Inkatha Freedom Party

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Inkatha Freedom Party (IFP) ist eine politische Partei in Südafrika.

Sie wurde 1975 von Mangosuthu Buthelezi gegründet und wird noch immer von ihm geführt. Zur Gründung verwendete der Zulu-Führer Buthelezi die Strukturen einer kulturellen Organisation der Zulu, die bereits seit den 1920er-Jahren bestand. Die Partei entstand im KwaZulu-Homeland. Noch heute sind die Mitglieder der Partei meist Zulu, auch wenn die Partei offen ist für Personen sämtlicher ethnischer Gruppierungen.

Die Inkatha Freedom Party versteht sich als antikommunistisch und als Gegenpartei zum African National Congress (ANC). Während der Zeit der Apartheid suchte sie anders als der ANC punktuell die Zusammenarbeit mit der weißen Regierung.

Die entgegenstehenden Positionen von ANC und Inkatha führten insbesondere ab 1989 zu gegenseitigen Übergriffen und Kämpfen beider Seiten. Die folgenden Unruhen kosteten rund 7.000 Menschen das Leben. Erst als es Nelson Mandela 1994 gelang, Buthelezi in die neue Regierung einzubinden, hörten die Unruhen auf.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Prozent Sitze
1994 10,5 % 43
1999 8,9 34
2004 6,97 28
2009 4,55 % 18

Von 1994 bis 2004 war die Inkatha jeweils drittstärkste Partei und auch an der Regierung beteiligt. In der Provinz KwaZulu-Natal stellte sie von 1994 bis 2004 den Premierminister. Bei der landesweiten Wahl 2009 verlor sie erheblich an Stimmen und wurde mit 4,55 % der Stimmen nur noch viertstärkste Kraft hinter der neu gegründeten ANC-Abspaltung Congress of the People.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Kaußen: Von der Apartheid zur Demokratie. Die politische Transformation Südafrikas. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-531-14112-0, (Zugleich: Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2003).
  • Smilo Mathy: Systemwechsel in Südafrika. Interessen, Strategien und Einfluss der Inkatha-Bewegung im Transformationsprozess (= Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Ruhr-Universität Bochum. Materialien und kleine Schriften 167). Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Bochum 1998, ISBN 3-927276-53-7.
  • Hans Maria Heyn: Einflussmöglichkeiten von Oppositionsparteien im einparteiendominanten politischen System am Beispiel Südafrikas. Berlin, 2010 (Berlin, Freie Univ., Diss., 2009).

Mediale Rezeption[Bearbeiten]

Die seit Mitte der 1980er Jahre sich zuspitzenden politischen Konflikte zwischen Inkatha Freedom Party und dem African National Congress in Natal und Transvaal werden mit dem Spielfilm The Bang Bang Club thematisiert. In diese bewaffneten und blutigen Unruhen mit unzähligen Toten waren auch Selbstverteidigungskräfte einiger Tonwnships und ehemalige Mitglieder von Koevoet verwickelt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SAIRR: Race Relations Survey 1991/92. Johannesburg 1992, S. lxiii bis lxvi