Institut für Publizistik

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Das Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eines der großen Institute für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Deutschland. Es wurde 1966 von Elisabeth Noelle-Neumann gegründet, die schon 1964 ihre Lehrtätigkeit an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät aufgenommen hatte und ein Jahr später zur Professorin ernannt worden war.[1] Das Institut hat seither zahlreiche Professoren hervorgebracht, die an Universitäten in Deutschland und im Ausland lehren.[2] Wissenschaftler des Instituts publizieren regelmäßig in den einschlägigen nationalen und internationalen Fachzeitschriften. Buchpublikationen der Gründerin und anderer Professoren des Instituts sind in mehreren Sprachen erschienen. 2011 sind am Institut für Publizistik zehn Professorinnen und Professoren, vier Honorarprofessoren und 24 wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. Geschäftsführende Leiterin des Instituts ist Birgit Stark.

Geschichte[Bearbeiten]

Erster Wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Noelle-Neumann an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz war seit 1964 Winfried Schulz. Ab 1966 war die Promotion mit publizistikwissenschaftlichen Themen im Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften möglich. Publizistik wurde Wahlfach für die Prüfung zum Diplom-Volkswirt und Diplom-Handelslehrer. Im Jahr 1968 wurde Publizistik zum Hauptfachstudium an der Philosophischen Fakultät mit den Abschlussmöglichkeiten Magister Artium und der Promotion zum Dr. phil. Ab 1970 war Hans Mathias Kepplinger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik.

Während der Studierendenunruhen Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre besetzten Studierende vier Tage lang das Institut, um mehr studentische Mitbestimmung durchzusetzen. Daraufhin wurde die sogenannte Fachkommission Publizistik eingerichtet, an der auch Vertreter der Studierenden beteiligt waren. Erstmals legte 1971 eine Hauptfach-Studentin das Magisterexamen am Institut ab. 1972 wurde das Institut in den neugegründeten Fachbereich 12 - Sozialwissenschaften - eingegliedert. Jürgen Wilke wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter. Das Institut zog 1993 in den Sonderbau II der Universität am Colonel-Kleinmann-Weg 2, wo es bis zum Sommer 2013 untergebracht war. Das neue Domizil des Instituts ist das neu errichtete Georg-Forster-Gebäude[3] zwischen Universitätsbibliothek und Philosophicum auf dem Mainzer Campus.[4]

Zum Sommersemester 2002 wurde der Diplomstudiengang Medienmanagement unter Leitung von Heinz-Werner Nienstedt, ehemals Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt-Gruppe, ins Lehrprogramm des Instituts für Publizistik aufgenommen. Der Aufbaustudiengang Journalistik wurde zum Wintersemester 2002/2003 in den Masterstudiengang Journalismus umgewandelt.

Zu Beginn des Jahres 2005 feierte das Institut für Publizistik mit einem zweitägigen Symposium sein 40-jähriges Bestehen. Ab 2006 bereitete das Institut für Publizistik sich auf die im Rahmen des Bologna-Prozesses geplante Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen vor. Deren Einführung erfolgte schließlich ab dem Wintersemester 2008/09.[5]

Forschung[Bearbeiten]

Das Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorgebracht, die im In- und Ausland als Professorinnen und Professoren tätig sind. Eine Studie von Michael Meyen aus dem Jahr 2004 bescheinigt dem Institut für Publizistik eine führende Rolle bei der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern: "Das erst seit Mitte der 1960er Jahre bestehende Institut für Publizistik in Mainz hat dabei die drei 'Gründungsinstitute' des Faches im westlichen Nachkriegsdeutschland - Münster, München und Berlin - überholt. Dies wird noch deutlicher, wenn man die Analyse auf Professoren beschränkt, die nach 1945 geboren sind. Dann stehen sieben 'Mainzern' nur noch vier 'Berliner' gegenüber."[6] In einer Untersuchung zur institutionellen Herkunft der Autorinnen und Autoren von Beiträgen der beiden deutschsprachigen Fachzeitschriften Publizistik und Rundfunk und Fernsehen in den Jahren 1983 bis 1997 belegte das Mainzer Institut durchgehend den ersten Platz.[7]

International arbeiten unter anderem folgende früher in Mainz tätige Wissenschaftler:

  • José Carlos Del Ama Gonzalo (Central Connecticut State University)
  • Simone Ehmig (Leiterin des Centre for Applied Research in Communication and Health am Institute of Health Communication der Università della Svizzera italiana in Lugano)
  • Frank Esser (früher Columbia, USA, jetzt Zürich)

Hans Mathias Kepplinger verbrachte 2005 ein Semester am Joan Shorenstein Center on the Press, Politics and Public Policy der John F. Kennedy School of Government in Harvard. Jürgen Wilke ist Professor honoris causa der Fakultät für Journalistik der Lomonossow-Universität in Moskau.[8]

Lehre[Bearbeiten]

Das Institut bietet Studierenden mehrere Studiengänge[9] an:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ifp.uni-mainz.de/index.php?article_id=14
  2. Wilke, Jürgen (2005): Gründung und Entwicklung des Instituts für Publizistik. In: Wilke, Jürgen (Hrsg.): Die Aktualität der Anfänge. 40 Jahre Publizistikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Köln: Von Halem. S. 13-40, hier S. 36.
  3. http://www.allgemeine-zeitung.de/region/hochschulen/mainz/12752266.htm
  4. http://www.ifp.uni-mainz.de/624.php
  5. http://www.ifp.uni-mainz.de/index.php?article_id=14
  6. Michael Meyen (2004): Wer wird Professor für Kommunikationswissenschaft und Journalistik. In: Publizistik 49, S. 194-206, hier S. 202.
  7. Brosius, Hans-Bernd (1998): Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im Profil. Wer publiziert in „Publizistik“ und „Rundfunk und Fernsehen“? In: Publizistik 46, S. 333-347.
  8. http://www.ifp.uni-mainz.de/475.php; http://www.ifp.uni-mainz.de/261.php
  9. http://www.ifp.uni-mainz.de/33.php

Weblinks[Bearbeiten]