Innere Kampfkünste

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Mit dem Begriff innere Kampfkünste (chinesisch 內家拳Pinyin Nèijiāquán, kurz neijia) werden einige Stile der chinesischen Kampfkünste bezeichnet, die der Legende nach aus den Wudang-Bergen stammen und auf einen gemeinsamen Ursprungsstil zurückgehen sollen. Der Begriff wird verwendet, um diese Stile von den äußeren Stilen (chinesisch 外家拳Pinyin Wàijiāquán, kurz waijia) abzugrenzen, die vom Shaolin Kung Fu abstammen sollen.

Der Legende nach wurde der ursprüngliche Stil des Neijiaquan vom daoistischen Unsterblichen Zhang Sanfeng in den Wudang-Bergen (Wudang Shan) entwickelt, als er den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtete. Die Schlange wich dem Kranich dabei immer wieder aus, bis der Kranich erschöpft aufgeben musste.

Historisch sind der Begriff Neijiaquan und seine Verbindung zu Zhang Sanfeng zum ersten Mal nachweisbar in der 1669 verfassten „Grabrede auf Wang Zhengnan“ von Huang Zongxi (1610–95). Dort wird „der daoistische Unsterbliche Zhang Sanfeng vom Berg Wudang Shan, Begründer der Inneren Schule des Kampfes“ erwähnt.

Eine Gruppe von Kampfkünstlern um Huo Yuanjia und Sun Lutang in Peking beschäftigte sich dann Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Geschichte der chinesischen Kampfkünste als chinesisches Kulturgut. Sie identifizierten die Kampfkünste Taijiquan, Baguazhang sowie Xingyiquan als Nachkommen des ursprünglichen Stiles von Zhang Sanfeng, und bezeichneten sie mit dem Begriff Neijiaquan (Kampfkünste der inneren Familie). Im Gegensatz dazu verwendeten sie den Begriff Wàijiāquán (Kampfkünste der äußeren Familie), um damit die Stile zu bezeichnen, die vom Shaolin Kung Fu abstammen sollen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde diese Einteilung in innere und äußere Kampfkünste sehr populär.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Innere Kampfkünste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien