Intarder

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Ein Intarder (Zusammensetzung aus integriert und Retarder) ist eine von ZF entwickelte, verschleißfrei arbeitende hydrodynamische Dauerbremse für LKW und Omnibusse, die in ihrer Funktion weitgehend einem Retarder gleicht. Der Intarder wird auch Sekundärretarder genannt.

Als wesentlicher Unterschied zum Retarder, der meist außen am Getriebe angeflanscht ist und auch im Antriebsstrang frei platziert werden kann (z. B. vor dem Hinterachsdifferenzial oder in Anhängern/Sattelaufliegern, dann meist als elektrodynamischer Retarder), ist der Intarder zumindest teilweise mit im Getriebe verbaut, mit dem er einen gemeinsamen Ölhaushalt hat und über dessen Kühlwasserkreislauf er die Wärme abführt. Mittels eines Drehmomentwandlers (bekannt aus dem Automatikgetriebe), gerät eine von der eingelegten Bremsstufe abhängige Ölmenge unter Druck und wird durch die vom Rotor wirkende Zentrifugalkraft in den Stator geleitet, der den Ölstrom wieder abbremst. Diese Bremskraft wird wiederum über Planetenradsätze an den Abtriebsflansch des Schaltgetriebes abgegeben, womit die Drehzahl der Kardanwelle reduziert wird.

Die Bremswirkungen des Intarders können über die jeweiligen Motordrehzahlen unterschiedlich sein. Üblicherweise wird die Bremswirkung bei höheren Drehzahlen besser. Ein Intarder kann zudem kompakter gebaut werden, da er mit kleineren Turbinenrädern auskommt, die gegenüber der Gelenkwelle höhere Drehzahlen erzeugen. Beim Retarder-Hersteller Voith werden sie unter anderem auch „Inline-Retarder“ genannt und sind direkt an das Getriebe angebaut. Eine Weiterentwicklung des Intarders ist der Pritarder von MAN oder Aquatarder von Voith, die mit Kühlwasser arbeiten und gegenüber einem Intarder mit bis zu 150 kg nur 32 kg wiegen.

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]