Institut der Wirtschaftsprüfer

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Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) mit Sitz in Düsseldorf ist ein eingetragener Verein, der die Arbeit der Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften fördert und unterstützt, Aus- und Fortbildung anbietet sowie die Interessen des Berufsstands der Wirtschaftsprüfer vertritt. Die Mitgliedschaft für Wirtschaftsprüfer ist freiwillig. Nach eigenen Angaben hat das IDW zum 1. Januar 2014 13.191 ordentliche Mitglieder. Diese setzen sich aus 12.145 Wirtschaftsprüfern (ca. 83,58 % aller Wirtschaftsprüfer) und 1.046 WP-Gesellschaften sowie vierzehn Ehrenmitgliedern zusammen.[1] Seit 2002 ist WP/StB Klaus-Peter Naumann der Sprecher des Vorstands.

Geschichte[Bearbeiten]

1932 entstand das Institut der Wirtschaftsprüfer in Berlin aus der Umbenennung des Instituts für das Revisions- und Treuhandwesen. Das Institut war eine private Vereinigung, deren Ziel es war, sich zu einer Berufsvertretung zu entwickeln. Am 19. Februar 1933 fand die erste Jahresversammlung statt. Ein Jahr später wurde es für Wirtschaftsprüfer Pflicht, Mitglied des IDW zu sein. Am 23. März 1943 wurde das IDW faktisch aufgelöst und in die Reichskammer der Wirtschaftstreuhänder eingegliedert, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Oktober 1945 wieder aufgelöst wurde.

1946 bildeten sich in Deutschland einzelne Institute neu, und die Verbände in der britischen Besatzungszone schlossen sich im selben Jahr zum Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. mit 440 freiwilligen Mitgliedern zusammen. In den nächsten Jahren gründeten sich weitere Landesvertretungen. Nach Düsseldorf zog der Verein 1948. Am 18. September 1950 wurde mit der Verlagsbuchhandlung des Instituts der Wirtschaftsprüfer ein eigener Verlag als GmbH gegründet.

1954 war das IDW Gründungsmitglied der Union Europénne des Experts Comptables Economiques et Financiers, im gleichen Jahr wurde der Name des Vereins in Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. geändert. Erstmals bot das IDW 1966 Vorbereitungslehrgänge für das Wirtschaftsprüferexamen an. Der Verlag firmiert seit 1972 als IDW-Verlag GmbH. Als 1973 das IASC und 1977 die International Federation of Accountants gegründet wurden, war das IDW jeweils erneut als Gründungsmitglied beteiligt.

Verlautbarungen[Bearbeiten]

Das Institut der Wirtschaftsprüfer legt in den Verlautbarungen die Berufsauffassung dar, nach der Wirtschaftsprüfer unbeschadet ihrer Eigenverantwortlichkeit ihrer Tätigkeit nachgehen. IDW-Verlautbarungen existieren als

  • IDW-Prüfungsstandards (IDW PS)
  • IDW Stellungnahmen zur Rechnungslegung (IDW RS)
  • IDW Standards (IDW S)
  • IDW Prüfungshinweise (IDW PH)
  • IDW Rechnungslegungshinweise (IDW RH)
  • IDW Praxishinweise
  • IDW Steuerhinweis
  • IDW Fragen & Antworten zu IDW Prüfungsstandards (F&A IDW PS)
  • IDW Fragen & Antworten zu IDW Standards (F&A IDW S)
  • IDW Verlautbarungen bis 1998
  • Gemeinsame Stellungnahmen mit der Wirtschaftsprüferkammer
  • Sonstige Verlautbarungen/Eingaben.

IDW Prüfungsstandards, IDW Stellungnahmen zur Rechnungslegung und IDW Standards werden zunächst als Entwurf durch die Gremien des IDW verabschiedet und dem Berufsstand sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Meinungsäußerung zur Verfügung gestellt. Die Entwürfe sind erkennbar am vorangestellten "E" vor den Abkürzungen RS, PS und S. Die endgültigen Verlautbarungen (ohne sonstige Verlautbarungen) werden als Loseblattausgabe und in elektronischer Form im IDW Verlag publiziert.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. IDW - Stand 1. Januar 2014