Ingress (Spiel)

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Ingress
Ingress Logo.png
Entwickler Niantic Labs
Publisher Google
Erstveröffent-
lichung
16. November 2012 (Closed Beta)

31. Oktober 2013 (Open Beta) 14. Dezember 2013 (Release Android)

14. Juli 2014 (Release iOS)
Genre Augmented Reality, Alternate Reality, MMOG
Medium Download
Sprache Englisch
Aktuelle Version 1.56.3 (Android), 1.56.3 (iOS)

Ingress ist ein Augmented-Reality/Alternate-Reality-Spiel von Google, welches von Niantic Labs entwickelt und herausgegeben wird.[1] Es ist momentan für Android und iOS verfügbar.

Der Spieler gehört zu einer der beiden Fraktionen, den Erleuchteten (Enlightened, grün) oder dem Widerstand (Resistance, blau). Ziel des Spiels ist, für die Fraktion, für die man spielt, möglichst viel Gebiet zu erobern. Es wird automatisch errechnet, wie viele Menschen – „Mind Units“ (MU) – statistisch global gemittelt in diesem Gebiet wohnen. Dies geschieht, indem man Portale übernimmt und diese zu Feldern verlinkt, die diese Gebiete überdecken.

Handlung[Bearbeiten]

Zu Beginn des Spiels erfährt der Spieler, dass eine neuartige Energie auf der Erde entdeckt wurde, die sich ausbreitet, insbesondere in Bereichen um Portale. Es werden die Erleuchteten vorgestellt, die versuchen, die Energie zum Vorteil der Menschheit zu nutzen. Ihre Gegenspieler bilden die Resistance, den „Widerstand“, der verhindern möchte, dass die Energie weiter auf die Erde kommt. Sie gehen davon aus, dass das schlecht für die Menschen ist, weil sie durch die Energie manipuliert werden. Anschließend muss er sich entscheiden, welcher Seite er sich anschließt. Im weiteren Verlauf des Spiels findet der Spieler Informationsfetzen (Medien, z.B. Zeitungsausschnitte, Dokumente oder Tonaufnahmen), anhand derer die Story weiterentwickelt wird.

Fraktionen[Bearbeiten]

Beide Fraktionen versuchen, möglichst viel Gebiet unter so genannten Kontrollfeldern, die zwischen den Portalen errichtet werden, zu erobern. Das Gebiet wird weltweit zusammengezählt und daraus die Spiel-Wertung errechnet.[2]

Die Erleuchteten (Enlightened)[Bearbeiten]

Die Fraktion der Erleuchteten wird im Spiel grün dargestellt. Es ist die Fraktion, die die Energie zum Vorteil der Menschheit nutzen möchte. Allerdings beruht das nur auf Vermutungen, da im Spiel nicht bekannt ist, ob diese Energie der Menschheit wirklich den Fortschritt bringt oder noch unbekannte, negative Auswirkungen hat. Sie werden im Spielerjargon auch als Frösche bzw. Frogs, das englische Pendant, bezeichnet.

Der Widerstand (Resistance)[Bearbeiten]

Diese werden im Spiel blau dargestellt und möchten verhindern, dass noch mehr Energie auf die Erde kommt, da sie Böses dahinter vermuten. Auch diese Fraktion hat keine genaue Kenntnis über die Energie, somit ist nicht klar, ob sie den Fortschritt verhindert oder tatsächlich Schaden von der Menschheit abwendet. Im Spielerjargon werden die Spieler dieser Fraktion als Schlümpfe bzw. Smurfs, das englische Pendant, bezeichnet.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Alle Aktionen eines Spielers werden über den sogenannten Scanner ausgeführt. Dieser ist stark mit Google Maps mit dunklem Farbschema vergleichbar und zeigt die nähere Umgebung. Neben der aktuellen Position des Spielers (Pfeil) und seinem Aktionsradius (als Kreis), werden Portale, Resonatoren und die Exotische Materie (exotic matter, XM) dargestellt. Gespielt wird, indem man sich mit seinem Android- oder iOS-Gerät zu den Portalen bewegt und der Scanner dadurch herumliegendes XM einsammelt. Befindet sich ein Portal im Aktionsradius, kann mit diesem interagiert werden. Es kann gehackt, eingenommen, ausgebaut, verlinkt oder angegriffen werden.

Exotic Matter (XM)[Bearbeiten]

Die „exotische Materie“ (XM) [engl. Exotic Matter] wird durch weiß-blaue Punkte auf der Karte dargestellt und entsteht insbesondere an Portalen in großer Konzentration. Sie wird innerhalb des Aktionsradius automatisch aufgesammelt, solange man noch nicht seinen maximalen XM-Vorrat (abhängig vom Spieler-Level) erreicht hat. Die vorhandenen XM-Punkte sind für alle Spieler vor Ort eine gemeinsame Ressource. Sammelt ein Spieler sie auf, sind sie für andere für 20 Minuten verbraucht, dann wird sie erneuert. Bei zu schneller eigener Geschwindigkeit (ca. über 50 km/h) ist das Sammeln von XM nicht möglich.

XM wird für nahezu alle Aktionen im Spiel benötigt, also z.B. für das Hacken von Portalen oder das Setzen oder Angreifen von Resonatoren. Das Aufladen angeschlagener Resonatoren kostet relativ viel XM.

Portale[Bearbeiten]

Portale sind (reale) Sehenswürdigkeiten oder anderweitig auffällige Orte, die über GPS-Koordinaten aufgefunden werden. Mitspieler können neue Portale vorschlagen, die nach einer Frist von einigen Wochen bis wenigen Monaten gegebenenfalls von Niantic Labs freigeschaltet werden.[3] Unbesetzte Portale werden grau dargestellt und können von einer Fraktion eingenommen werden, indem mindestens einer von bis zu acht Resonatoren um das Portal herum platziert wird. Es wird dann in der Farbe der eigenen Fraktion dargestellt.

Resonatoren[Bearbeiten]

Resonatoren verstärken die „exotische Materie“ (XM „Exotic Matter“), die der Spieler als Aktionspunkte in seinem vom Spielgrad abhängigen Vorrat sammeln kann. Werden sie nicht von Spielern derselben Fraktion wieder aufgeladen, verlieren sie pro Tag 15 % Energie. Portale, die während dieser Zeit nicht aufgeladen werden, verlieren nach sieben Tagen ihre Zugehörigkeit zu einer Fraktion. Resonatoren sind Angriffspunkte, um ein gegnerisches Portal zu neutralisieren. Ein Portal kann mit maximal acht Resonatoren gesichert werden.

Modifikatoren[Bearbeiten]

Portale können mit bis zu vier Modifikatoren ausgestattet werden, welche ihre Eigenschaften verbessern. Jeder Spieler kann maximal zwei Modifikatoren pro Portal setzen. Derzeit sind sechs verschiedene Modifikatoren im Umlauf, die in bis zu drei verschiedenen Häufigkeiten auftauchen und mit steigender Seltenheit jeweils stärkere Wirkung haben:

  • Portal Shield (häufig/selten/sehr selten): Reduziert den Schaden am Portal und den Resonatoren um 30/40/60 %.
  • Turret (selten): Erhöht die Anzahl der vom Portal ausgeführten Attacken.
  • Force Amp (selten): Vervielfacht den von einem Portal verursachten Schaden.
  • Link Amp (selten/sehr selten): Erhöht die Reichweite der möglichen Links.
  • Heat sinks (häufig/selten/sehr selten): Verkürzt die Abkühlzeit eines Portals zwischen zwei Hacks um 20/50/70 %.
  • Multi-hack (häufig/selten/sehr selten): Lässt ein Portal später ausbrennen.

Hacken eines Portals[Bearbeiten]

Um im Spiel Items (XMP Burster, Resonatoren, Modifikatoren, Powercubes, Portal-Schlüssel und Medien) zu erhalten, muss man Portale hacken. Man kann sowohl neutrale, als auch eigene und gegnerische Portale hacken, wobei man bei den eigenen mehr Gegenstände (Items) bekommt, bei den gegnerischen dafür jedoch zusätzlich 100 Erfahrungspunkte (Action Points, AP). Wurde ein Portal von einem Spieler 4 mal gehackt, gilt es für diesen als ausgebrannt, es sei denn, es steckt mindestens ein Multihack im Portal. Mit vier Multihacks der seltensten Art kann bis zu 34 mal gehackt werden.

Einnehmen eines Portals[Bearbeiten]

Gegnerische Portale können neutralisiert werden, indem die Resonatoren mit XMP-Burstern oder Ultra-Strikes beschossen und zerstört werden. Das Portal gehört dann keiner Fraktion mehr an (grau) und kann dann mit eigenen Resonatoren bestückt werden. Darüber hinaus gibt es den Jarvis-Virus und den ADA-Refactor, mit denen der Spieler ein Portal direkt übernehmen kann, wodurch alle Resonatoren und MODs erhalten bleiben.

Verlinken von Portalen[Bearbeiten]

Portale werden verlinkt, indem man zu einem Portal geht und von dort aus zu einem anderen linkt. Hierfür benötigt man den Portal-Schlüssel für das Portal zu dem gelinkt werden soll. Zudem dürfen zwischen diesen Portalen keinerlei andere Links im Weg sein. Der Schlüssel wird dann aus dem Inventar entfernt und an den Link gebunden. Wird der Link zerstört, liegt der Schlüssel mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für etwa zwölf Stunden in der Nähe des zugehörigen Portals und kann wieder eingesammelt werden. Links werden benötigt, um die für die Wertung entscheidenden Felder entstehen zu lassen. Dafür müssen drei Portale (im Dreieck - also drei Links) verlinkt werden.[4]

Passcodes[Bearbeiten]

Passcodes können in der Ingress Scanner App unter dem Menüpunkt „OPS“ in einer Textbox eingegeben werden und gewähren dem Spieler Spielgegenstände. Sie sind üblicherweise in Medien und Dokumenten versteckt und müssen von den Spielern gefunden und entschlüsselt werden. Passcodes können auch zu verschiedenen Anlässen, wie zum Beispiel ingress events, oder von Werbepartnern direkt an Spieler ausgegeben werden.

Für die Eingabe eines Codes erhält man AP, XM, Items oder auch Badges. Dabei gibt es für jeden Code andere Belohnungen, für denselben Code jedoch immer die gleichen.

Es gibt verschiedene Limitierungen, die eine zu häufige Eingabe eines Codes verhindern sollen. So ist es einem Spieler nicht möglich einen Code mehrmals einzugeben. Des Weiteren laufen Codes nach einer gewissen Zeit oder nach einer gewissen Anzahl Benutzungen ab.

Action-Points und Spieler-Level[Bearbeiten]

Für ausgeführte Aktionen werden Action-Points (AP) vergeben. Nach Erreichen einer bestimmten Menge dieser Punkte steigt der Spieler in ein höheres Level auf. Auch Resonatoren, XMP und Ultra-Strikes sind Leveln zugeordnet. Ein Spieler darf nur solche Objekte einsetzen, deren Level kleiner oder gleich seinem Spiel-Level sind. Neben den reinen AP werden auch weiterführende Statistiken erfasst (Anzahl der Hacks, Anzahl "entdeckter" Portale, Anzahl der zerstörten oder eingebauten Resonatoren etc.). Sobald ein Spieler eine bestimmte Anzahl erreicht hat, erhält er dafür eine Medaille (Badge), die es in den Stufen Bronze, Silber, Gold, Platin und Onyx gibt. Um über Level 8 hinaus zu gelangen, muss der Spieler zusätzlich noch eine gewisse Menge Medaillen verschiedener Stufen erreicht haben. Das derzeit maximale Spieler-Level ist 16. Resonatoren, XMP und Ultra-Strikes gibt es bis zu Level 8.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Ingress wurde am 16. November 2012 als geschlossene Beta gestartet. Seitdem bestand die Pflicht, sich auf der Homepage als Interessent zu registrieren, bevor man nach einer Wartezeit einen Freischaltcode erhielt. Zudem bestand die Möglichkeit, einen Aktivierungscode durch das Erstellen von Artworks, welche auf der Google-+-Seite von Ingress eingereicht werden können, zu erhalten oder sich von bereits im Spiel befindlichen Spielern einladen zu lassen.

Ab dem 31. Oktober 2013 war das Spiel in der offenen Beta-Phase, d.h. es konnte jeder – auch ohne Einladungscode – daran teilnehmen.[5] Am 14. Dezember 2013 wurde die Beta-Phase des Spiels beendet.

Seit dem 14.7.2014 gibt es Ingress auch im iTunes Store für iPhone und iPad mit iOS 5.0 und höher.[6] Unter iOS können jedoch aktuell noch keine Portale vorgeschlagen oder bearbeitet werden. [7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Greanias: The Alignment: Ingress (E-Book). @lantis Media Corp., Seattle, 2. April 2013.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angeklickt: Alternate Reality Games, WDR, 23. August 2013
  2. Ingress Intel Map. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  3. New Portal submissions. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  4. Create a Control Field. In: Ingress. Google Inc., abgerufen am 19. August 2013 (englisch).
  5. http://stadt-bremerhaven.de/augmented-reality-spiel-ingress-offen-fuer-alle/
  6. http://www.pocketpc.ch/magazin/news/mobile-gaming-ingress-fuer-apple-ios-erschienen-7203/
  7. http://www.pocketpc.ch/magazin/news/android/ingress-fuer-ios-ein-kurzer-leitfaden-fuer-den-einstieg-7275/#comment-1728
  8. THE ALIGNMENT: INGRESS. @lantis Books, abgerufen am 16. März 2013 (englisch).