International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection

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Die International Commission on non-ionizing radiation protection (ICNIRP, deutsch: Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung) ist eine internationale Vereinigung von Wissenschaftlern zur Erforschung der Auswirkung nichtionisierender Strahlung auf die menschliche Gesundheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ICNIRP wurde 1992 von der IRPA (International Radiation Protection Association) als unabhängige internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung gegründet. ICNIRP ist keine Unterorganisation einer anderen internationalen Organisation oder einer Regierung, jedoch ist sie von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union anerkannt. In Deutschland ist die ICNIRP ein eingetragener Verein[1].

Sitz des Vereins ist Oberschleißheim, beim Bundesamt für Strahlenschutz, von dem ICNIRP aber rechtlich unabhängig ist. Vorsitzende waren 1992–1996 der Australier Michael Repacholi, 1996–2000 Jürgen Bernhardt aus Erlangen, 2000–2004 der Brite Alastair McKinlay, 2004–2008 der Italiener Paolo Vecchia und seit 2008 Rüdiger Matthes aus München; stellvertretende Vorsitzende ist Maria Feychting.

Arbeit[Bearbeiten]

Die Haupttätigkeit des Vereins ist die Analyse und Bewertung des Kenntnisstands zur gesundheitlichen Wirkung von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern, optischer Strahlung und Laser. Dabei wird eine internationale Harmonisierung der Standards und Richtlinien angestrebt. Zu diesem Zweck arbeitet der Verein unter anderem auf dem Gebiet der elektromagnetischen Umweltverträglichkeit im internationalen EMF-Projekt mit der WHO zusammen. Eine internationale Zusammenarbeit besteht auch mit der Internationale Arbeitsorganisation auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes. Zur Diskussion von Ergebnissen veranstaltet die ICNIRP internationale Tagungen und Workshops.

Richtlinien[Bearbeiten]

Aus der Vereinsarbeit sind Grenzwertempfehlungen und Richtlinien herausgegeben, von denen die ICNIRP-Guidelines von 1998 die bekanntesten sind. Diese Richtlinien haben lediglich empfehlenden Charakter. Die darin empfohlenen Grenzwerte sind zur Grundlage einiger EG-Richtlinien z. B. zu elektromagnetischen Feldern[2][3] geworden.

Beispiele:

  • Guidelines on Limits of Exposure to Static Magnetic Fields. In: Health Physics 66 (1): 100-106; 1994.
  • Guidelines for Limiting Exposure to Time-Varying Electric, Magnetic, and Electromagnetic Fields (up to 300 GHz). In: Health Physics 74 (4): 494-522; 1998
  • Guidance on Determining Compliance of Exposure to Pulsed Fields and Complex Non-Sinusoidal Waveforms below 100 kHz with ICNIRP Guidelines. In: Health Physics 84 (3): 383-387; 2003.

Kritik[Bearbeiten]

Die wissenschaftliche Vorgehensweise der ICNIRP sowie seine starke Nähe zur Industrie wurde im Jahr 1999 vom neuseeländischen Umweltwissenschaftler Neil Cherry untersucht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Herangehensweise der ICNIRP, die nur auf der thermischen Sicht basiert, bezüglich wissenschaftlicher Nachweise und Methodologie der Grenzwertsetzung zum Schutz der Gesundheit der Allgemeinbevölkerung falsch sei. [4]

Die "Internationale Konferenz Situierung von Mobilfunksendern" äußerte im Juni 2000: Die Internationale Konferenz Situierung von Mobilfunksendern machte klar, dass die Vorschläge der ICNIRP zum Schutz der menschlichen Gesundheit hinsichtlich der hochfrequenten elektromagnetischen Felder, auf welchen die derzeitigen Empfehlungen der WHO und des EU-Rates aufbauen, zum einen wissenschaftlich nicht haltbar sind und zum anderen den Schutz der menschlichen Gesundheit nicht gewährleisten können.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Drucksache des Deutschen Bundestages 14/7636 mit Antwort auf eine kleine Anfrage zur Bewertung von Mobilfunk-Strahlung durch die Bundesregierung aufgrund von ICNIRP-Empfehlungen (PDF; 226 kB)
  2. Richtlinie 2004/40/EG über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch elektromagnetische Felder
  3. Empfehlung Nr. 1999/519/EG zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung
  4. http://www.scribd.com/doc/35708276
  5. http://www.salzburg.gv.at/konferenzbericht.html