Ingrid Bergman

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Dieser Artikel behandelt die Schauspielerin Ingrid Bergman; zur Edelrose siehe Ingrid Bergman (Rose).
Ingrid Bergman 1945
Ingrid Bergman 1946

Ingrid Bergman [ˌiŋːɹid ˈbæɹːʝman] (* 29. August 1915 in Stockholm; † 29. August 1982 in London) war eine schwedische Schauspielerin. Die dreifache Oscar-Preisträgerin gilt allgemein als eine der bedeutendsten und populärsten Schauspielerinnen der Filmgeschichte. Das American Film Institute wählte Ingrid Bergman auf den vierten Platz der größten amerikanischen Filmschauspielerinnen des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Ingrid Bergmans Mutter, die Deutsche Friedel Adler Bergman, starb, als Ingrid drei Jahre alt war. Der Vater Justus Samuel Bergman war Fotograf und förderte schon früh Ingrids schauspielerisches Talent. Er starb neun Jahre nach seiner Frau, und Ingrid Bergman lebte fortan bei einem Onkel. Sie besuchte die Schauspielschule des Königlichen Dramatischen Theaters und hatte 1935 ihre erste Sprechrolle in einem schwedischen Film. 1937 heiratete Bergman den Zahnarzt Petter Lindström, im folgenden Jahr wurde die gemeinsame Tochter Pia geboren.

Durch den großen Erfolg mit dem Film Intermezzo (1936) wurde Hollywood auf sie aufmerksam. Als sie nach einem in Deutschland für die UFA gedrehten Film (Die vier Gesellen) 1938, u. a. auf Betreiben von David O. Selznick, in die USA ging, war Ingrid Bergman in Schweden bereits ein Star. Die junge Schwedin konnte das amerikanische Publikum vor allem durch ihre „Natürlichkeit“, mit der sie sich ganz wesentlich von den amerikanischen Filmstars abhob, für sich einnehmen. Recht häufig in ihrer Filmkarriere kam es zu Streitigkeiten mit den Produzenten oder Regisseuren, da sie z. B. ohne Make-up spielen (was die Natürlichkeit unterstützen sollte) oder eine andere Rolle im Film übernehmen wollte.

Eine ihrer bekanntesten Rollen spielte sie 1942 als Ilsa Lund an der Seite von Humphrey Bogart in der US-Produktion Casablanca des Regisseurs Michael Curtiz. 1949 drehte Bergman mit Roberto Rossellini in Italien den Film Stromboli. Dabei verliebte sie sich in den Regisseur und verließ in der Folge ihren Ehemann Petter Lindström, nachdem sie von Rossellini schwanger geworden war, was in Amerika einen Skandal auslöste. Dadurch verlor sie die Gunst des amerikanischen Publikums. 1950 heiratete sie Rossellini.[1] Die beiden hatten drei gemeinsame Kinder, den Sohn Roberto Ingmar (* 1950) und die zweieiigen Zwillinge Isabella Fiorella Elettra Giovanna und Isotta Ingrid Frieda Giuliana (* 18. Juni 1952). Bergman und Rossellini drehten insgesamt sieben Filme miteinander. 1957 wurde die Ehe mit Rossellini geschieden.[2]

Bereits ein Jahr später heiratete Bergman den schwedischen Produzenten Lars Schmidt. Diese Ehe hielt bis 1970.

Mit dem Film Anastasia konnte sie 1956 auch die Gunst des amerikanischen Publikums zurückerobern. Neben zahlreichen Filmrollen (auch für das Fernsehen) spielte Ingrid Bergman in zahlreichen europäischen Städten (London, Paris u. a.) sowie u. a. auch in New York am Theater. Im Laufe ihrer Karriere gewann Ingrid Bergman u. a. dreimal den Oscar. Sie ist somit nach Katharine Hepburn und gemeinsam mit Meryl Streep die am zweithäufigsten mit dem Oscar ausgezeichnete Schauspielerin.

Im Jahr 1974 wurde bei Ingrid Bergman Brustkrebs diagnostiziert, der zunächst erfolgreich behandelt werden konnte. Anfang der 1980er-Jahre wurde diese Krankheit jedoch erneut festgestellt. 1982 drehte sie – bereits schwer erkrankt – ihren letzten Film, Eine Frau namens Golda, in dem sie Golda Meïr darstellte. Sie starb an ihrem 67. Geburtstag in London.

Denkmal in Fjällbacka

Ingrid Bergman wurde symbolisch auf dem Norra begravningsplatsen (Nordfriedhof) in Solna der Provinz Stockholms län beigesetzt, da ihre Asche am 5. Juni 1983 vor dem Ort Fjällbacka an der schwedischen Westküste in der Nähe ihrer Lieblingsinsel Dannholmen auf See verstreut wurde.[3] Am gleichen Tag wurde eine Büste von Ingrid Bergman (Bildhauer Gudmar Olofsson) am Hafen der kleinen Stadt errichtet. Ihr Blick ist auf die Insel Dannholmen gerichtet und die Büste ist umgeben von einer Anpflanzung von Rosen, die an diesem Tag ihren Namen erhielten.

Filmografie[Bearbeiten]

Deutsche Synchronstimmen[Bearbeiten]

Zu den deutschen Schauspielerinnen, die Ingrid Bergman in ihren Filmen synchronisiert haben, zählen:[4]

  • Tilly Lauenstein (Intermezzo, Berüchtigt – 1. Synchronisation von 1951, Triumphbogen, Johanna von Orleans, Der Besuch, Der gelbe Rolls-Royce)
  • Gisela Trowe (Gefährliche Liebe)
  • Eva Vaitl (Arzt und Dämon, Wem die Stunde schlägt, Das Haus der Lady Alquist, Die Glocken von St. Marien)
  • Marianne Kehlau (Casablanca – 1. Synchronisation von 1952, Indiskret, Die Herberge zur 6. Glückseligkeit, Lieben Sie Brahms?, Die Kaktusblüte)
  • Rose-Marie Kirstein (Casablanca – 2. Synchronisation von 1975)
  • Eleonore Noelle (Ich kämpfe um dich, Europa 51, Liebe ist stärker, Anastasia)
  • Marianne Wischmann (Berüchtigt – 2. Synchronisation von 1969)
  • Ingeborg Grunewald (Sklavin des Herzens)
  • Edith Schneider (Die Frau des anderen)
  • Dagmar Altrichter (Mord im Orient-Express, Herbstsonate)

Bühnenauftritte[Bearbeiten]

  • 1940: Liliom – Forty Fourth Street Theatre, New York, Regie: Benno Schneider
  • 1941: Anna Christie – Lober Theatre, Santa Barbara, Regie: John Houseman
  • 1946: Johanna von Lothringen (Joan of Lorraine) – Alwin Theatre, Regie: Margo Jones
  • 1954: Johanna auf dem Scheiterhaufen (Giovanna d’Arco al Rogo) – San Carlo Oper, Neapel, Regie: Roberto Rossellini
  • 1956: Tee und Sympathie (Tea and Sympathy) – Theatre de Paris, Paris, Regie: Jean Mercure
  • 1962: Hedda Gabler – Theatre de Montparnasse Gaston Baty, Regie: Raymond Rouleau
  • 1965: Ein Monat auf dem Lande (A Month in the Country) – Yvonne Arnaud Memorial Theatre in Guildford, Regie: Michael Redgrave
  • 1967: Alle Reichtümer dieser Welt (More Stately Mansions) – Broadhurst Theatre, New York, Regie: José Quintero
  • 1972: Kapitän Brasbounds Bekehrung (Captain Brasshounds Conversion) – Cambridge Theatre, London, Regie: Stephen Porter
  • 1975: Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? (The Constant Wife) – Albry Theatre, London, Regie: John Gielgud
  • 1979: Die Wasser des Mondes (Water of the Moon) – Haymarket Theatre London, Regie: Patrick Garland

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1945: Golden Globe Award als Beste Filmschauspielerin (als „Paula Alquist Anton“ in Das Haus der Lady Alquist)
  • 1945: Oscar als Beste Hauptdarstellerin (als „Paula Alquist Anton“ in Das Haus der Lady Alquist)
  • 1946: Golden Globe als Beste Filmschauspielerin (als „Mary Benedict“ in Die Glocken von St.Marien)
  • 1951: Bambi
  • 1952: Bambi
  • 1953: Bambi
  • 1954: Bambi
  • 1957: Golden Globe als Beste Schauspielerin (für die Titelrolle in Anastasia)
  • 1957: Oscar als Beste Hauptdarstellerin (für die Titelrolle in Anastasia)
  • 1960: Emmy Award als Beste Schauspielerin (für die Hauptrolle in The Turn of the Screw)
  • 1975: Oscar als Beste Nebendarstellerin (als „Greta Ohlsson“ in Mord im Orient-Expreß)
  • 1976: Ehren-César
  • 1979: Oscarnominierung als Beste Schauspielerin in Herbstsonate
  • 1982: Emmy Award als Beste Schauspielerin in einer Miniserie (für die Titelrolle in A Woman Called Golda)
  • 1983: Golden Globe als Beste Schauspielerin in einer Fernsehproduktion (für die Titelrolle in A Woman Called Golda)
  • Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

Als Hommage an Ingrid Bergman sind eine Rosenzüchtung sowie eine Passagiermaschine der KLM vom Typ MD-11 nach ihr benannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Ingrid Bergman (zusammen mit Alan Burgess): Mein Leben. (Ingrid Bergman. My Story). Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-35878-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Curtis F. Brown: Ingrid Bergman. Ihre Filme - ihr Leben. Heyne, München 1990, ISBN 3-453-86012-8.
  • Charlotte Chandler: Ingrid : Ingrid Bergman, a personal biography. Applause Theatre & Cinema Books, New York2008, ISBN 978-1-55783-735-6
  • Renate Möhrmann: Ingrid Bergman und Roberto Rossellini: Eine Liebes- und Beutegeschichte. Rowohlt, Berlin 1999, ISBN 3-87134-311-0.
  • Lawrence J. Quirk: The Films of Ingrid Bergman. Citadel Press, New York 1970
    • Deutsche Ausgabe: Ingrid Bergman und ihre Filme. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Marie Margarete Giese. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10214-6.
  • David Smit: Ingrid Bergman : the life, career and public image. McFarland & Company, Jefferson 2012, ISBN 978-0-7864-7226-0.
  • Donald Spoto: Ingrid Bergman: ‚Ich bin immer ich selbst gewesen.‘ Ullstein, München 2001, ISBN 3-548-60034-4.
  • Aleksandra Ziolkowska-Boehm: Ingrid Bergman prywatnie. Proszynski, Warsaw 2013, ISBN 978-83-7839-518-8.
  • Aleksandra Ziolkowska-Boehm: Ingrid Bergman and her American Relatives. Hamilton Books, Lanham 2013, ISBN 978-0-7618-6150-8.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Ingrid. TV-Dokumentation von Gene Feldman. USA 1984, Wombat Productions, 59 Minuten
  • Legenden: Ingrid Bergman. Film von Michael Strauven. Deutschland 2003, 45 Minuten
  • Rossellini - Bergman, die Liebe zum Kino. Dokumentation von Florence Mauro. Frankreich 2006, 55 Minuten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ingrid Bergman – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Ehe wurde als Handschuhehe in Mexiko geschlossen. (Aussage Isabella Rossellini in der Dokumentation „Ingrid Bergman – zum Gedenken“ über ihre Mutter Ingrid Bergman auf der DVD Indiskret)
  2. Nachdem Rossellini eine Beziehung mit der 24 Jahre jüngeren Inderin Sonali Dasgupta einging und diese schwanger wurde. Aussage Isabella Rossellini in der Dokumentation „Ingrid Bergman – zum Gedenken“ über ihre Mutter Ingrid Bergman auf der DVD Indiskret
  3. knerger.de: Das Grab von Ingrid Bergman
  4. synchrondatenbank.de