Ingeborg Hochmair-Desoyer

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Ingeborg Hochmair-Desoyer, geborene Desoyer, auch Ingeborg Hochmair, (* 1953 in Wien) ist eine österreichische Elektroingenieurin. Sie entwickelte mit ihrem Ehemann Erwin Hochmair das erste elektronische Multikanal-Cochlea-Implantat und gründete mit ihm für die Vermarktung die Firma MED-EL, deren Vorstand sie ist.

Ingeborg Hochmair-Desoyer

Leben[Bearbeiten]

Hochmair ist die Tochter der Physikerin Elizabeth Desoyer und des Professors für Maschinenbau und Dekans an der TU Wien Kurt Desoyer und studierte ab 1971 Elektrotechnik an der TU Wien mit dem Diplom 1976 und (nach einem Forschungsaufenthalt als Fulbright-Stipendiatin an der Stanford University) mit der Promotion 1979. Thema war die Entwicklung elektronischer Hörhilfen (Stimulation der Cochlea), an der sie mit ihrem Professor Erwin Hahn unter Verwendung damals neuer CMOS-Technologie in der Analogelektronik arbeitete. Außerdem arbeiteten sie mit dem Otologen und Wiener Professor Kurt Burian zusammen. Mit nur anderthalb Jahren Entwicklungszeit wurde ihr erstes Multikanal-Gerät im Dezember 1977 implantiert, das die Cochlea an 8 Stellen stimulierte (das heißt er hatte 8 Kanäle). Während der Weiterentwicklung war zunächst eine Kooperation mit der 3M Corporation geplant, das zerschlug sich aber und 1989 gründete das Ehepaar aber eine eigene Firma in Innsbruck, MED-EL.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1995 wurde sie in Österreich Unternehmerin des Jahres, 1996 erhielt sie die Wilhelm-Exner-Medaille, 1981 den Holzer-Preis der TU Wien und 2008 das Ehrenzeichen des Landes Tirol. 2004 wurde sie mit Erwin Hochmair Ehrendoktor der TU München und 2010 der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck.

2013 erhielt sie mit Graeme Clark und Blake S. Wilson den Lasker~DeBakey Clinical Medical Research Award. 2014 wurde sie mit dem Ludwig-Wittgenstein-Preis ausgezeichnet.[1] Sie ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Audiologie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dieStandard.at - Die Elektrotechnikerin, die wieder hören macht. Artikel vom 20. August 2014, abgerufen am 20. August 2014.