutschsprachige Arbeiterbewegung schon vor dem Ersten Weltkrieg zur Regel machte. Nach Meinung der IWW tragen Parteien und ihre Ideologien eher zur Spaltung der arbeitenden Bevölkerung bei, als dass sie dieser irgendeinen Vorteil erbrächten. Gleichwohl ist es IWW-Mitgliedern freigestellt einer Partei anzugehören, solange sie in dieser keine Funktionärsposition einnehmen.

Von anarcho-syndikalistischen Organisationen unterscheidet sich die IWW sowohl durch eine größere weltanschauliche Offenheit als auch im organisatorischen Aufbau durch eine weitaus weniger föderalistische, also zentralere Organisationsstruktur.

Sabotage[Bearbeiten]

„Zu den Waffen! Kapitalisten, Pfarrer, Haus- und Grundbesitzer, Politiker, Redakteure und andere Nesthocker-Patrioten – Euer Land braucht euch in den Schützengräben!“ – Plakat der australischen Wobblies gegen die Einberufungen und freiwilligen Meldungen von Arbeitern zum Militärdienst (1916)

Als besonders effektives Mittel der Wobblies im Klassenkampf erwies sich die von der französischen Arbeiterbewegung übernommene Aktionsform der Sabotage. Darunter verstanden die Wobblies die Beeinträchtigung der Produktion eines Unternehmens gemessen an Qualität und Stückzahl der produzierten Waren und Dienstleistungen. Elizabeth Gurley Flynn, die 1916 eine viel gelesene Broschüre zur Sabotage veröffentlichte, definiert die Kampfform als „bewussten Entzug der industriellen Effizienz durch die Arbeiter“ [9], eine weite Spannbreite also, die mit „Dienst nach Vorschrift“, kollektivem Bummeln oder gemeinsamem Krankfeiern beginnen und bis zur absichtlichen Produktion von Ausschuss oder der Zerstörung von Maschinen gesteigert werden kann.

Die Sabotage rückte gegenüber dem Streik ab etwa 1912 erkennbar in den Vordergrund der IWW-Propaganda, auch weil die Gewerkschaft durch brutale Übergriffe von Staatsorganen, Vigilanten, privaten Sicherheitsdiensten (wie der Pinkerton-Agentur) und Lynchmobs massiv an einer legalen und öffentlichen Entwicklung im Sinne der Verfassung der Vereinigten Staaten gehindert wurde.

Die Frage der Sabotage stellt eine Bruchstelle der IWW zur Sozialistischen Partei Amerikas dar, zumal die Presse die IWW im Vorfeld und Verlauf des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg zur „roten Gefahr“ stilisierte, zu „unamerikanischen“ Vaterlandsverrätern, gar zu einem Vorposten des deutschen Kaiserreichs. (Die IWW hatte den Krieg als ein – ihrer Auffassung nach – sinnloses gegenseitiges Abschlachten von Arbeitern im Interesse konkurrierender kapitalistischer Staaten konsequent abgelehnt.) Die Sozialistische Partei distanzierte und trennte sich von IWW-Mitgliedern, welche die Idee der „Sabotage“ öffentlich vertraten.

Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wandelte sich die Bedeutung des Begriffs „Sabotage“ durch intensive Presseberichterstattung hin zu einem terroristischen oder geheimdienstlichen Akt, der militärische Anlagen oder Versorgungseinrichtungen des Feindes im Inland treffen sollte und dabei bewusst auch Todesopfer in Kauf nahm. Die IWW hatte allerdings als konsequent anti-nationale und universelle Arbeiterbewegung keinerlei Verbindung hierzu. Zudem lehnte sie die Gefährdung von Gesundheit und Leben als Mittel oder Begleiterscheinung des Klassenkampfes stets ab.

Bekannte Wobblies[Bearbeiten]

Bekanntestes Mitglied der IWW ist der Linguist und Intellektuelle Noam Chomsky, daneben sind der Gitarrist und Sänger Tom Morello und der Kampfkünstler Jeff Monson in der Gewerkschaft. Das bei weitem prominenteste Mitglied der IWW im 20. Jahrhundert war der Folksänger und Agitator Joe Hill, der 1915 in Salt Lake City hingerichtet wurde. Von ihm stammen zahlreiche Folksongs, die unter anderem im Little Red Songbook der IWW zusammengefasst sind. Beispiel: Brot und Rosen

Neben Joe Hill, Emma Goldman und Mary Harris „Mother“ Jones zählen zu den bekannten Persönlichkeiten, die Mitglieder der IWW waren oder sind: Charles Ashleigh, Louis Adamic, Judi Bari, Ralph Chaplin, Vere Gordon Childe, James Connolly (Gewerkschafter), Carlos Cortez, Dorothy Day, Sam Dolgoff, Joseph Ettor, Marie Equi, Ben Fletcher, Elizabeth Gurley Flynn, William Z. Foster, Arturo Giovannitti, David Graeber, Big Bill Haywood, Frank Little, Heinrich Laufenberg, Ricardo Flores Magon, Paul Mattick, Lucy Parsons, Utah Phillips, Franklin Rosemont, Gary Snyder, T-Bone Slim, Fred W. Thompson, William E. Trautmann, Kurt Gustav Wilckens, Fritz Wolffheim und David Rovics.[10]

Literatur[Bearbeiten]

Ein literarisches Denkmal hat John Dos Passos den Wobblies in seinem Roman Neunzehnhundertneunzehn. Harcourt, Brace and Co., New York 1932, mit den Portraits von Joe Hill, Ben Compton und Paul Bunyan auf S. 421–461 gesetzt.

Im Roman For the Win von Cory Doctorow gründen Goldfarmer in Computerspielen zusammen mit anderen Arbeitern in der realen Wirtschaft die weltweite Gewerkschaft Industriel Workers of the World Wide Web – IWWW, deren Vertreter sich Webblys bzw. Webblies nennen.

Film[Bearbeiten]

  • The Wobblies (dt. Die Wobblies). Film von Stewart Bird und Deborah Shaffer, USA 1979. Länge ca. 89 Minuten. Der Film zeigt die Entwicklung der IWW von 1905 bis etwa 1930 anhand von Dokumentarischen Material und Interviews mit alten Mitgliedern der Gewerkschaft. (bei YouTube)
  • Psywar – The real battlefield is your mind, 2010, ca. 99 Minuten (Umfangreiche Darstellung der Aktivitäten der Organisation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Industrial Workers of the World – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IWW Ortsgruppen. IWW, abgerufen am 7. April 2014.
  2. Homepage der IWW Regionalgruppe Österreich / IWW GMB Austria
  3. What is the Origin of the Term Wobbly? Website der IWW, abgerufen am 22. Februar 2014.
  4. Howard Zinn: A People’s History of the United States. Harper Perennial, New York 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 329-330
  5. Colin Moynihan: Icy Day Finds Old Union Outside Modern City Shops. New York Times, abgerufen am 1. April 2013 (englisch).
  6. Berichte vom Globalen Aktionstag gegen Starbucks. Direkte Aktion, 11. Juli 2008, abgerufen am 1. April 2013.
  7. Preamble to the IWW Constitution, abgerufen am 30. September 2008 (freie Übersetzung)
  8. wofür wir stehen, abgerufen 30. September 2008
  9. „Sabotage – the conscious withdrawal of the workers' industrial efficiency“, Elisabeth Gurley Flynn, IWW Publishing Bureau, Cleveland/Ohio 1916. (Original-Broschüre online oder als pdf-download im Internet Archive Open Source Books)
  10. Bekannte Mitglieder