Intelligenter Zähler

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Ein „intelligenter“ Zähler, auch englisch Smart meter genannt, ist ein Zähler für Energie, z. B. Strom oder Gas, der entsprechend der Definition des § 21d EnWG (Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung) dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit anzeigt und in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Solche intelligenten Zähler sind schon seit den 1990er Jahren vor allem für Großkunden in Betrieb, werden aber seit ungefähr 2010 auch für Privathaushalte angeboten. Modellabhängig können intelligente Zähler die erhobenen Daten automatisch an das Energieversorgungsunternehmen übertragen, was diesem eine intelligente Netz- und Ressourcensteuerung ermöglichen soll.

Intelligente Zähler sind mit den dafür nötigen Übertragungsvorgängen und damit verbundenen Dienste in intelligenten Stromnetzen (englisch Smart Grid) zusammengefasst. Neben intelligenten Stromzählern gibt es auch intelligente Zähler für den Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauch.

Intelligenter Stromzähler

Gesetzeslage[Bearbeiten]

Die Umsetzung des Smart-Metering-Ansatzes wird auf mehreren Ebenen gesetzlich bestimmt. Für die Mitgliedsländer der Europäischen Union sind dies die Richtlinien der EU sowie ihre nationalen Gesetze. Andere Staaten betreiben den Ansatz nach individuellen nationalstaatlichen Regelungen.

Europäische Regelungen[Bearbeiten]

Eine der Grundlagen für Smart Metering ist die Europäische Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen (EDL 2006/32/EG) Artikel 13, in welcher es heißt: „Die Abrechnung auf der Grundlage des tatsächlichen Verbrauchs wird so häufig durchgeführt, dass die Kunden in der Lage sind, ihren eigenen Energieverbrauch zu steuern“.[1] Die Richtlinie richtete sich auf die Förderung des Einsatzes von mehrdirektionalen elektronischen Messeinrichtungen. Die Einbeziehung von allen Beteiligten der Energieerzeugung, Übertragung und des Verbrauchs soll eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen fördern. Weiteres Ziel war, den Verbrauchern zumindest vierteljährliche Energieverbrauchsdaten zur Verfügung stellen zu können, damit diese stärker ihren eigenen Verbrauch kontrollieren und steuern können.

Deutsche Gesetzeslage[Bearbeiten]

In Deutschland wird in § 21c EnWG[2] der Einbau intelligenter Zähler („Messeinrichtungen […], die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln“) für Neubauten und grundsanierte Gebäude[3] seit dem 1. Januar 2010 vorgeschrieben. Darüber hinaus sollen seit dem 30. Dezember 2010 gemäß § 40 (5) EnWG[4] dem Endverbraucher zusätzlich Tarife angeboten werden, die einen Anreiz zur Energieeinsparungen (hier Elektrizität) oder eine Steuerung des Energieverbrauchs zum Ziel haben. Dies „sind insbesondere lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife“, meist werden sie als Zwei-Tarif-Modell (HT/NT) angeboten. Eine weitere gesetzliche Grundlage für die Umsetzung des Smart-Metering-Ansatzes liegt in der Messzugangsverordnung (MessZV).[5] Diese Verordnung regelt im liberalisierten Energiemarkt die Voraussetzungen und Bedingungen des Messstellenbetriebs und der Messung von Energie.

Anwendungsbereiche[Bearbeiten]

Elektrische Energie[Bearbeiten]

Prominentestes Beispiel sind die intelligenten Stromzähler, die in der Minimalversion die aktuelle Leistung, darüber hinaus auch den Verbrauch der letzten 24 Stunden, Woche, Monat, Jahr anzeigen und/oder mit einem Kommunikationsmodul ausgestattet sind.[6][7] Über dieses Modul kann dem Versorger der Zählerstand in verschiedenen Zeitrastern übermittelt werden und dem Kunden über ein Webportal visualisiert werden.

Erdgas[Bearbeiten]

Für den Erdgasbereich sind (Stand Ende 2009) ähnliche Varianten angedacht wie oben für die Stromzähler aufgeführt. Ebenfalls angedacht ist die Einführung von Zählern, die statt der üblichen Kubikmeter direkt den Verbrauch in Kilowattstunden angeben. Hierfür ist jedoch eine bidirektionale Kommunikation nötig, da sich die Gaszusammensetzung (Brennwert) ändern kann und dieser Wert in Echtzeit im Zähler (bzw. der Umrechnungselektronik) nachgepflegt werden müsste.

Fernwärme[Bearbeiten]

Für den Einbau entsprechender Zähler für Wasser und Fernwärme gibt es keine gesetzliche Verpflichtung. Für Versorger ist der Einbau dortiger kommunikativer Zähler primär dann interessant, wenn für Strom- oder Gaszähler sowieso eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden muss und so die manuelle (Jahres-)Ablesung mehrerer Zähler entfallen kann. Als optionaler Kundenservice wird hier über eine maximal zum Beispiel stundenweise Aufzeichnung bzw. Übertragung der Werte nachgedacht.

Wasser[Bearbeiten]

Für den Einbau anstelle der bisherigen Wasserzähler gibt es auch Smart Meter für Wasser.

Einführung intelligenter Zähler[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Intelligenter Stromzähler US-amerikanischer Bauart

In Italien, Schweden, Kanada, den USA, der Türkei, Australien, Neuseeland und den Niederlanden wurden intelligente Zähler bereits in größerem Umfang installiert bzw. ihre Einführung beschlossen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Zählermärkte in all diesen Ländern für den Wettbewerb geöffnet sind – in Ländern wie Schweden etwa wurden elektronische Stromzähler verpflichtend vom Netzbetreiber eingeführt.

Europäische Union[Bearbeiten]

Die Europäische Union hat in der EU-Richtlinie 2006/32/EG zur Endenergieeffizienz und zu Energiedienstleistungen vom 5. April 2006 beschlossen, dass in allen Mitgliedsstaaten, soweit technisch machbar, finanziell vertretbar und im Vergleich zu den potentiellen Energieeinsparungen angemessen, alle Endkunden in den Bereichen Strom, Erdgas, Fernheizung und/oder -kühlung und Warmbrauchwasser individuelle Zähler zu wettbewerbsorientierten Preisen erhalten sollen, die den tatsächlichen Energieverbrauch des Endkunden und die tatsächliche Nutzungszeit anzeigen.

Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland ist der Einbau von intelligenten Energiezählern nach dem EnWG inzwischen Pflicht: (PDF; 455 kB)

Messstellenbetreiber haben nämlich nach den Anforderungen des § 21c EnWG

  • in Gebäuden, die neu an das Energieversorgungsnetz angeschlossen werden oder einer größeren Renovierung [...] unterzogen werden,
  • bei Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch größer 6 000 Kilowattstunden,
  • bei Anlagenbetreibern nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Koppelungsgesetz bei Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 7 Kilowatt jeweils Messsysteme einzubauen, die den Anforderungen nach § 21d und § 21e EnWG genügen, soweit dies technisch möglich ist,
  • in allen übrigen Gebäuden Messsysteme einzubauen, die den Anforderungen nach § 21d und § 21e EnWG genügen, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.

Seit 2005 ist das Zählwesen in Deutschland liberalisiert, die Messung wurde im September 2008 für den Wettbewerb geöffnet.

Pilotprojekte[Bearbeiten]

Derzeit werden deutschlandweit Smart Meter in Pilotprojekten bei Energieversorgern getestet, z. B. bei acteno[8] EnBW[9], Vattenfall[10] und auch RWE.[11] Yello Strom[12] und Discovergy bieten als bisher einzige Anbieter diesen Zähler deutschlandweit an.

2008 haben die Stadtwerke Haßfurt GmbH in Haßfurt mit der bundesweit ersten Markteinführung von digitalen Zählern der EVB Energy Solutions GmbH begonnen.[13] Die Einführung von 10.000 Smart Meter wurde Ende 2010 fertiggestellt.  

Österreich[Bearbeiten]

Jeder Netzbetreiber hat bis Ende 2015 10 %, bis Ende 2017 mindestens 70 %, und bis Ende 2019 mindestens 95 % aller an dessen Netz angeschlossenen Zählpunkte als gemäß § 7 ElWOG 2010 und der Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO 2011 – IMA-VO 2011 entsprechende intelligente Messgeräte auszustatten.[14]

Messstellenbetreiber[Bearbeiten]

Für die Messstelle ist es nach § 21b Energiewirtschaftsgesetz vom 7. Juli 2005 nun möglich, dass Messeinrichtungen in der Energiewirtschaft (zum Beispiel Stromzähler, Gaszähler) von unabhängigen dritten Messstellenbetreibern eingebaut und betrieben werden können. Dieses Recht hatte bisher nur der Verteilnetzbetreiber. Das politische Ziel ist es, einen freien Markt für diese Dienstleistung zu schaffen, der im Interesse des Kunden zu sinkenden Messentgelten führen soll. Der Messstellenbetreiber hat mit dem Netzbetreiber einen Messstellenbetreibervertrag zu schließen, in welchem unter anderem Folgendes geregelt ist:

  • Beschreibung der Prozesse beim Zählerwechsel (zum Beispiel Fristen, Inbetriebnahme);
  • Anforderungen an den Messstellenbetreiber (unter anderem Anmeldung beim Eichamt, Beherrschung der Technologie bei der Zählermontage);
  • technische Anforderungen an die Messeinrichtung.

Die am 7. November 2012 im Bundesgesetzblatt veröffentlichte (BGBl. 2012 I, S. 2278) Managementprämienverordnung(kurz MaPrV)[15] besagt, dass Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von regenerativer Energie aus solarer Strahlungsenergie und Windenergie zum Erhalt der erhöhten Managementprämie ab 1. Januar 2013 die Anlagen mit einer Fernsteuerbarkeit ausrüsten müssen. Dies dient der besseren Integration von fluktuierenden Energieträgern in den Markt[16]. Laut Managementprämienverordnung "[...] muss die Abrufung der Ist-Einspeisung und die ferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung nach Absatz 1 über das Messsystem erfolgen [...]"[17]. Damit kümmert sich der Messstellenbetreiber um einen weiteren Bereich.

Für den Aufbau und Betrieb der Messeinrichtung erhält der Messstellenbetreiber ein Monatsentgelt. Dieses kann er entweder direkt vom Kunden oder, wenn so vereinbart, von dessen Energielieferanten erheben. Die Zahlung des Messentgelts an den Netzbetreiber entfällt bei Beauftragung eines Messstellenbetreibers. Ein Messdienstleister ist ein Subunternehmer des Messstellenbetreibers und übernimmt Teile dessen Aufgabenspektrums. Der Messdienstleister tritt unter dem Namen des Messstellenbetreibers auf, besitzt jedoch nicht den Zähler.

Vorteile[Bearbeiten]

Ein intelligenter Zähler meldet Verbrauchswerte an den Versorger, dadurch entfällt die jährliche Ablesung, weiterhin kann der Versorger eine kurzfristigere (zum Beispiel monatliche) Rechnungsstellung gemäß dem tatsächlichen Verbrauch vornehmen und Tarifänderungen schneller berücksichtigen. Der Kunde kann durch Lastverschiebung in Nebenzeiten mit günstigeren Tarifen (s.a. intelligenter Stromverbrauch) finanzielle Vorteile erhalten.[18]

Eine von der Deutsche Energie-Agentur (dena) gemeinsam mit einem Beraterteam von Deloitte, der TU Dortmund und der Jacobs University Bremen durchgeführte Studie untersuchte 2014 u. a. die Kosten und Einflussfaktoren des Rollouts von intelligenten Zählern und intelligenten Messsystemen. In der dena-Smart-Meter-Studie werden zwei Szenarien betrachtetet:[19] die Fortschreibung des aktuell gültigen Rechtsrahmens und eine auf dem vom BMWi empfohlenen „Rolloutszenario Plus“ aufbauende Analyse.[20] Die Kosten für die Ausstattung von einer Million Messpunkten liegen nach den Berechnungen der dena zwar zwischen 467 bis 837 Millionen Euro, die Einführung von Smart Metern kann aber bis 2030 die für den Netzausbau notwendigen Investitionen um bis zu 36 Prozent reduzieren.[21]

Intelligente Zähler ermöglichen den Stromanbietern zielgruppenorientierte Tarife. Zurzeit kann ein Stromanbieter mit jährlicher Verbrauchserfassung nicht erkennen, ob ein Kleinverbraucher das ganze Jahr hindurch gleichmäßig wenig Strom verbraucht (etwa: Kühlschrank im Wochenendhaus) oder ob sein Stromverbrauch überwiegend aus Lastspitzen besteht (z. B. Durchlauferhitzer, Sauna).

Nachteile[Bearbeiten]

Kostensteigerung[Bearbeiten]

Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young erarbeitete Kosten-Nutzen-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich mit intelligenten Zählern im Privathaushalt keine Kosten einsparen lassen. Danach übertreffen die Kosten die möglichen Einsparungen erheblich. Eine Einbauverpflichtung wird als unzumutbar bewertet.[22]

Australische Verbraucher und Verbraucherorganisationen kritisieren, dass mit Einführung des Smart Metering die Stromkosten massiv steigen. Insbesondere ärmere, ältere Personen und Familien sind benachteiligt, da sie den Tagesverlauf komplett umstellen müssen, um den Strombezug in den Zeiten niedriger Strompreise – z. B. der Wasch- und Geschirrspülmaschine – zu verlegen.[23] Der Strompreis am Tag ist dann z. B. viermal so hoch wie in der Nacht. Die Umstellung des Tagesablaufs und damit des Strombezugs ist bei Jüngeren und Kinderlosen wesentlich leichter, und somit ist das System eine neue Form der sozialen Ungerechtigkeit gegenüber Familien und Älteren.

Laut Publikation der österreichischen Konsumentenorganisation können durch die Einführung des Systems maximal 23 Euro pro Haushalt laut Angabe des Regulators eingespart werden, wobei die Schätzungen der Energieversorger nur 12 Euro angeben; demgegenüber stehen Kosten für das Smart-Meter-System in Höhe von 200 bis 300 Euro.[24] In einer anderen Studie werden die zusätzlichen Kosten mit 43 Euro je Messstelle durch den Verband der österreichischen Elektrizitätsversorger angegeben und angeführt, dass nach rein wirtschaftlichen Kriterien die Einführung keinen Sinn ergibt.[25] Weiters muss bei Einführung des Systems erst die diffizile Datenschutzfrage in Österreich gelöst werden.[26]

Erhöhter Energieverbrauch[Bearbeiten]

Lastprofil eines Einpersonenhaushalts.

Bedingt durch die zusätzliche Kommunikation kommt es, verglichen mit einem bisher üblichen Ferraris-Zähler[27] zu einem höheren Eigenverbrauch.

Datenschutzfragen und mögliche Fernabschaltung[Bearbeiten]

Der Schutz der Privatsphäre ist fraglich – es besteht das Risiko, dass der Kunde zum „gläsernen Kunden“ wird, sofern Verbrauchsprofile an den Stromlieferanten übertragen werden. Erfassung und missbräuchliche Auswertung der Verbrauchsdaten gestatten weitreichende Rückschlüsse über die Lebensgewohnheiten der Kunden. Aus den Lastkurven (rechtes Bild) lässt sich ablesen: Bewohner steht gegen 6:00 Uhr auf, duscht und frühstückt. Er geht aus dem Haus und kehrt gegen 18:00 Uhr zurück und kocht. Er wäscht und besitzt einen Wäschetrockner. Kurz vor Mitternacht löscht er das Licht. Die Anzahl der Personen im Haushalt folgt aus der Dusch- und Waschfrequenz. Genauere Aussagen ergeben sich aus der Korrelation mit dem Wasserverbrauch. Im Extremfall kann aus den Daten über den Stromverbrauch sogar das konsumierte Fernsehprogramm identifiziert werden. Der Stromverbrauch moderner Fernseher variiert mit der Bildhelligkeit. Ist die zeitliche Sequenz von Hell-Dunkel-Phasen eines Films bekannt, lässt sich diese Signatur mit der Verbrauchskurve korrelieren.[28]

2010 bestand eine geringe Sicherheit vor Hacker-Angriffen.[29][30] Ein Auslesen der gesammelten Daten durch den Verbraucher ist nicht immer vorgesehen.

Der Europäische Datenschutzbeauftragte wies im Juni 2012 auf diese Probleme hin. Die EU-Kommission solle prüfen, wie ein angemessenes Datenschutzniveau bei der Einführung intelligenter Messsysteme zu gewährleisten ist. Zuständig ist der EU-Kommissar für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft (seit 10. Februar 2010 Viviane Reding).

Technische Ursache für möglichen Missbrauch von Verbraucher-bezogenen Daten sind deren Genauigkeit bzw. kleine Ablese/Reporting Intervalle. Hohe Genauigkeit ermöglicht zwar ein bessere Grundlage für dynamischen Lastausgleich im "Smart-Grid" allerdings erfolgt dies auf Kosten des Datenschutzes. Die Tendenz geht z.Z. Richtung Verkleinerung der möglichen Ablese/Reporting Intervalle. Ein Ansatz um eine Balance zwischen Ablesegenauigkeit und Vermeidung des gläsernen Bürgers zu finden wird hier, über dynamischen Anpassung der Intervalle, beschrieben [31]


Mit intelligenten Zählern sind prinzipiell Fernschaltfunktionen möglich, mit denen einzelne (z. B. stromintensive) Geräte des Verbrauchers vom Versorger geschaltet werden können. Auch eine Unterbrechung der Versorgung per Fernabschaltung ist bei manchen Geräten möglich (etwa bei einem säumigen Zahler). Das Forderungsmanagement der Energieversorgungsunternehmen diskutiert diese Möglichkeiten schon seit 2009.

Besonders kritisch setzt sich der österreichische Verein „Cyber Security Austria – Verein zur Förderung der IT Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur“ mit diesem Thema auseinander. Unter anderem wird auch eine Analyse „Smart Metering – Auswirkungen auf die nationale Sicherheit“[32] bereitgestellt, wo erhebliche Risiken festgestellt werden.

Widerstand gegen „Intelligente Stromzähler“[Bearbeiten]

Ängste hinsichtlich tatsächlicher oder vermeintlicher Nachteile „intelligenter Zähler“ – insbesondere vermuteter gesundheitlicher Risiken durch Elektrosmog [33] – haben in Kalifornien im September 2010 eine Petitionskampagne ausgelöst, die über ein Moratorium zum totalen Verzicht auf diese Technologie gelangen will.[34] Auch in anderen US-Bundesstaaten wächst seit 2011 der Widerstand gegen geplante Zählerinstallationen.[35]

Technische Realisierung[Bearbeiten]

Es gibt zwei Ansätze:

  • lokale Anzeige der Messdaten
  • die automatische Ferndatenübertragung

Unter der lokalen Anzeige versteht man, dass die Verbrauchswerte für verschiedene Zeiträume am Zähler selbst angezeigt werden. Dies ist auch schon bei bisherigen rein elektromechanischen Zählwerken der Fall.

Bei der Fernübertragung werden die Verbrauchswerte in verschiedenen Zeitrastern an den Versorger übertragen. Um hier eine sparten- und herstellerübergreifende Kommunikation zu ermöglichen wurde das Open Metering System verabschiedet. Hier lassen sich wieder zwei verschiedene Ansätze unterscheiden:

  • Zähler mit eingebauter Fernkommunikation, werden vor allem von Stromversorgern bevorzugt. Häufig können diese Zähler auch (optional) die Stände anderer Zähler anfragen.[36]
  • Zähler mit externe Kommunikationseinheit, die alle Zähler gleichberechtigt behandelt. Ein herstellerübergreifender Ansatz hierfür ist das MUC-Konzept (Multi Utility Communication).[37]

Zur Datenfernübertragung stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zu Verfügung:

Gas- oder Wasserzähler kann man mit verschiedenen Methoden fernauslesbar gestalten. Fernwärmezähler arbeiten i.d.R. bereits elektronisch. Herkömmliche Ferraris-Zähler kann man um ein digitales Auslesegerät nachrüsten, welches mit einer optischen Texterkennung den Zählerstand ermittelt.[38]

Fernauslesbare Zähler machen die jährliche Ablesung vor Ort überflüssig, da die Zählerdaten elektronisch vom Anbieter ausgelesen werden können.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RICHTLINIE 2006/32/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 5. April 2006 über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen und zur Aufhebung der Richtlinie 93/76/ EWG des Rates
  2. § 21 Bedingungen und Entgelte für den Netzzugang. In: Energiewirtschaftsgesetz. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, abgerufen am 19. Mai 2014 (text/html, deutsch).
  3. „größeren Renovierung im Sinne der Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (ABl. EG 2003 Nr. L 1 S. 65)“
  4. § 40 Strom- und Gasrechnungen, Tarife. In: Energiewirtschaftsgesetz. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, abgerufen am 19. Mai 2014 (text/html, deutsch).
  5. Verordnung über Rahmenbedingungen für den Messstellenbetrieb und die Messung im Bereich der leitungsgebundenen Elektrizitäts- und Gasversorgung
  6. (PDF; 38 kB) BNetzA: "Positionspapier zu den Anforderungen an Messeinrichtungen nach § 21b Abs. 3a und 3b EnWG", 23. Juni 2010
  7. VDE: Das modulare EDL-Konzept
  8. acteno: acteno energy intelligente Messsysteme abgerufen am 16. Oktober 2013
  9. EnBW: Produktinformation Intelligenter Stromzähler abgerufen am 16. Februar 2009
  10. Vattenfall: Projekt Märkisches Viertel abgerufen am 4. November 2010
  11. RWE: Projekt Mülheim aufgerufen 4. November 2010
  12. Yello Strom: Produktinformation Intelligenter Stromzähler abgerufen am 20140210
  13. Stadtwerke Haßfurt in einer Pressemitteilung zur Einführung von Smart Meter
  14. Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung –- IME-VO
  15. http://www.erneuerbare-energien.de/gesetze_verordnungen/doc/48609.php
  16. http://acteno.de/wcms/de/loesungen/managementpraemie-maprv/managementpraemie
  17. http://www.gesetze-im-internet.de/maprv/__3.html
  18. Wärmepumpen-Sondervertrag der Stadtwerke Karlsruhe, etwa 20% Preisreduktion in der Nacht Stand: Januar 2013, abgerufen am 20140210
  19. dena.de: Smart-Meter-Studie
  20. dena-Smart-Meter-Studie „Einführung von Smart Meter in Deutschland: Analyse von Rollout-Szenarien und ihrer regulatorischen Implikationen (Kurztitel: dena-Smart-Meter-Studie“) (PDF; 6 MB) Endbericht von 2014. Abgerufen am 10. Juli 2014.
  21. Pressemeldung
  22. Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Zähler (PDF; 2,47 MB) Endbericht von Ernst & Young von 2013. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  23. Dumb Meters, Smart meter shock, Abgerufen am 21. Mai 2011
  24. Smarte Geschäfte; Konsument 3/2011, Seite 25, Verein für Konsumenteninformation, Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien
  25. Analyse der Kosten – Nutzen einer österreichweiten Smart-Meter-Einführung (PDF; 1,7 MB); Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Seite 5 von 79; Wien, Januar 2010, Abgerufen am 29. Mai 2011
  26. Diffizile Datenschutzfrage ungelöst, Leserbrief Verband der E-Wirtschaft; Konsument 6/2011, Seite 5, Verein für Konsumenteninformation, Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien
  27. Datenblatt eines WechselstromzählersVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, Abrufdatum Mai 2009
  28. DaPriM (Data Privacy Management)-Projekt der FH Münster: Smart Meter und Datenschutz, zitiert in Smart Meter verraten Fernsehprogramm Heise-Nachricht vom 20. September 2011 zur Aussagekraft von Smart Meter Daten
  29. „Intelligente“ Stromzähler als Einfallstor für Hacker Spiegel-Online vom 30. März 2010
  30. Angriff der Killerbiene – Eine US-Studie offenbart eine gravierende Sicherheitslücke bei intelligenten Stromzählern: Die Kryptographie-Schlüssel des Datenprotokolls ZigBee lassen sich ohne Probleme abfangen – Angreifer könnten damit einen lokalen Blackout herbeiführen. Technology Review (deutsche Lizenzausgabe) vom 13. April 2010
  31. Towards Energy-Awareness in Managing Wireless LAN Applications. IWSOS 2013: 7th International Workshop on Self-Organizing Systems. Abgerufen am 17. August 2014.
  32. Forschungsarbeit Smart Metering - Auswirkungen auf die nationale Sicherheit. Österreich, Juli 2011
  33. So etwa auf der Website „Stop Smart Meters!“
  34. Moratorium on Wireless Smartmeters in the State of California
  35. Vgl. den Bericht aus Vermont: „VT Smart Grid Workshop Draws Protesters“, abc22.com, 1. Nov. 2011, oder diesen Bericht aus Washington, D.C.: „US-Bürger wehren sich gegen Stromzähler: Widerstand im Wohnwagen“, SPIEGEL Online, 5. Aug. 2014
  36. Vgl. W. Thiede: Kommt der gläserne Strom-Kunde? Plädoyer für eine moderne Fernauslese-Technik ohne Funk,in: MUT Nr. 515, September 2010, S. 48-53.
  37. http://www.m-u-c.org/
  38. COMET – Optical Sensing AMR Module (PDF, 292 kB) Beschreibung eines Nachrüstgerätes mit Darstellung der Montage