InfraLeuna

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InfraLeuna GmbH
InfraLeuna-Logo
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1996
Sitz Leuna, Deutschland
Leitung Christof Günther
Mitarbeiter 726 (Stand: 01.01.2012)
Umsatz 318 Mio. € (2011)
Produkte DienstleistungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website infraleuna.de
Teilansicht der Leunawerke

Die InfraLeuna GmbH ist Eigentümerin und Betreiberin der Infrastruktureinrichtungen auf dem Gelände der früheren Leunawerke. Sie arbeitet nach dem so genannten Low-Profit-Prinzip.[1] Die Gesellschafteranteile sind auf mehrere am Standort ansässige Unternehmen verteilt.

Unternehmensspektrum[Bearbeiten]

Das Unternehmensspektrum umfasst Service-Leistungen für Firmen des Standortes:

Darüber hinaus ist die InfraLeuna auch Standortentwickler, der Neuansiedlungen am Chemiestandort Leuna mit 6,0 Milliarden € Investitionen seit 1990 begleitet.

Geschichte[Bearbeiten]

1990 begann die Privatisierung einzelner Geschäftsfelder der Leunawerke, verbunden mit der Stilllegung unrentabler Anlagen und der Ausgliederung nicht chemietypischer Bereiche. 1991 folgte der Neubau des Zentrums für technische Gase und Ansiedlung der Linde AG. ELF erhielt 1992 durch das Abkommen mit der Treuhandanstalt in Berlin die Erlaubnis zum Bau einer Raffinerie mit einer Kapazität von 10 Millionen Tonnen sowie dem Kauf der Minol AG. Im August 1993 nahm die neu entstandene Wasserstoffperoxid-Anlage der Firma Arkema ihren Betrieb auf.

Mit der Ansiedlung der DOMO-Gruppe, die den Caprolactam-Bereich der Leunawerke übernahmen, entstanden 1994 weitere Produktions- und Verarbeitungsstätten u. a. für Schwefelsäure und Hydroxylammoniumsulfat. Im Mai begannen die Bauarbeiten für die heutige TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland.

Durch die Privatisierung des Polyamidbereiches der Leunawerke entstand 1995 die LEUNA-Miramid GmbH (heute BASF Leuna GmbH). 1996 war die Gründung der InfraLeuna Infrastruktur und Service GmbH als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktur-Einrichtungen. Die LEUNA Polymer GmbH nahm den Produktionsbetrieb für Wachse auf. Die Mitteldeutsche Erdoel-Raffinerie GmbH (MIDER) ging nach zweieinhalbjähriger Bauzeit 1997 in Betrieb. Dies stellte die größte Direktinvestition eines französischen Konzerns in den neuen Bundesländern dar.

Mit enviaM ließ sich 1998 ein weiteres Energieunternehmen in Leuna nieder, und es wurde ein neues Kraftwerk gebaut. Die ADDINOL LUBE OIL GmbH verlagerte 1999 Teile ihrer Produktions- und Lagerkapazitäten nach Leuna. Die LEUNA-TENSIDE GmbH erweiterte ihr Geschäftsfeld. Die KataLeuna GmbH Catalysts (gehört seit 1998 zur Shell-Gruppe) baute 2000 eine neue Katalysatorenfabrik.

Die LEUNA-Harze GmbH setzte 2003 die Produktion von Epoxidharzsystemen und Spezialharzen fort und erweiterte die Epoxidharzproduktion mit der Inbetriebnahme der Anlage LEUNA-Harze 2 auf über 20.000 Tonnen pro Jahr. Die Linde AG eröffnete den Steamreformer II. Die MVV TREA Leuna GmbH startet mit dem Bau einer Thermischen Restabfallbehandlungs- und Energieverwertungs-Anlage (TREA). Die Kartogroup Deutschland GmbH siedelte sich 2004 am Standort an und begann mit der Produktion von Hygienepapieren. Die LCP Leuna Carboxylation Plant GmbH siedelte sich 2005 in Leuna an. Auf die Bekanntgabe des Baus einer Wasserstoffverflüssigungsanlage durch die Linde AG folgte ein erster Spatenstich für neue Produktionsflächen der ADDINOL LUBE OIL GmbH, die Inbetriebnahme der MVV TREA Leuna I und der Spatenstich für TREA II. 2006 war der Produktionsstart der Phenolharzanlage der LEUNA-Harze GmbH und Baubeginn der neuen Luftzerlegungsanlage der Linde.

Der Grundstein für die Methylmethacrylatanlage der Quinn Chemicals Leuna GmbH wurde 2007 gelegt. Das Investitionsvolumen betrug 260 Mio. Euro. Die ADDINOL LUBE OIL GmbH weihte ihre neuen Produktionsanlagen ein. Damit wurde die bisher ausgelagerte Fertigung von rund 300 Produkten zurückgeholt. Die P.O.X.-Methanolanlage der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland wurde in der Folge für 42 Mio. Euro modernisiert. Die KataLeuna GmbH begann mit der Grundsteinlegung für eine neue Katalysatorenfabrik. Der Produktionsstart der 30 Mio.-Euro-Investition soll Anfang 2009 sein. Die Linde nimmt die zweite Wasserstoffverflüssigungsanlage sowie eine neue Luftzerlegungsanlage in Betrieb. Die Investitionen belaufen sich auf rund 60 Mio. Euro. Die LEUNA-Harze GmbH erweitert die Epoxidharz-Produktion auf 40.000 Tonnen Flüssigharz pro Jahr durch die Inbetriebnahme der Anlage LEUNA-Harze III. Mit der Inbetriebnahme der TREA II verdoppelt die MVV Trea ihre Verbrennungsleistung auf 390.000 Tonnen im Jahr.

Für 120 Mio. Euro errichtete die TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH 2008 eine dritte Entschwefelungsanlage zur Herstellung von schwefelarmem Heizöl. Die Xentrys Leuna GmbH investierte 12 Mio. Euro in die Erweiterung ihrer Produktionsanlagen. Die InfraLeuna begann mit der Errichtung einer neuen Kondensationsturbine mit dem Ziel, flexibler auf den Strom- und Gasmärkten zu agieren. Dadurch entstanden zusätzliche Effekte für den Standort. Mit der Inbetriebnahme einer weiteren Phenolharzanlage erhöhte die LEUNA-Harze GmbH die Produktionskapazität von BPF-Epoxidharz auf 10.000 Tonnen pro Jahr und erweiterte ihre Kapazität der Glycidether-Produktion auf 7.000 Tonnen pro Jahr durch die Inbetriebnahme der Glycidether-Anlage II.

Die Minakem Leuna GmbH erweiterte 2009 die Mehrproduktanlage zur Herstellung von Spezialchemikalien und Pharmawirkstoffen. Im April erfolgte die offizielle Bekanntgabe der Etablierung des Chemisch-Biotechnologischen Prozesszentrums (CBP) am Standort Leuna (50 Mio. €). Die AGRO Service Nord Produktion Leuna GmbH nahm eine Produktionsanlage für Flüssigdüngemittel (5 Mio. €) in Betrieb. DOMO Caproleuna GmbH beging Richtfest für ihr neues Düngemittellager (30 Mio. €). Die TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland GmbH nahm ihre neugebaute Entschwefelungsanlage vorfristig in Betrieb. Die FP-Pigments GmbH weihte eine Produktionsanlage zur Herstellung von Pigmenten ein. Die WEPA Leuna GmbH erwarb rechtsverbindlich die Assets der Kartogroup in Leuna. Die KataLeuna GmbH Catalysts nahm eine Produktionsanlage für neue Katalysatoren in Betrieb.

Im März 2010 nahm die DOMO Caproleuna GmbH ihr neues Düngemittelumschlagzentrum in Betrieb. Die feierliche Inbetriebnahme einer Kondensations-Dampfturbine der InfraLeuna (20 Mio. €) erfolgte im Mai 2010. Die Quadrimex Sulfur Chemicals GmbH & Co. KG übernahm im Mai 2010 die Anlagen der Schwefelchemie der ChemComm Leuna. Im November 2010 wurde das "Remote Operations Center" der Linde AG eingeweiht. Im Dezember 2010 erfolgte der 1. Spatenstich für das Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Imagebroschüre der InfraLeuna GmbH "Chemiestandort Leuna", 2008
  1. 1999/646/EG: Entscheidung der Kommission vom 25. November 1998 über Maßnahmen Deutschlands zugunsten der InfraLeuna Infrastruktur und Service GmbH