Inger Christensen

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Inger Christensen (* 16. Januar 1935 in Vejle, Dänemark; † 2. Januar 2009 in Kopenhagen) war eine dänische Schriftstellerin. Sie zählte zu den bedeutendsten europäischen Lyrikerinnen ihrer Generation und galt jahrzehntelang als Kandidatin für den Nobelpreis.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Inger Christensen absolvierte eine Ausbildung zur Volksschullehrerin, studierte Medizin, Chemie und Mathematik an der Universität Kopenhagen und arbeitete einige Jahre an einer Kunsthochschule. Seit 1962 lebte sie in Kopenhagen.

Nach ihrem Debüt mit dem Gedichtband Lys (dt. Licht) im Jahre 1962 veröffentlichte sie 1969 eines ihrer Hauptwerke, den Gedichtzyklus Det (dt. Das). Dieses mehrere hundert Seiten lange Großgedicht mit Anspielungen auf Dantes Divina Commedia spielt mit strukturellen Entwürfen und einem Ordnungsmuster, das durch die Zahl Acht vorgegeben ist. Es ist außerdem auf die Wiederkehr bestimmter grammatischer Termini aufgebaut.

Der Gedichtband Alfabet (dt. Alphabet 1981), ihr zweites Hauptwerk, bezieht sich auf die sogenannte Fibonacci-Reihe, eine nach dem italienischen Mathematiker Leonardo Fibonacci benannte Zahlenreihe, bei der sich jedes Glied der Reihe aus der Summe der beiden vorangehenden Zahlen errechnet (also: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13…). Christensen setzte die Fibonacci-Zahlen in Korrespondenz mit Struktur und Wachstum verschiedener Pflanzenarten.

Daneben erschienen von ihr weitere Gedichtbände und eine Vielzahl von anderen literarischen Arbeiten, darunter zwei Romane, Kinder- und Jugendbücher, Theaterstücke, Hörspiele und zahlreiche Essays, davon viele auch in deutscher Übersetzung, so etwa im Jahr 2000 der Essayband Der Geheimniszustand und Gedicht vom Tod.

Christensen war Mitglied der Dänischen Akademie, der Europäischen Akademie für Poesie und seit 2001 der Akademie der Künste in Berlin. In deutscher Sprache erschienen ihre Bücher in der Übersetzung von Hanns Grössel, zumeist als bilinguale Ausgaben, im Münsteraner Kleinheinrich Verlag.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Moritz Schramm: Im Schmetterlingstal. Ein Porträt von Inger Christensen. In: Muschelhaufen. Jahresschrift für Literatur und Grafik. Nr. 47/48. Viersen 2007. ISSN 0085-3593

  • Poesiealbum 285, Märkischer Verlag Wilhelmshorst 2009, EAN 978 3 931329 85 3

Trivia[Bearbeiten]

  • Der deutsche Dichter Harald Hartung verfasste ein Gedicht: Erinnerung an Inger Christensen.

Weblinks[Bearbeiten]