Instituto Nacional de Estadística y Censos

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Das Instituto Nacional de Estadística y Censos (Abkürzung INDEC, deutsch Nationales Institut für Statistik und Volkszählung) ist das argentinische Statistikamt.

Zwei der vielen Betätigungsfelder sind beispielhaft:

  • die Volkszählungen (Censos), die etwa alle zehn Jahre stattfinden. Hierbei wird über Hausbesuche mit detaillierten Befragungen nicht nur die Bevölkerungszahl, sondern auch die ethnische Zusammensetzung und die beruflichen und wohnlichen Bedingungen der Argentinier ermittelt;
  • die Encuesta permanente de hogares, eine ständig vorgenommene Umfrage, die jedoch nur auf die größten Ballungsräume Argentiniens beschränkt ist. Sie dient zur Ermittlung sozio-ökonomischer Daten wie Arbeitslosigkeit und Armutsrate. Diese Daten werden alle sechs Monate veröffentlicht.

Interventions-Affäre 2007[Bearbeiten]

Im Februar 2007, vor dem Hintergrund einer hohen Inflationsrate, wurde von Seiten der Regierung Néstor Kirchners die Beauftragte für die Ermittlung des Preisindexes ausgewechselt. Daraufhin regte sich Protest unter den Mitarbeitern des Instituts, die der Regierung vorwarfen, auf sie Druck auszuüben, im monatlichen Preisentwicklungsbericht eine niedrigere Inflationsrate als die gemessene anzugeben, also die Zahlen zu schönen. Als Folge trat der Vorsitzende des Instituts, Lelio Mármora, zurück. Im März wurde die Inflationsrate vom Institut nachträglich nach unten korrigiert, wodurch die Glaubwürdigkeit des Instituts starken Schaden nahm. Als Reaktion darauf wurde von der Wirtschaftsministerin Felisa Miceli Mitte April die Führung des Instituts erneut ausgewechselt, mit dem Ziel, die Transparenz und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.[1]

Seither kam das argentinische Statistikamt INDEC schwer in die Kritik, was die Messung der Inflationsrate angeht. Dem INDEC und der Regierung wird dabei vorgeworfen, die Teuerungsrate zu beschönigen. Einige Wirtschaftswissenschaftler gingen für 2007 von einer realen Teuerungsrate in Höhe von fast 20 %[2] bis sogar 23 %[3] aus. Dies sind 12 bis 15 Prozentpunkte mehr als die offizielle Inflationsrate von 8 %.

Eine Analyse der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universidad Nacional de Córdoba kam Anfang 2009 zu dem Ergebnis, die Inflationsrate (nach dem Konsumentenpreisindex IPC) im Jahr 2008 habe 23,05 % betragen, gegenüber den 7,2 %, die vom INDEC angegeben wurden. Ein ernstes Problem sei laut den Verfassern der Studie auch, dass sowohl der Konsumentenpreisindex als auch der ebenfalls angezweifelte Großhandelpreisindex auch Einfluss auf die offizielle Berechnung des Bruttoinlandsproduktes hätten. So habe nach den Berechnungen der UNC das reale Wirtschaftswachstum 2008 nicht 7,2 %, sondern nur 5,95 % betragen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel in La Voz del Interior
  2. Quelle: „Cómputos de la AFIP indican suba mayor, estima 20% anual (contra 8% de Moreno)“ in: Ámbito Financiero vom 1. Oktober 2007.
  3. Schätzung von Morgan Stanley, zitiert in: Inflation in emerging economies - An old enemy rears its head in: Economist vom 22. Mai 2008
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJorge Mauricio Oviedo: ¿Podemos dudar sólo de la inflación que publica el Indec? La Voz del Interior, 1. Februar 2009, abgerufen am 1. Februar 2009.

-34.61045-58.37495Koordinaten: 34° 36′ 38″ S, 58° 22′ 30″ W