Ingrid Klimke

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Ingrid Klimke und Butts Abraxxas bei der Meisterehrung zur Deutschen Meisterschaft der Vielseitigkeitsreiter 2010
Ingrid Klimke und Butts Abraxxas

Ingrid Klimke (* 1. April 1968 in Münster) ist eine deutsche Dressur- und Vielseitigkeitsreiterin. Sie trägt die Auszeichnung Reitmeister.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Privat

Ingrid Klimke ist die Tochter von Reiner Klimke. Sie hat zwei Brüder,[1] einer hiervon ist der Dressurreiter Michael Klimke. Ingrid Klimke ist verheiratet und hat zwei Töchter.[2]

[Bearbeiten] Werdegang

[Bearbeiten] Jugend

Über ihren Vater hatte Klimke von klein an Kontakt zu Pferden und lernte früh das Reiten. Sie gibt an, dennoch nie zu einer Karriere im Reitsport gedrängt worden zu sein. Seit ihrer Jugend reitet sie sowohl Dressur-, Spring- als auch Vielseitigkeitsprüfungen.[1] Neben ihrem Vater war Fritz Ligges ihr Trainer, zudem wurde ihre ein Auslandsaufenthalt als „working student“ bei Ian Millar ermöglicht.

Von allen habe ich eine konsequente Ausbildung erfahren, die ausgerichtet ist, ein intensives Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter zu entwickeln und die Pferde niemals zu überfordern. Bei Ian Millar habe ich als Working Student alles rund um die Pflege und das Parcoursreiten mitbekommen und ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mir diesen Auslandsaufenthalt ermöglicht hat.

Ingrid Klimke über ihre Lehrmeister

Nach ihrer Schulzeit machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau. Nachfolgend begann sie ein Lehramtsstudium. In der Referendariatsphase musste sie jedoch feststellen, das sich dies nicht mit dem Reitsport vereinbaren ließ - die Turniere beginnen zumeist bereits unter der Woche. Daraufhin beschloss sie endgültig, Reitsport und Pferdeausbildung zu ihrem Beruf zu machen.

[Bearbeiten] Sportkarriere

Ihr erstes Internationales Championat in der Altersklasse der „Reiter“ bestritt sie 1991, als sie mit Pinot bei den Europameisterschaften der Ländlichen Reiter (Vielseitigkeit) 1991 die Bronzemedaille in Einzel- und Mannschaftswertung gewann. Es folgten Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften sowohl in der Vielseitigkeit als auch in der Dressur. Seit dem Jahr 2000 bestritt sie bisher alle Olympischen Sommerspiele.

Insbesondere mit den Pferden Sleep Late, Robinson's Concord, Windfall und FRH Butts Abraxxas konnte Ingrid Klimke zahlreiche Erfolge in nationalen und internationalen Vielseitigkeitsprüfungen erzielen.

Einen Tiefpunkt in ihrer Karriere hatte sie 1999. Nach dem Tod ihres Vaters versuchte sie sich mit der Vorbereitung auf die Europameisterschaften abzulenken und nahm auch an der EM teil. Hier kam es zu zwei Verweigerungen in der Geländestrecke. Bereits vor der Europameisterschaft hatte sie sich eine Sehnenentzündung am Sprunggelenk zugezogen. Diese wurde nach dem Championat operiert, es kam jedoch nachfolgend zu Komplikationen, so dass Klimke drei Monate im Krankenhaus verbleiben musste.

Heute weiß ich, dass dies ein Fehler war. Ich habe Sleep Late überhaupt nicht unterstützen können und ihn im Gelände allein gelassen. So etwas würde ich nie mehr machen. Ich war weder mental noch physisch für eine solch schwere Prüfung gerüstet und so war die schlechte Platzierung nur logisch.

Ingrid Klimke über ihren Ritt bei der Europameisterschaft 1999

Im Jahr 2005 erzielte Ingrid Klimke ihren bis dahin größten internationalen Einzelerfolg bei einem Championat: Bei den Europameisterschaften in Blenheim gewann sie mit Sleep Late Einzelbronze.

Am 12. August 2008 wurde Klimke in der Vielseitigkeit bei den Olympischen Reitsportwettbewerben in Hongkong zusammen mit Hinrich Romeike, Andreas Dibowski, Peter Thomsen und Frank Ostholt Olympiasieger mit der Mannschaft. Zwei Jahre zuvor war sie bereits Teil der Goldequipe bei den Weltreiterspielen 2006.[1][3]

Nach den Olympischen Spielen 2008 drohte der Verkauf ihres Erfolgspferdes Butts Abraxxas. Der Haupteigner (Klimke selbst hielt einen Anteil von 20 Prozent) wollte des Pferd veräußern und verbot Klimke, Abraxxas weiterhin einzusetzen. Ihr zur Hilfe kam die ehemalige Spring- und Dressurreiterin Madeleine Winter-Schulze - sie erwarb die übrigen Anteile und stellt Klimke Butts Abraxxas weiterhin zur Verfügung.[4]

Bei den Europameisterschaften 2011 in Luhmühlen gewann sie mit FRH Butts Abraxxas erneut eine Mannschafts-Goldmedaille. Sie selbst war auch auf Einzelmedaillenkurs, jedoch zeigte Abraxxas erneut Probleme im Springparcours. Sie kam in der Endwertung auf Rang elf und kommentierte dies mit dem Worten „Sechs um - so schlecht ist er noch nie gesprungen“.

Neben dem „großen Sport“ widmet sie sich der Ausbildung von Nachwuchspferden, mit denen sie erfolgreich am Bundeschampionat und am Nürnberger Burgpokal teilnimmt. Ein Beispiel hierfür ist Damon Hill NRW, der heute von ihrer ehemaligen Schülerin Helen Langehanenberg geritten wird.[5]

Zudem war sie mehrere Jahre Stützpunktrainerin für die westfälischen Nachwuchsdressurreiter, war als Ausbilderin bei Meisterlehrgängen an der Westfälischen Reit- und Fahrschule tätig. Sie ist Vorstandsmitglied im Deutschen Reiter- und Fahrerverband und des Westfälischen Pferdemuseums. Ingrid Klimke gibt zahlreiche Lehrgänge im In- und Ausland und ist Referentin bei Seminaren.[6]

Sie legt viel Wert darauf, ihre Pferde gemäß der klassischen Reitlehre auszubilden und ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Klimke, die heute Pferdewirtschaftsmeisterin ist, wurde Anfang 2012 beim großen Reitturnier in ihrer Heimatstadt Münster als zweite Frau überhaupt der Titel Reitmeister verliehen. Dieser wird für langjährige herausragende Ergebnisse als Ausbilder von Spitzenreitern und -pferden sowie nachahmenswertes Engagement für den Reitsport verliehen.[6]

[Bearbeiten] Größte Erfolge

Ingrid Klimke und FRH Butts Abraxxas bei der Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter 2011 (Teilprüfung Dressur)
Olympische Spiele (Vielseitigkeit)
  • 2000, Sydney: mit Sleep Late 4. Platz mit der Mannschaft (Teilnehmer der Teamwertung zählten nicht für die Einzelwertung)
  • 2004, Athen: mit Sleep Late 4. Platz mit der Mannschaft, in der Einzelwertung ohne Wertung
  • 2008, Hongkong: mit FRH Butts Abraxxas Gold mit der Mannschaft, 5. Platz in der Einzelwertung
Weltreiterspiele
  • 2006, Aachen: mit FRH Butts Abraxxas Gold mit der Mannschaft und 34. Platz in der Einzelwertung
  • 2010, Lexington KY: mit FRH Butts Abraxxas 5. Platz mit der Mannschaft und 13. Platz in der Einzelwertung
Europameisterschaften
  • 1999, Luhmühlen: mit Sleep Late 39. Platz in der Einzelwertung
  • 2005, Blenheim: mit Sleep Late 12. Platz in der Mannschaftswertung, Bronze in der Einzelwertung
  • 2007, Pratoni del Vivaro: mit FRH Butts Abraxxas 7. Platz in der Mannschaftswertung und 10. Platz in der Einzelwertung
  • 2009, Fontainebleau: mit FRH Butts Abraxxas 8. Platz in der Mannschaftswertung, in der Einzelwertung ausgeschieden
  • 2011, Luhmühlen: Gold in der Mannschaftswertung und 11. Platz in der Einzelwertung
Deutsche Meisterschaften
  • Vielseitigkeit:
    • Gold: 1999 und 2000 mit Sleep Late, 2001 mit Robinson's Concord, 2009 mit FRH Butts Abraxxas
    • Bronze: 1993 mit Grand Prix, 2004 mit Robinson's Concord, 2010 mit FRH Butts Abraxxas
    • 5. Platz: 1992 mit Grand Prix
  • Dressur:
    • 5. Platz: 2001 mit Nector van het Carelshof
CCI 4*-Prüfungen
  • 2. Platz CCI4* Badminton 2006 mit Sleep Late
  • 2. Platz CCI4* Luhmühlen 2010 mit FRH Butts Abraxxas
weitere
  • 1. Platz Weltmeisterschaft der 6-jährigen Dressurpferde 2006 mit Damon Hill
  • 1. Platz Weltmeisterschaft der 7-jährigen Vielseitigkeitspferde 1998 mit Sleep Late[7][8]
  • 7. Platz Weltcupfinale Dressur 2002 mit Nector van het Carelshof[9]

[Bearbeiten] Pferde

aktuelle Turnierpferde
ehemalige
  • Pinot (* 1977, † ?), brauner Trakehner Hengst, Vater: Waldzauber, Muttervater: Tornado I[11][12][13]
  • Grand Prix (* 1981, † 2004), brauner Trakehner Hengst, Vater: Swazi xx, Muttervater: Schwalbenflug[14][15][16]
  • Robinson's Concord (* 1990), dunkelbrauner Holsteiner Wallach, Vater: Chromatic xx, Muttervater: Thuswin[17]
  • Sleep Late (* 1991), Britischer Sportpferde-Schimmelwallach, Vater: Kuwait beach xx, Muttervater: Evening Trial xx
  • Windfall (* 1992), dunkelbrauner Trakehner Hengst, Vater: Habicht, Muttervater: Madruzzo, später Olympiapferd von Darren Chiacchia[18][19]
  • Nector van het Carelshof (* 1990), brauner Belgischer Warmblut-Wallach, Vater: Randel Z, Muttervater: Lombard, ab 2003 von Fiona Bigwood geritten, aus dem Sport verabschiedet[20][21][22]

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Bücher

[Bearbeiten] DVDs

  • Ingrid Klimke - Grundausbildung für Reitpferde 1-3 (DVD-Set)
  • Ingrid Klimke - Ausbildung für Dressurpferde 1
  • Ingrid Klimke - Erfolg durch Fitness

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Ingrid Klimke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Ingrid Klimke: 'Ich konnte eher Reiten als Laufen', frauennrw.de / Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (Artikel aus dem Jahr 2008)
  2. Tochter für Ingrid Klimke, Reiter Revue International, 9. März 2010
  3. Porträt über Ingrid Klimke, Buschreiter.de (siehe Weblinks)
  4. Abraxxas bleibt bei Ingrid Klimke: Madeleine Winter-Schulze als Sponsorin, Reiter Revue International, 9. März 2009
  5. Damon Hill und Ingrid Klimke kein Paar mehr, 19. Mai 2010
  6. a b Reitmeistertitel für Ingrid Klimke, Uta Helkenberg / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 14. Januar 2012
  7. Starporträt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
  8. FEI-Kurzbiografie
  9. Finale FEI Wereldbeker Dressuur 2001/2002
  10. FEI-Pferdedatenbank:
  11. Artikel über den Hengst Waldzauber und seine Nachkommen
  12. Abstammung von Pinot, sporthorse-data.com
  13. Abstammung von Pinot, allbreedpedigree.com
  14. Abstammung von Grand Prix, HorseTelex.de
  15. Artikel zum Trakehner Hengst Grand Prix
  16. Hengstportrait: Grand Prix
  17. FEI-Pferdedatenbank: Robinson's Concord
  18. FEI-Pferdedatenbank: Windfall 2
  19. berühmter Trakehner: Windfall, trakehnerpfer.de
  20. FEI-Pferdedatenbank: Nector vh Carelshof
  21. Abstammung von Nector van het Carelshof, HorseTelex.de
  22. Nector van het Carelshof Sold to Fiona Bigwood, Eurodressage, 19. Dezember 2002 (englisch)


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