Ingrid von Schweden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ingrid von Schweden und Dänemarks Kronprinz Friedrich frisch verlobt 1935
Prinzessin Ingrid und Bruder Prinz Bertil von Schweden im Jahr 1916
Prinzessin Ingrid und Bruder Prinz Bertil von Schweden im Jahr 1916

Ingrid von Schweden (voller Name: Ingrid Victoria Sofia Louise Margareta von Schweden; * 28. März 1910 in Stockholm; † 7. November 2000 in Schloss Fredensborg) war die Tochter des schwedischen Königs Gustav VI. Adolf und der britischen Prinzessin Margaret von Connaught. Sie heiratete 1935 den späteren dänischen König Frederik IX. und war an seiner Seite von 1947 bis 1972 dänische Königin.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Als Zehnjährige verlor Ingrid ihre Mutter, die ihr sehr nahe stand. Ihre Stiefmutter Louise Mountbatten, die an der Seite von Ingrids Vater 1950 Königin von Schweden wurde, konnte den Verlust nicht ersetzen.

Ingrid erhielt eine umfangreiche Ausbildung in Geschichte, Kunstgeschichte und Staatswissenschaften und lernte mehrere Sprachen. Ihre Kenntnisse in Kunst und Kultur wurden durch längere Aufenthalte in Paris und Rom vertieft. Außerdem unternahm sie früh eine ausgedehnte Orientreise.[1]

Bedeutung in Dänemark[Bearbeiten]

Nach der Hochzeit mit dem späteren dänischen König Frederik IX. strebte Ingrid danach, eine ausgeprägt dänische Königin zu werden: sie lernte perfekt Dänisch und beschäftigte sich intensiv mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Dänemark.[1] Eine besondere Liebe entwickelte sie für den Landesteil Sønderjylland, wo Ingrid und Frederik ab 1935 die Residenz Schloss Gravenstein unterhielten (dänisch: Gråsten Slot).

Als Königin ab 1947 nahm sie grundsätzlich an allen Staatsbesuchen ihres Mannes teil sowie an den zahlreichen Reisen nach Grönland und auf die Färöer. Ingrid gelang es, traditionelle repräsentative Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig als moderne Frau aufzutreten. Sie befürwortete die weibliche Thronfolge und bereitete ihre Tochter Margrethe auf ihre spätere Rolle als Königin vor. Dass sich so viele Dänen bei der Volksabstimmung von 1953 für die weibliche Thronfolge aussprachen, wird auch darauf zurückgeführt, dass Ingrid die Rolle einer Königin an der Seite ihres Mannes mit viel Charme und Talent ausfüllte.[2]

Neben zahlreichen sozialen Projekten galt ihr großes Interesse Kunst, Kultur und Architektur. Sie arbeitete daran mit, Schloss Fredensborg bei der Renovierung in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen und die Parkanlagen von Fredensborg und Gravenstein zu Gartenkunstwerken umzuformen.[2]

In der Zeit der deutschen Besatzung in Dänemark ermutigte Ingrid ihren Schwiegervater, König Christian X., seine täglichen Ausritte durch Kopenhagen fortzusetzen, die in den ersten Kriegsjahren zu einem wichtigen nationalen Symbol wurden. Ein weiterer Akt der Solidarität mit der notleidenden Bevölkerung bestand darin, dass Ingrid und ihr Mann während des Krieges vom Wagen auf das Fahrrad umstiegen, was auch ihre Modernität unterstrich. Die Geburt ihres ersten Kindes Margrethe 1940 wurde zu einem weiteren wichtigen Symbol, das in der dunklen Kriegszeit nationale Identität stiftete.[1]

Nach dem Tod ihres Mannes 1972 lebte Ingrid noch 28 Jahre als Witwe auf Schloss Gravenstein, im Palais Brockdorff auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen und auf Schloss Fredensborg. Während dieser Zeit nahm sie noch repräsentative Pflichten wahr und setzte vor allem ihr umfangreiches Engagement in sozialen Organisationen fort.[3]

Als Königin Ingrid am 7. November 2000 auf Schloss Fredensborg verstarb, waren ihre drei Töchter sowie ihre zehn Enkel dort versammelt.[4] Beigesetzt wurde sie in der königlichen Gruft im Dom zu Roskilde bei Kopenhagen.

Kinder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Grethe Jensen: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000, S. 98-100: INGRID

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ingrid von Schweden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Grethe Jensen: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. ISBN 87-00-45504-0. S. 98.
  2. a b Grethe Jensen: Danmarks dronninger. In: Danske dronninger i tusind år. Herausgegeben von Steffen Heiberg. Gyldendal Verlag, Kopenhagen 2000. ISBN 87-00-45504-0. S. 100.
  3. KVINFO, dänisches biografisches Lexikon
  4. Rheinische Post Online
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin Königin von Dänemark
1947–1972
Margrethe II.