InterContinental Berchtesgaden Resort

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InterContinental Berchtesgaden
Die zentrale Lobby mit Glasfassade

Die zentrale Lobby mit Glasfassade

Daten
Ort Berchtesgaden, Bayern
Architekt Kochta
Baujahr 2005 (Eröffnung)
Koordinaten 47° 38′ 2″ N, 13° 2′ 47″ O47.633813.0465Koordinaten: 47° 38′ 2″ N, 13° 2′ 47″ O

Das InterContinental Berchtesgaden Resort ist ein Resort-Hotel der InterContinental Hotels Group der Luxusklasse (5-Sterne-Superior) in Berchtesgaden. Das Hotelprojekt erfuhr sowohl durch die Lage im ehemaligen „Führersperrgebiet“ am Obersalzberg, wie auch im Rahmen der Krise der BayernLB großes Medienecho.

Lage[Bearbeiten]

Das Hotel liegt in städtebaulich prominenter Alleinlage am Eckerbichl am Obersalzberg in Berchtesgaden.

Bau und Architektur[Bearbeiten]

Das Hotel ist ein halbkreisförmiger, an die Topographie der Bergkuppel angepasster, langgestreckt-mehrstöckiger Baukörper. Rechts und Links der zentralen Lobby erstrecken sich die beiden gekrümmten Bettentrakte. Die Glasfassade der Lobby im Innenhof erlaubt den Blick zum Kehlsteinhaus. Architektonisch wurde das Hotel im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltet. Natursteinsockel und Holzelemente prägen die Fassade.[1][2][3]

Das Hotel wurde vom Architekturbüro Kochta aus München geplant.[4] Das erste Innendesign-Konzept wurde von Mahmoudieh Design aus Berlin entwickelt. Für die Überarbeitung und die aktuelle Innenarchitektur ist André Behncke aus München verantwortlich.[5][6] Die Baumeisterarbeiten führte die Firma Schmölzl aus Bayerisch Gmain aus, die bereits in den 1950er Jahren mit der Sprengung der Gebäude der Nazigrößen beauftragt war. Die Errichtungskosten lagen in der Größenordnung von 50 Millionen Euro.

Hotelleriebetrieb[Bearbeiten]

Berchtesgaden International Resort Betriebs GmbH
Rechtsform GmbH
Sitz Berchtesgaden

Leitung

  • Bernhard Oswald, Andreas Peter
  • Michael Caspar (Generaldirektor)
Branche Hotellerie
Website www.berchtesgaden.
intercontinental.com

Das Fünf-Sterne-Superior-Hotel Interconti Berchtesgaden Resort verfügt über 126 Zimmer und zwölf Suiten sowie drei Restaurants und einen Wellness- und SPA-Bereich. Unterhalb des Hotels befindet sich der Golfclub Gutshof-Obersalzberg mit Golfplatz sowie ein kleines Skigebiet. 2007 erfolgte die Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes für VIP-Gäste und die Erweiterung des Tagungsbereichs.

Das Resort profiliert sich in erster Linie als Tagungsort und als gehobener Standort des Besuchstourismus der Region, von der Festspielstadt Salzburg bis hin zum Nationalpark Berchtesgaden.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Görings Haus auf dem Obersalzberg

Der Obersalzberg war in Berchtesgaden eine der Wiegen des Tourismus, bis dieser im Zuge der Umwandlung zum Führersperrgebiet zum Erliegen kam. Am heutigen Hotelstandort, dem Eckerbichl, befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Haus Görings. Der Eckerbichl war fortan auch als Göringhügel bekannt. Das Eigentum an den Grundstücken ging nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Freistaat Bayern über. Ein erster Versuch zur Wiederbelebung des Tourismus am Obersalzberg in den 1950er Jahren scheiterte und mündete in der Steigenbergeraffäre, da der Obersalzberg auch nach dem Krieg durch die Amerikaner belegt blieb. Trotz Verträgen mit Steigenberger standen die Gebäude daher für den allgemeinen Tourismus nicht zur Verfügung.

Als der Freistaat 1996 nach dem Abzug der Amerikaner wieder frei über das Gelände am Obersalzberg verfügen konnte, wurde ein „Zweisäulenkonzept“ beschlossen, bestehend aus einem Hotelprojekt der Luxusklasse und der Dokumentation Obersalzberg – das Hotelprojekt sollte an die touristische Tradition des Obersalzbergs vor dem Dritten Reich anknüpfen, die Dokumentation einen Gegenpart zu „kommerzieller Ausbeutung“ des Standorts darstellen.[8] Im Rahmen der Ausschreibung des Hotelprojektes zeigte sich auch ein arabischer Bewerber interessiert. Den Zuschlag erhielt aber die Gewerbegrund[9], eine Tochtergesellschaft der BayernLB. Als Betreiber wurde die InterContinental Hotels Group ausgewählt.

Im Jahr 2000 wurde mit dem erstmals 1385 als Steinhauslehen erwähnten Platterhof das größte damals noch erhaltene Gebäude aus der Zeit des Nationalsozialismus abgerissen. Von den Amerikanern wurde er Hotel General Walker genannt. Der Abbruch war in der Region und darüber hinaus nicht unumstritten, ein Bürgerbegehren wurde angestrengt, aber nicht bis zum Bürgerentscheid vorangetrieben. Der Abriss wurde vorgenommen, um Platz für die Verlegung der Kehlsteinhaus-Abfahrtsstelle und damit die Voraussetzung für den Bau des Luxushotels zu schaffen. 2005 konnte das Hotel unter großem Medienecho eröffnet werden.

Im Zuge der Landesbankkrise wurde kritisiert, dass der Freistaat Bayern indirekt am Hotel beteiligt ist. Als Millionenverluste des Hotels bekannt wurden, kündigte der amtierende Finanzminister Fahrenschon (CSU) den „Rückzug der Bayerischen Landesbank (BayernLB) aus der finanziellen Beteiligung an dem Objekt“ an. Kurt Faltlhauser, zur Zeit der Entstehung bayerischer Finanzminister, verteidigte dies als Element des Zweisäulenmodells.[10]

Referenzen[Bearbeiten]

2006 und 2007 wurde der Wellnessbereich des Hotels mit dem Spa Diamond als bestes deutsches Spa ausgezeichnet. Bei den World Travel Awards 2007, 2008 und im Jahre 2009 wurde das InterContinental Berchtesgaden Resort als Germany's Leading Spa Resort prämiert. In den Jahren 2008, 2009 und 2011 erhielt es die Auszeichnung Deutschlands führendes Resort bei den World Travel Awards. Seit 2007 trägt das Gourmet-Restaurant Le Ciel des Hotels einen Michelin-Stern, es wird von Zwei-Haubenkoch Ulrich Heimann geführt.[11][12]

Prominente Gäste aus Kultur und bayerischer Landespolitik waren bislang u. a. Anastacia, Depeche Mode und der ehemalige bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser.[13] Am 17. September 2007 tagte in dem Hotel das Bayerische Kabinett, seinerzeit unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, zum Thema "Tourismusförderung im Hotel".[14]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Intercontinental Berchtesgaden. Hintergründiges Spiel mit den Dimensionen. In: architektur objekte hotels. Nr. 2, BAUVE Medien, Juni 2005, S. 58 f (Zeitschr. heute hotel objekte).
  2.  Werner Roßkopf: Entspannungswelt unterm Watzmann.Fassadengestaltung beim „Interconti Resorthotel Berchtesgaden“. In: Der Maler und Lackierermeister. Nr. 3, 2006, S. 44–47 (pdf, Sachon-Fachzeitschriftenarchiv, abgerufen am September 2009).
  3.  KAPO Holding (Hrsg.): Ein Juwel in den Bergen. In: KAPO. Dezember 2008, S. 20–24 (pdf, abgerufen am September 2009).
  4. Kochta Architekten Planungsgesellschaft mbH (nur Kundenlogin)
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEvelyn Finger: Nie wieder Schnörkel. Zeit online, abgerufen am 23. Januar 2012.
  6. Kochta Architekten Planungsgesellschaft mbH Behncke Architects
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHerzlich Willkommen im InterContinental Berchtesgaden Resort. Abgerufen am 9. September 2009 (Intro der Homepage).
  8. „Täterort“ und historische Aufklärung. Vortrag von Dr. Volker Dahm (Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte; München-Berlin, fachlicher Leiter der Dokumentation Obersalzberg) anlässlich eines Symposiums in zwei Teilen (5. bis 7. Dezember 2002, 16. bis 17. Januar 2003), nachzulesen im Tagungsband S. 198–210, Zitat S. 199 f. (online auf ns-dokumentationszentrum-muenchen.de; Direktlink zur PDF-Datei mit 1652 Kb in der aufgerufenen Seite).
  9. Gewerbegrund Obersalzberg GmbH & Co., Grundbesitzgesellschaft KG, München
  10.  Katharina Wiechers: Der Millionenverlust am Obersalzberg. In: Augsburger Allgemeine. 27. Mai 2009 (Webarchiv).
  11. worldtravelawards.com World Travel Award 2007 Auszeichnung für InterContinental Berchtesgaden.
  12. bild.de Hotel-Oscars der Tourismusbranche verliehen in Bild
  13. Berchtesgaden - Anastacia statt Alt-Nazis. Fokus-Online, zitiert auf der Seite der Dokumentation Obersalzberg
  14. lifepr.de Ministerpräsident Stoiber tagt mit dem bayerischen Kabinett in Intercontinental Berchtesgaden.