Institute of International Finance

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Dieser Artikel behandelt den internationalen Bankenverband. Die Abkürzung IIF steht auch für
  • Information Interchange Format, ein Datenformat, das in ISO 2709 bzw. ANSI Z39.2 definiert ist

Das Institute of International Finance, Inc. (IIF) ist die einzige globale Vereinigung von Finanzinstituten. Es wurde 1983 von 38 Banken der führenden Industrienationen gegründet und dient als Lobbyorganisation der Finanzindustrie. So arbeiten 200 der 260 Experten der europäischen Kommission für Großbanken des IIF.[1] Aktuell wird das IIF vom HSBC-Chef Douglas Flint geführt. Charles Dallara ist die "rechtlich verantwortliche Person der Organisation" (Quelle [1]). Seit 2010 hat das IIF über 450 Mitglieder unter den führenden Banken[2] und beschäftigt 100 Personen. Strategie des IIF ist es, Entscheidungsträger auf der obersten Ebene (US-Präsident, Bundeskanzler) zu beeinflussen.[3]

IIF und die Finanzkrise im Euroraum[Bearbeiten]

Ein Dokument des IIF wurde nach Angaben des Wall Street Journals von Politikern als Orientierung (Roadmap) verwendet, um darüber zu entscheiden, wie groß die Beteiligung privater Banken bei einem Schuldenerlass für Griechenland sein soll. [4] Das IIF verlange demnach „zusätzliche Ressourcen der europäischen Steuerzahler“ für die Rettung Griechenlands.[5] Drei verschiedene Modelle schlägt das IIF vor:

  1. Umtausch von Anleihen: Ausstehende Anleihen sollen durch neue Anleihen, die eine niedrigere Verzinsung und längere Laufzeiten aufweisen, ersetzt werden. Abgesichert wird dies über einen von Griechenland oder vom EFSF (European Financial Stability Facility) finanzierten Fond, also europäische Steuerzahler. Die privaten Banken haben hierdurch keine direkten Verluste und darüber hinaus ein geringes Verlustrisiko.
  2. Umtausch mit Abschlag: Ausstehende Anleihen könnten von den Banken zu Preisen weit unter ihrem Wert zurückgenommen und durch neue Anleihen mit längeren Laufzeiten ersetzt werden. Die Verzinsung der Anleihen erfolgt nach Marktzins. Abgesichert wird dies ebenfalls durch den von europäischen Steuerzahlern getragenen EFSF.
  3. Rückkauf: Griechenland kauft über eine zu gründende Agentur griechische Anleihen vom Markt zurück. Finanziert werden soll das durch den EFSF oder durch Kredite anderer Staaten.

Der Vorstandsvorsitzende des IIF Josef Ackermann nahm an dem Gipfel teil, an dem die Bedingungen für die Griechenland-Rettung beschlossen wurden. Der Ökonom und Wirtschaftsweise Peter Bofinger stellte hierzu fest: Die Banken und Versicherungen steuern null Prozent zur Griechenland-Rettung bei. Sie sind der Sieger der Gipfel-Verhandlungen.' [6] Bofinger bilanzierte: Die Bankenlobby war beim Gipfel bestens vertreten. Sie haben ihre Interessen sehr gut durchgesetzt.[7]

Bisherige Vorsitzende[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2011/0825/bruessel.php5
  2. http://www.iif.com/membership/members/
  3. http://www.handelszeitung.ch/invest/der-maechtigste-herrenklub
  4. http://online.wsj.com/article/SB10001424052702303812104576441853016246930.html
  5. http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-bruessel-sucht-nach-der-grossen-loesung/60078699.html (Version vom 7. Dezember 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  6. http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/banken-beteiligen-sich-null-prozent-an-der-griechen-rettung-474476/print//
  7. http://www.makro.wiwi.uni-due.de/fileadmin/fileupload/VWL-MAKRO/Presse/2011/OEkonomen_schuetteln_den_Kopf_ueber_Banken-Beteiligung_-_WirtschaftsWoche.pdf