Ineos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georeferenzierung Karte mit allen verlinkten Seiten: OSM, Google oder Bing
INEOS AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN XS0242945367
Gründung 1998
Sitz Rolle, Schweiz
Leitung Jim Ratcliffe
(CEO und VR-Präsident)
Mitarbeiter 15'000[1]
Umsatz 46 Mrd. US-Dollar (2012)[1]
Branche Chemische Industrie
Website www.ineos.com

INEOS ist eine Gruppe chemischer Betriebe in privatem Besitz mit Hauptsitz im schweizerischen Rolle (Waadt).

Infolge eines Management-Buy-outs der früheren petrochemischen Beteiligungen von BP in Antwerpen (Belgien) wurde die Gruppe 1998 unter der Leitung von Jim Ratcliffe, dem derzeitigen Vorstandsvorsitzenden, gebildet und expandiert seitdem stark durch Zukauf anderer Geschäftszweige.

Geschichte[Bearbeiten]

Einige der Produktionsstätten gehörten vorher zu Amoco, BASF, BP, Dow Chemical, ICI, Phenolchemie, Solvay, UCB, Union Carbide und Sasol. 1998 erfolgte die Gründung von Ineos und der Erwerb des Ethylen-Derivate-Geschäfts von Inspec in Antwerpen. Nach einer Darstellung aus dem Jahr 2001 resultiert der Name INEOS aus INspec Ethylene Oxide and Specialities[2], allerdings wurde 2013 eine andere Erklärung bekannt.[3]

2000 war die Gründung einer Phenol/Aceton-Fabrik in Alabama, USA.

2001 erwarb INEOS Crosfield und firmiert als INEOS Silicas. Im selben Jahr erwarb das Unternehmen das Chlorchemikaliengeschäft von ICI, das als INEOS Chlor firmiert, ICI Klea, die als INEOS Fluor firmiert, das globale Ethanolamine-Geschäft von Dow Chemical, die Aktienmehrheit von EVC (joint venture von EniChem und ICI), sowie Phenolchemie, Gladbeck, die als Ineos Phenol firmiert.

INEOS erwarb 2003 Methanova Mainz, die nun unter Ineos Paraform firmiert. 2004 wurde EVC Films als separates Geschäft gegründet. 2005 war die Bildung der INEOS Enterprises Ltd. Die EVC wird vollständig durch Ineos übernommen, was zur Reorganisation von INEOS Chlor führt. Es entstehen zwei neue Firmen: INEOS ChlorVinyls sowie INEOS Films and Compounds. INEOS Films erwarb „Adriaplast“ und „Caleppiovinil“ in Italien.

Ebenfalls 2005 wurde das kanadische Polystyrol-Geschäft von der BASF abgekauft und Styrenics gegründet. Durch den Erwerb des UCB-Melaminharzbetriebs in Fechenheim (ehemals Cassella) kam ein weltweites Melaminharz- und Additiv-Geschäft mit Produktionsstätten in Frankfurt am Main und Springfield (USA) hinzu. Hiermit sollten Synergien mit Ineos Paraform in Mainz und Ineos Melamines in Fechenheim geschaffen werden.

INEOS kaufte im Jahr 2005 Innovene, BPs Olefine- & Derivate (O&D)-Sparte, mit den Raffineriestandorten in Lavéra (Frankreich) und Grangemouth (Schottland) sowie einem Chemiestandort in Köln-Worringen (Deutschland), der ursprünglich einmal EC Erdölchemie hieß. Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 25 Mrd. US $ (2005), die Innovene mitbrachte, zu einem Preis von 9 Mrd. $, vervierfachte sich der bisherige Ineos-Umsatz von ca. 8 Mrd. $ (2004). Die Zahl der beschäftigten Personen verdoppelte sich. Ineos wurde mit diesem Zukauf zum drittgrößten unabhängigen Petrochemieunternehmen der Welt.

Im Juni 2007 brachte Lanxess seine spanische Tochterfirma Lustran (Tarragona) in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemiekonzern ein. Der Ausstieg von Lanxess wird in zwei Schritten abgewickelt: Zunächst gründet Lanxess ein Gemeinschaftsunternehmen mit Ineos, das 51 % der Anteile von Lustran Polymers übernahm, die INEOS ABS. Nach eigenen Angaben zahlte das Unternehmen INEOS im September 2007 etwa 35 Millionen Euro, die erste Teilzahlung des Kaufpreises in zwei Schritten[4]. Zur Finanzierung dieser Übernahme veräußerte Ineos seinen PVC-Pastenbereich mit den Standorten in Schkopau und Hillhouse (UK) an den deutschen PVC-Hersteller Vinnolit (Advent International).[5]

2008/2009 geriet der Konzern infolge der Wirtschaftskrise in finanzielle Bedrängnis. Der Konzern wurde nach Verhandlungen mit den Gläubigern (einem Konsortium aus mehreren Banken) umstrukturiert und zu anderen Konditionen finanziert. Die Firmenleitung verkündete danach, dass die finanzielle Lage des Konzerns wieder sicher und durch die Banken auch abgesichert sei[6]. 2010 verlegte das Unternehmen seinen Sitz vom Vereinigten Königreich in die Schweiz.

2014 übernahm INEOS die Sasol Solvents Germany GmbH mit ihren beiden Produktionsstandorten Moers und Herne und führt diese unter dem neuen Namen INEOS Solvents. Hier werden u.a. Lösemittel wie Isopropanol, Butanol, Ethanol hergestellt.

CEO Jim Ratcliffe und die Finanzen[Bearbeiten]

Der persönliche Besitz von Jim Ratcliffe wird 2006 auf 1 Milliarde Britische Pfund geschätzt. Ineos erzielt jährlich einen Gewinn von ca. 1 Milliarde Britische Pfund (2005). Zur Finanzierung der Übernahmen macht das Unternehmen Gebrauch von sogenannten Junk-Bonds.

Globalisierung[Bearbeiten]

Das Unternehmen verfügt (Stand: 2013) über 51 Produktionsstandorte in 11 Ländern. Es ist in 15 Geschäftseinheiten („Businesses“) aufgeteilt: INEOS ABS, INEOS Barex, INEOS Bio, INEOS ChlorVinyls, INEOS Enterprises, INEOS Melamines, INEOS Olefins & Polymers Europe, INEOS Olefins & Polymers USA, INEOS Oligomers, INEOS Oxide, Ineos Paraform, INEOS Phenol, INEOS Styrenics und INEOS Technologies.

Werke[Bearbeiten]

Ort Stichwort Produkte
Frankfurt am Main Ineos Melamines Kunstharze
Gladbeck Ineos Phenol Phenol und Aceton
Köln Ineos Köln Petrochemie
Mainz Ineos Paraform Methanolderivate
Wilhelmshaven Ineos Werk Voslapp Polyvinylchlorid (PVC)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: INEOS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ineos.com: Company
  2. Namensherkunft 2001 als Abkürzung (PDF, engl.; 82 kB)
  3. Namensherkunft 2013 als Kunstwort (engl.)
  4. Lanxess bringt Business Unit Lustran Polymers in weltweites Joint Venture mit INEOS ein
  5. Vinnolit erwirbt Pasten-PVC-Geschäft von INEOS
  6. "INEOS brings financing talks to a successful conclusion"; INEOS Press Release; 16. Juli 2009