International America’s Cup Class

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Die US-amerikanische BMW Oracle (links) und die italienische Luna Rossa im Jahr 2007, letzte Generation der IACC Yachten

Die International Americas Cup Class (IACC) ist eine Bootsklasse für Regattayachten die für den America’s Cup (AC) entwickelt wurde. Die IACC-Klasse ist eine Konstruktionsklasse, die den Yachtkonstrukteuren innerhalb einer festgelegten Formel Raum für individuelle Lösungen lässt. Durch die Formel sind die Boote nahezu baugleich und können so vergütungslos gegeneinander segeln. Diese 1:1-Situation ist eine wichtige Voraussetzung für das medienwirksame Match Race, bei der zwei Boote gegeneinander antreten und der Zuschauer schnell erkennen kann, welche Yacht führt.

Die IACC-Klasse wurde beim America’s Cup 1992 etabliert und löste die seit 1958 genutzte 12mR-Klasse ab. Davor verwendete man die J-Klasse. Die Regelstreitigkeiten im America’s Cup von 1988 haben die Entwicklung der IAAC-Klasse sicherlich beschleunigt. Die Neuseeländer versuchten im sogenannten ungleichen Duell (Mis Match) mit einer 36 m langen Yacht den Cup zu gewinnen, unterlagen aber den trickreichen US-amerikanischen Seglern unter Führung von Dennis Conner, der mit einem Katamaran antrat und gewann.

Das Ende der IACC-Klasse markiert der 33. America’s Cup im Februar 2010, der mit Mehrrumpfyachten ausgetragen wurde. Das siegreiche US-amerikanische Team BMW Oracle Racing kann die Wettfahrtregeln aufgrund des Deed of Gift [1] weitgehend bestimmen und will künftige Wettfahrten mit Mehrrumpfyachten austragen lassen.[2]

IACC-Segelnummern[Bearbeiten]

Alinghi 4, Americas Cup Siegerin 2007

Die IACC-Segelnummern werden fortlaufend vom „America’s Cup Measument committee“ (ACM) ausgegeben. Das Vermessungskommittee entscheidet in Abhängigkeit von einem bestimmten Baufortschritt, wann die Segelnummer ausgegeben wird. Sie besteht aus zwei Teilen, dem Präfix aus drei Buchstaben, das die Nation der Mannschaft oder des Syndikats angibt und eine fortlaufende Rumpfnummer. Die Nationalbezeichnung wechselt, wenn das Boot an ein Syndikat aus einer anderen Nation verkauft wird, die Rumpfnummer bleibt bestehen. Bisher wurde nur an ein Boot eine Segelnummer zweimal ausgegeben. RUS-62 wurde auf der Basis der sehr stark veränderten Rumpfteile von RUS-24 gebaut und neu als RUS-62 registriert.

IACC Klassenvorschrift[Bearbeiten]

Die Version 5.0 der Internationalen America’s Cup Klassenvorschriften (International America's Cup Class Rule) wurde am 15. Dezember 2003 veröffentlicht. Das Copyright wird gemeinsam vom Verteidiger (defender) Team Alinghi und dem Challenger of Record BMW Oracle Racing gehalten.

Die IACC-Yachten müssen in einem vorgegebenen Rahmen aus Länge, Gewicht (max. 24 Tonnen), Breite (max. 4,5 m), Tiefgang (max. 4,1 m), Segelfläche usw. konstruiert werden und ähneln sich daher. Die Länge, die Segelfläche und die Verdrängung müssen einer Formel genügen, die zu Bootslängen zwischen 20 und 28 m führt. Eine IACC-Yacht hat 17 Besatzungsmitglieder, sowie einen Gast, somit maximal 18 Personen an Bord. Wird auf den Gast verzichtet, der oftmals vom Sponsor eingeladen wird, so muss die Mannschaft 100 kg Zusatzgewicht an Bord mitführen.

Typische Maße einer IACC-Yacht
Länge über alles 26 Meter
Breite 4,5 Meter
Tiefgang 4,10 Meter
Masthöhe 33 Meter
Segelfläche am Wind 325 Quadratmeter
davon Großsegel 215 Quadratmeter
Spinnaker 160 % der Segelfläche
Segelfläche vor dem Wind 750 Quadratmeter
Gesamtgewicht max. 24 Tonnen
Kielballast 19 Tonnen
Crewgröße 17 Personen + 1 Gast

Erfolgreiche IACC-Yachten und ihre Mannschaften[Bearbeiten]

Neuseeländische IACC Yacht, Luis Vuitton Cup - Siegeryacht, im späteren Americas Cup gegen die Alinghi 4 unterlegen
Für eine vollständige Liste der IACC-Yachten siehe Hauptartikel: Liste der IACC Yachten

America’s Cup[Bearbeiten]

Louis Vuitton Cup[Bearbeiten]

Umpire Signaling System (USS)[Bearbeiten]

Mit dem 31. America’s Cup im Jahr 2007 wurde das Schiedsrichter Signal System (Umpire Signaling System) eingeführt. Das System erlaubte den Schiedsrichtern präzise die Positionen der beiden im Match-Race beteiligten Boote zueinander bei Überlappungen und ihre Positionen in Bezug auf die Wendemarken des Kurses bei Annäherung auf diese Bojen zu bestimmen. An Bord jeder der beiden Yachten (Verteidiger und Herausforderer) ist eine Anzeige installiert, die mit drei LED-Lichtern die Situation, wie sie die Schiedsrichter sehen, anzeigen. Die Farben sind grün, gelb und weiß:

  • Grünes Licht: Zonen Eintritt (ZONE ENTRY). Der Status AN bedeutet, dass die führende Yacht in den Zwei- oder Drei-Längen-Kreis um die Wendemarke eingefahren ist.
  • Gelbes Licht: Überlappung (OVERLAP). Der Status AN bedeutet, dass der Bug der überholenden Yacht mit dem Heck der führenden Yacht überlappt und es keine Beschränkung für die leewärtige Yacht gibt, auf direktem Wege zur nächsten Wendemarke zu segeln. Die in Lee liegende (leewärtige) Yacht kann höher am Wind segeln als es der direkte Weg zur nächsten Wendemarke notwendig macht (Yacht kann luven). Die in Lee liegende Yacht kann die in Luv segelnde Yacht zur Wende zwingen oder in den Wind luven.
  • Weißes Licht: Regel 17.1. Der Status AN bedeutet, dass die Tiefe der Überlappung so angewachsen ist, dass die Yacht in Lee nun einen sauberen Kurs zur nächsten Wendemarke steuern muss und deshalb nicht anluven darf und die überholende Yacht zur Wende zwingen kann oder ihr einen höheren Kurs zur nächsten Wendemarke als notwendig aufzwingen kann.

Die Regatta-Regeln definieren welche Segeltaktik und –Manöver zulässig sind, wenn sich eine Yacht einer Wendemarke nähert und wenn ein zurückliegendes Boot versucht ein führendes Boot zu überholen. Das Ziel der USS ist es, Zweifelsfälle einzuschränken und Proteste zu vermeiden weil die Wettkämpfer unterschiedliche Einschätzungen einer Situation haben, insbesondere über ihre Position zueinander und die Entfernung zu einer Wendemarke und aufgrund ihrer Einschätzung taktische Manöver ausführen, die nach den Wettfahrtregeln verboten sind.

Das System wurde von der Firma Pilotfish Networks AB entwickelt.

Die IACC Formel[Bearbeiten]

IACC-Formel:[3]


\frac{L + 1.25 \times \sqrt{S} - 9.8 \times \sqrt[3]{DSP}}{0.686} \leq 24.000 \, metre

  • DSP: Verdrängung in Kubikmeter (displacement in cubic metres)
  • L: Länge in Metern (rated length in metres)
  • S: Segelfläche in Quadratmeter (rated sail area in square metres)

Zukunft der IACC-Klasse[Bearbeiten]

Sofort nach Abschluss des 32. America’s Cup im Jahr 2007 verkündete Brad Butterworth offiziell im Namen des Teams Alinghi und des America’s Cup Managements, dass ein neues Bootsdesign während der nächsten Ausgabe des America’s Cup gesegelt werden solle. Man hatte das Gefühl, dass die IACC-Klasse ausgereizt sei, und man ein neues Bootsdesign wolle, das größere Boote mit größerer Mannschaft bringe und es dadurch möglich werde, auch athletischer bei Windstärken oberhalb von 30 Knoten zu segeln.

Die bestehenden Yachten der IACC-Klasse sollten weiterhin für Qualifikationsregatten zum America’s Cup genutzt werden.

Neue AC90-Klasse[Bearbeiten]

Die neu präsentierten Bootsregeln setzen die Maße nicht mehr mit einer sogenannten Rating-Formel fest, bei der die einzelnen Werte voneinander abhängen, sondern mit einer Box-Regel, bei der die angegebenen Maximalwerte unabhängig voneinander einzuhalten sind.

Die neuen Boote sollen bis zu 90 Fuß (27,43 m) lang sein und von einer Crew mit 20 Personen (bisher 17) gesegelt werden. Die Segelfläche wird erhöht (Masthöhe 37,9 m, Großsegel: 300 m2, Vorsegel: 171 m2, Spinnaker unlimitiert). Trotz insgesamt größeren Dimensionen wird das Schiff bei einer erhöhten Breite von max. 5,3 m (bisher 3,5 m) weniger Wasser verdrängen (nur noch 23 statt 24 t); damit sollen die Boote erheblich schneller beschleunigen können.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Originaltext: Deed of Gift aus Wikisource Abgerufen am 29. Dezember 2010
  2. yacht-online, 12. November 2010 Abgerufen am 22. Dezember 2010
  3. America’s Cup Class Rule Version 5.0 (PDF; 0 kB) auf der America's Cup web site (engl.)
  4. Gregor Henger: Die neue America’s Cup Class – eine attraktive Jacht. Erheblich gesteigerte Beschleunigung bei weniger Wasserverdrängung zu erwarten. In: Neue Zürcher Zeitung, 16. November 2007