InterSky

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InterSky
Logo der InterSky
Bombardier Dash 8Q-300 der InterSky
IATA-Code: 3L
ICAO-Code: ISK
Rufzeichen: INTER SKY
Gründung: 2001
Sitz: Bregenz, OsterreichÖsterreich Österreich
Heimatflughafen: Friedrichshafen
Unternehmensform: GesmbH
Leitung:
  • Renate Moser
  • Peter Oncken
Mitarbeiterzahl: 150
Umsatz: EUR 26 Mio. (2011)
Fluggastaufkommen: 186.000 (2011)
Flottenstärke: 7
Ziele: 17
Webseite: flyintersky.com

InterSky (eigentlich InterSky Luftfahrt GmbH) ist eine österreichische Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Bregenz. Der operative Hauptsitz ist in Friedrichshafen, Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Die InterSky wurde 2001 von der österreichischen Luftfahrtunternehmerin Renate Moser und ihrem Mann Rolf Seewald gegründet. Seewald hatte zuvor die Fluglinie Rheintalflug besessen, die für die Deutsche Lufthansa AG im sogenannten Team Lufthansa Regionalflüge in Deutschland und Österreich durchführte. Kurz vor dem 11. September 2001 verkauften sie die Fluglinie an die Austrian Airlines Group. Nach dem Verkauf der Rheintalflug besaßen Moser und Seewald noch zwei Maschinen, die Austrian Airlines nicht übernommen hatte. Aufgrund der Auswirkungen der Terroranschläge am 11. September 2001 auf die Luftfahrtbranche konnte Moser nur eine der beiden Maschinen verkaufen. Um die verbliebene zu beschäftigen, gründete sie mit dem Erlös aus dem Verkauf der Rheintalflug am 5. November 2001 die InterSky Luftfahrtgesellschaft mit operativer Basis in Bern. Renate Moser war damit weltweit die erste Frau, die eine Fluglinie gründete.

Zu dem Standort Bern kam es, da der damalige Flughafendirektor Charles Riesen europaweit nach einer Fluggesellschaft suchte, die den brachliegenden Flughafen Bern-Belp neu beleben sollte. Der erste Flug der InterSky war am 25. März 2002; zu Beginn flog sie zwischen der Schweizer Bundeshauptstadt und den Städten Berlin und Wien.

Unterstützt von der Eigentümerin Renate Moser verwarf der 2003 als Finanzchef ins Unternehmen eingetretene Claus Bernatzik, der zuvor bei Rheintalflug und Eurowings tätig war, nach großen Verlusten im Jahr 2002 die bisherige Strategie von InterSky. Nach dem Vorbild der englischen Flybe und unter dem Eindruck des in Europa aufgekommenen Low-Cost-Booms veränderte er das Geschäftsmodell radikal. Fortan gab es Verpflegung bei InterSky nur noch gegen Bezahlung und Flugtickets waren nur noch über die eigene Webseite im Internet erhältlich. Innerhalb eines Jahres schrieb die Fluglinie schwarze Zahlen. Gemäß dem Anspruch von InterSky, nachhaltig zu wachsen, werden Investitionen nur noch aus Überschüssen finanziert, was für die Luftfahrtbranche eher unüblich ist.[1]

Entwicklung 2004–2010[Bearbeiten]

Von Beginn an bediente InterSky den Flughafen Berlin-Tempelhof. Als bekannt wurde, dass der Flughafen Ende 2004 geschlossen werden sollte, schloss sich Renate Moser persönlich mehreren Bürgerinitiativen zur Offenhaltung des Flughafens an. Gemeinsam mit anderen Airlines unterstützte sie einen Rechtsstreit, der schließlich zu einer Offenhaltung des Flughafens bis Ende Oktober 2008 führte.[2] InterSky flog bis zum Schluss nach Tempelhof und führte am allerletzten Tag vor der Schließung mehrere Rundflüge durch, um sich zusammen mit den Mitarbeitern und der Berliner Bevölkerung vom Flughafen zu verabschieden. Ein Flugzeug der InterSky war dann auch eine der letzten Maschinen, die in Tempelhof starten durften. Auf einem der letzten Tempelhof-Flüge verabschiedete sich der Pilot Viggo Bergers vor den Augen hunderter Schaulustiger mit dem in der Luftfahrt üblichen Wackeln mit den Tragflächen.[3]

2004 stationierte InterSky nach dem Weggang der Hahn Air Lines im deutschen Friedrichshafen eine Maschine, die in Bern nicht ausgelastet war. Hier operierte man vom ersten Tag an gewinnbringend, was die Fluglinie im Jahr 2005 dazu bewog, sich ganz aus Bern zurückzuziehen und den gesamten Flugbetrieb nach Friedrichshafen zu verlagern. Heute ist InterSky die größte Fluglinie in Friedrichshafen.[4] Sie war 2010, gemessen an den Flugbewegungen, hinter Easyjet und Flybe die sechstgrößte Low-Fare-Fluglinie in Deutschland.[5]

Im Oktober 2009 wurde der millionste Fluggast befördert.[6] Im Jahr 2010 beförderte InterSky mit 250.000 Passagieren so viele wie noch nie in ihrer Firmengeschichte.[7]

Seit 2011[Bearbeiten]

Im Mai 2011 vereinbarte InterSky eine Kooperation mit Air Berlin, die seitdem über ihre Webpräsenz auch sämtliche ihrer Flüge vermarktet.[8]

Im Juli 2011 geriet die Fluglinie in schwere finanzielle Schwierigkeiten, die eine Restrukturierung nötig machten. Claus Bernatzik gab seine Tätigkeit als Geschäftsführer auf, um sich voll und ganz um diese zu kümmern. Renate Moser wurde zur interimistischen Geschäftsführerin. Der kurz zuvor von ihr als zweiter Geschäftsführer ernannte Andreas Geldner legte daraufhin sein Amt nieder und wechselte zur Niki Luftfahrt GmbH. Gleichzeitig begannen Verhandlungen mit diversen Investoren. Nach gelungener Restrukturierung verließ Bernatzik im November 2011 die Intersky.[9] Im Zuge der Neuaufstellung wurde im Jänner 2012 eine Bombardier Dash 8Q-300 (Kennung OE-LIE) der InterSky an die Fluggesellschaft Maldivian mit Sitz auf den Malediven verkauft.[10] Im ersten Halbjahr 2012 erzielte Intersky wieder einen Gewinn.

Seit Jänner 2013 setzt InterSky eine neu erworbene ATR 72-600 im Liniendienst ein.[11] Eine weitere ATR 72-600 wird seit dem 9. April 2013 im Linienverkehr eingesetzt.

Im Jänner 2014 gab Miteigentümer Hans-Rudolf Wöhrl bekannt, dass InterSky mittelfristig mit CityJet zu einer neuen Gesellschaft fusioniert werden soll. CityJet war zuvor durch Wöhrls Beteiligungsgesellschaft Intro Aviation aufgekauft worden.[12]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Bis Februar 2012 befand sich die Fluglinie im Besitz der Familien Moser und Seewald (zu jeweils 50 %). Renate Moser war als Geschäftsführende Gesellschafterin lange Zeit die einzige Frau, die eine Fluggesellschaft leitete und zugleich besaß. Rolf Seewald und Renate Moser zogen sich im April 2007 aus dem Tagesgeschäft zurück und waren seitdem als Eigentümer im Beirat vertreten. Mosers Sohn Claus Bernatzik, der 2006 die Geschäftsführung der InterSky übernommen hatte, verließ das Unternehmen Ende 2011. Im Februar 2012 übernahmen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken (u. a. mit ihrer Beratungs- und Investmentfirma Intro Aviation GmbH) 74,9 % der Anteile bei Intersky. Renate Moser und Rolf Seewald halten die restlichen 25,1 %.[13]

Flugziele[Bearbeiten]

Eine Bombardier Dash 8Q-300 der Intersky auf Elba

InterSky verbindet den Flughafen Friedrichshafen bis zu viermal täglich im Linienverkehr mit den Flughäfen Berlin-Tegel, Düsseldorf, Hamburg und Graz. Außerdem werden Graz und Salzburg mehrmals täglich mit Zürich verbunden.[14]

In den Sommermonaten April bis Oktober werden zusätzlich ab Friedrichshafen sowie teilweise auch ab München, Zürich, Memmingen und Altenrhein Urlaubsdestinationen am Mittelmeer wie Elba, Olbia (Sardinien), Calvi (Korsika), Mahon (Menorca), Split, Pula und Zadar angeflogen. 2011 gab es zudem Charterflüge vom Flughafen Memmingen nach Neapel sowie vom Flughafen Bern-Belp nach Elba.

Seit dem Sommerflugplan 2010 werden von InterSky auch mehrere Umsteigeverbindungen über Friedrichshafen angeboten, beispielsweise von Berlin-Tegel via Friedrichshafen zu Zielen am Mittelmeer.

Bis März 2010 verkehrte InterSky als einzige Fluggesellschaft zwischen Köln/Bonn und Friedrichshafen, dann nahm auch die Billigfluggesellschaft Germanwings diese Strecke in ihr Angebot auf. InterSky stellte daraufhin diese Verbindung ein und fliegt stattdessen Düsseldorf an. Die Verbindung zum Flughafen Münster/Osnabrück wurde 2011 zugunsten einer stärkeren Bedienung von Düsseldorf ebenfalls eingestellt. Die Verbindung nach Wien wurde zum Dezember 2011 von bis zu drei auf eine Verbindung täglich gekürzt. Grund dafür war unter anderem die starke Konkurrenz durch Austrian Airlines und People’s Viennaline, die vom Flughafen St. Gallen-Altenrhein auf der anderen Seite des Bodensees ebenfalls je bis zu dreimal täglich nach Wien fliegen.[13] Im November 2012 wurde schließlich die Einstellung der Flüge nach Wien zum Jahresende bekanntgegeben.[15]

Seit 14. Jänner 2013 wird die Linie GrazZürich von InterSky angeboten, die zuvor von Crossair und den inzwischen insolventen Fluglinien Styrian Spirit und Robin Hood Aviation bedient worden war. Am 2. April 2013 folgte die Linie Salzburg – Zürich, die nach Crossair und Styrian Spirit von Cirrus Airlines (2012 ebenfalls insolvent) betrieben worden war. Da ein Codesharing-Abkommen mit Swiss nicht zustande kam, ist die Zukunft der Verbindungen nach Zürich nicht gesichert.[16]

Seit 9. April 2013 bietet Intersky zudem Linienflüge von ihrer neuen Basis am Standort Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg an. Zum Einsatz kommt eine von Avanti Air geleaste ATR 72-200, die die Route täglich bis zu dreimal bedient. Diese Linie wurde von der insolventen OLT Express übernommen.

Im Juli und August 2014 wird Intersky von Erfurt/Weimar nach Olbia (Sardinien) fliegen.

Flotte[Bearbeiten]

Die Flotte der InterSky 2009

2001 bestand die Flotte aus einer Bombardier Dash 8Q-300. Bis 2008 wurde die Flotte auf vier Flugzeuge dieses Typs aufgestockt. 2010 wurde eine ATR 42 als fünftes Flugzeug angemietet und später wieder abgegeben. 2012 wurde eine Bombardier Dash 8Q-300 verkauft und es wurden zwei neue ATR 72-600 bestellt.[17] 2013 wurden um das starke Wachstum zu stemmen vorübergehend zusätzlich zwei Maschinen angemietet vom Typ ATR72-200 sowie EMB-120ER.

C/N Model Registration
503 DHC-8-Q314 OE-LIC
505 DHC-8-Q314 OE-LIA
525 DHC-8-Q314 OE-LSB
1038 ATR 72-600 OE-LIB
1042 ATR 72-600 OE-LID

Die Bombardier Dash 8Q-300 mit der Kennung „OE-LIA“ flog 2008–2013 mit einer Werbelackierung für das österreichische Bundesland Steiermark.[18]

Basisdaten[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 beförderte InterSky mit über 250.000 Passagieren so viele wie nie zuvor.

Jahr Umsatz gesamt in EUR Passagiere gesamt Flugzeuge
2002 04.500.000 061.000
(2002 und 2003 zusammen)
1
2003 09.000.000 1
2004 15.500.000 135.000 2
2005 15.500.000 139.000 2
2006 21.000.000 165.000 3
2007 22.900.000 180.000 3
2008 29.000.000 210.000 4
2009 26.000.000 185.000 4
2010 29.000.000 250.000 4 (+1 im Wet-Lease)
2011 26.800.000 186.000 4
2012 22.600.000 160.000 3
2013 34.700.000 200.000 5 (+2 im Wet-Lease)

Trivia[Bearbeiten]

Am 26. November 2013 stellte InterSky auf dem Flug von Friedrichshafen nach Krasnodar mit einer Maschine vom Typ ATR 72-600 und der Registrierung OE-LID einen Weltrekord auf. Der entsprechende Flug war der weltweit längste kommerzielle Nonstop-Flug einer ATR72-600. Die Flugzeit betrug 5:23 Stunden bei einer Distanz von 2493 km.[19][20]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: InterSky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLuftfahrt getrieben von Größenwahn. In: Wirtschaftsblatt. 31. März 2011, abgerufen am 11. März 2011 (kostenpflichtiger "Premium Content").
  2. InterSky rettet Berlin Tempelhof. In: Wirtschaftszeit. 27. September 2004, abgerufen am 25. Dezember 2013.
  3. SZ, Ausgabe vom 27. Oktober 2008
  4. Flughafen Friedrichshafen Geschäftsbericht 2008, Flughafen Friedrichshafen 2008
  5. DLR / ADV – Low Cost Monitor 1/2010 (PDF-Datei; 1,1 MB)
  6. InterSky Newsarchiv
  7. Wirtschaftsblatt Österreich, Wirtschaftsblatt, 31. März 2011
  8. airliners.de - Intersky-Flüge über Air Berlin buchbar, 1. Juni 2011
  9. Turbulent: Die Fluglinie Intersky startet durch und landet hart, Schwäbische Zeitung, 18. April 2012
  10. Tanja Poimer: Verkauft: Intersky-Maschine fliegt in Zukunft über den Malediven. In: Schwäbische Zeitung. 19. Januar 2012, abgerufen am 15. Dezember 2013.
  11. Flottenausbau: Intersky übernimmt erste ATR72-600. In: aero.de - Luftfahrtnachrichten. 1. Oktober 2013, abgerufen am 25. Dezember 2013.
  12. ch-aviation.ch - Intro Aviation to merge Cityjet, InterSky to form new Euro carrier (englisch) 6. Jänner 2014
  13. a b Intro Group übernimmt Mehrheit von Intersky vorarlberg.ORF.at, publiziert am 14. Februar 2012
  14. InterSky: Neue Flüge nach Zürich auf ORF vom 8. Februar 2013, abgerufen am 8. Februar 2013
  15. airliners.de – Intersky gibt Friedrichshafen–Wien auf, 15. November 2012
  16. Kalte Schulter für Intersky. Zürich-Flüge hängen in der Luft, Tourismuswirtschaft Austria International, 6. Juni 2013
  17. Flotte der InterSky – ch-aviation.ch, 11. Jänner 2012
  18. InterSky Dash 8-300 OE-LIA. Aufnahmedatum: 18. Mai 2009. Abgerufen am 15. September 2013 (Tempelhof, Mai 2009). Andy Kruse: Intersky De Havilland Canada DHC-8-314Q. PlanePictures.Net, 21. Juni 2013, abgerufen am 15. September 2013 (Tegel, Juni 2013).
  19. Pressemitteilung auf flyintersky.com
  20. Charterflug: Intersky: "Langstrecken-Weltrekord" mit ATR72-600. In: aero.de - Luftfahrtnachrichten. 27. November 2013, abgerufen am 25. Dezember 2013.