Intelligenz von Kopffüßern

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Die Intelligenz von Kopffüßern (Cephalopoden) ist ein bedeutendes Thema in der vergleichenden Neurobiologie, Verhaltensforschung sowie der Evolutionsbiologie, da sich trotz gänzlich verschiedener körperlicher Strukturen ähnliche Intelligenzleistungen zu Wirbeltieren entwickelt haben.[1][2] Kopffüßer, besonders die Unterklasse der Coleoidea (Sepien, Kalmare und Kraken) gelten als die intelligentesten der wirbellosen Tiere.[3][4]

Die „Intelligenz“ von Kopffüßern zu definieren ist ein kontroverses Unterfangen, welches dadurch erschwert wird, dass Kopffüßer in der Natur schwierig zu beobachten sind und ihr gemeinsamer Vorfahre mit den Säugetieren vor über einer halben Milliarde Jahren lebte[5].

Es wurde jedoch von Fällen berichtet, in denen man Kopffüßern bedingte Reflexe antrainieren konnte (sogenannte klassische Konditionierung), und in einer Studie (Fiorito & Scotto, 1992) wurde geschildert, dass Kopffüßer durch Beobachtung lernen können. Diese Ergebnisse sind zum Teil jedoch umstritten, dennoch verfügen Kopffüßer über ein beachtliches räumliches Gedächtnis, Orientierungsvermögen und herausragende Beutefangtechniken.

Beispiele von Kopffüßer-Intelligenz[Bearbeiten]

Beutefang[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meisten anderen Weichtieren sind Kopffüßer aktive Jäger (mit der möglichen Ausnahme der Magnapinnidae-Kalmare, die offenbar eine ähnliche Lebensweise führen wie Quallen). Kopffüßer haben keinen schützenden Panzer, im Gegensatz zu den von ihnen erbeuteten Krebsen – so laufen sie Gefahr, bei ungeschicktem Verhalten verletzt zu werden. Ebenso müssen Kopffüßer, wie alle anderen Prädatoren, in der Lage sein, Beute aufzuspüren und ihr nachzustellen. All dies begünstigt eine Evolution intelligenter Lebensformen.

Humboldt-Kalmare (Dosidicus gigas) verfolgen Fischschwärme gemeinsam und zeigen dabei sowohl Kooperation wie auch Kommunikation.[6]

Krabben, die Ernährungsgrundlage vieler Kraken, sind für Kopffüßer und ihre weichen Körperteile eine Herausforderung. Kopffüßer haben dazu noch eine weniger leistungsfähige Atmung, so dass sie während der Jagd Gefahr laufen, zu erschöpfen – und dann den Krabben selbst zum Opfer fallen. Tintenfische haben deshalb gelernt, Hummerfallen aufzusuchen und sich dort zu bedienen. Kraken sind auch dafür bekannt, an Bord von Fischerbooten zu klettern und sich in Behältern, in welchen tote oder sterbende Krabben gelagert werden, zu verstecken.[7]

Geschicklichkeit[Bearbeiten]

Diese Fähigkeit ist bei Kopffüßern vorhanden. Die Saugnäpfe sind sehr sensibel und die Arme können Gegenstände wohl so gut halten und handhaben wie es ein Mensch tut. Das Besondere an Kopffüßern ist jedoch, dass Motorik nicht an gewisse Gehirnbereiche gekoppelt ist. Beim Menschen zum Beispiel sind die Zonen des sensorischen und motorischen Cortex der Großhirnrinde jeweils gewissen Körperregionen zugeteilt. Der Tastsinn der Hand – wie auch die Befehle an die Handmuskulatur – werden jeweils in denselben Hirnregionen verarbeitet. Bei Kopffüßern kann aber der gleiche Hirnbereich je nach Bedarf für den einen oder den anderen Arm zuständig sein, oder gleich mehrere steuern.[8]

Ein Krake namens Otto war dafür bekannt, seinen Aquariumsgenossen aus Langeweile herumzuschleppen. Er warf auch Steine und zerbrach die Aquarienscheibe. Mehr als einmal kletterte er aus dem Wasser und schoss einen Wasserstrahl auf eine Lampe und verursachte so Kurzschlüsse.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yuzuru Ikeda: A perspective on the study of cognition and sociality of cephalopod mollusks, a group of intelligent marine invertebrates1. In: Japanese Psychological Research 51, Nr. 3, 2009, S. 146–153, doi:10.1111/j.1468-5884.2009.00401.x.
  2. Lauren Shorser: Alien Minds: Evidence of intelligence in coleoid cephalopods. Diss. University of Otago, 2011.
  3. Marta Borgi, Augusto Vitale, Enrico Alleva: Octopus: the ocean’s intelligent invertebrate. In: Annali dell'Istituto Superiore di Sanità 47, Nr. 4, 2011, S. 477–478, doi:10.1590/S0021-25712011000400022.
  4. Peter Godfrey-Smith: Cephalopods and the evolution of the mind. In: Pacific Conservation Biology 19, Nr. 1, 2013, S. 4.
  5. Richard Dawkins: Geschichten vom Ursprung des Lebens: Eine Zeitreise auf Darwins Spuren. Begegnung 26 vor ca. 590 Millionen Jahren.
  6. Tim Zimmermann: Behold the Humboldt Squid. In: Outside Magazine, Juni 2006.
  7. Jacques-Yves Cousteau: Octopus and Squid: The Soft Intelligence. 1978.
  8. Zullo et al.: Nonsomatotopic organization of the higher motor centers in octopus. In: Current Biology 19, 2009, S. 1632–1636.
  9. "Otto the Octopus wreaks havoc". [1]