International Fund for Animal Welfare

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Der Internationale Tierschutz-Fonds, kurz IFAW (International Fund for Animal Welfare), ist eine der weltweit größten Tierschutzorganisationen. Vertreten ist er u. a. in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Russland, Indien, China, Afrika, Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Japan und dem Vereinigten Königreich.

Der IFAW engagiert sich für die weltweite Verbesserung der Situation von Wild- und Haustieren. Lebensräume von Wildtieren werden geschützt, die kommerzielle Ausbeutung von Tieren wird reduziert und Tieren in Not geholfen. Die breite Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Grausamkeiten gegenüber Tieren nicht weiter toleriert werden dürfen, ist ein wichtiges Anliegen des IFAW.

Geschichte[Bearbeiten]

1969 gründete eine kleine Gruppe Aktivisten um Bryan Davis in Kanada den IFAW mit dem Ziel, die kommerzielle Jagd auf Sattelrobben in Kanada zu beenden. Es wurde in den 1980er-Jahren ein EU-Einfuhrverbot für die weißen Felle der neugeborenen Robben erreicht. Da die kommerzielle Robbenjagd jedoch weiterging, hat sich der IFAW bei der EU für ein Handelsverbot eingesetzt, das 2009 in Kraft trat.

Aus einer anfangs kleinen Gruppe engagierter Tierschützer hat sich die Organisation zu einer der führenden internationalen Tierschutzorganisationen entwickelt. Sie hat mittlerweile weltweit mehr als 200 Mitarbeiter. Seit 1986 arbeitet der IFAW auch in Deutschland und ist mit seinem Büro in Hamburg vertreten.

Organisationsstruktur[Bearbeiten]

Das IFAW-Team besteht aus Campainern, Pädagogen, Juristen und Kommunikationsexperten sowie international anerkannten Wissenschaftlern. Die Organisation hat weltweit etwa 1,2 Millionen Förderer, welche die Arbeit des IFAW unterstützen. Hauptsitz der Organisation ist Yarmouth Port, Cape Cod in Massachusetts, USA. Präsident des IFAW ist derzeit Azzedine Downes.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der IFAW arbeitet intensiv an Themen wie Wale und Walfang, Elefanten und Elfenbein, Handel mit Wildtieren, Hunden und Katzen sowie Rettung der Sattelrobben. Kampagnen sollen die Situation dieser Tiergruppen verbessern und die Öffentlichkeit auf die Probleme eines entsprechenden Tierschutzes aufmerksam machen. Die politische Arbeit ist für den IFAW dabei ein wichtiges Instrument, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Der direkte Kontakt mit politischen Behörden, Gemeinden und gleichgesinnten Organisationen trägt dazu bei, den Erfolg der vielen Kampagnen zu erhöhen.

Der IFAW konzentriert sich bei seiner Arbeit auf drei Gebiete:

  1. Die Reduktion der kommerziellen Ausbeute von Tieren
  2. Schutz der Lebensräume von Wildtieren
  3. Soforthilfe für Tiere in Not nach einer Katastrophe

Der IFAW ist der Ansicht, dass der florierende Wildtierhandel einer der Hauptgründe für die Bedrohung vieler Tierarten und für Grausamkeiten gegenüber Tieren ist. Ein Instrument, den illegalen Wildtierhandel einzudämmen, ist die Umsetzung des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens CITES. Dazu bietet der IFAW den Vollzugsbehörden wie dem Zoll Schulungen an. Mit Kampagnen informiert der IFAW Verbraucher über Souvenirs aus bedrohten Tieren oder Tierteilen und engagiert sich gegen den Handel mit Elfenbein.

Die Zerstörung natürlicher Lebensräume ist eine Bedrohung für Mensch und Tier. Daher unterstützt der IFAW entsprechende Behörden und Nationalparks vor Ort, die sich für den Schutz der Tiere und der Umwelt einsetzen, z. B. bei der Ausbildung ihrer Ranger. Der IFAW setzt bei seiner Arbeit vor allem auf Lösungen, die den Konflikt zwischen Mensch und Tier entschärfen. Es ist das Ziel, den örtlichen Gemeinden bei ihrer alltäglichen Begegnung mit Wildtieren konkret zu helfen. Des Weiteren unterhält der IFAW Schutzstationen, in denen Tiere in Not rehabilitiert werden. Beispiele für solche Projekte sind das „Grizzly Bear Rehabilitation Project“ in Kanada oder die Bären-Rehabilitations-Station in Russland, wo verwaiste Bärenjunge groß gezogen und später ausgewildert zu werden.

Soforthilfe für Tiere in Not wird durch das Team zur Tierrettung gewährleistet. Es hilft verletzten oder verwaisten Tieren. Das Team kümmert sich auch um die Versorgung und die anschließende Rehabilitation der betroffenen Tiere wie beispielsweise ölverschmierter Seevögel, gestrandeter Wale und Delfine oder auch um Haus- und Nutztiere nach Naturkatastrophen.

Animal Action Week

Die Animal Action Week ist ein vom IFAW eingeführtes und von der UNESCO ausgezeichnetes Projekt, mit dessen Hilfe Kinder und Jugendliche über tierschutzrelevante Themen informiert werden. Jedes Jahr zum Welttierschutztag am 4. Oktober starten die Aktivitäten mit einem anderen Themenschwerpunkt. In Zusammenarbeit mit Schulen werden junge Menschen über die Probleme des Natur- und Tierschutes aufgeklärt, die vor allem durch den Menschen verursacht werden.

Erfolge[Bearbeiten]

Der IFAW begann seine Tätigkeit in den 1970er-Jahren als Kampagne gegen die kommerzielle Jagd auf Baby-Sattelrobben an der Ostküste von Kanada. Dank der massiven Proteste des IFAW und anderer Organisationen, wie z. B. Sea Shepherd und Greenpeace, ist diese Jagd heute verboten. Die Jagd auf Robben im Alter zwischen zwölf Tagen und drei bis vier Wochen ist jedoch nach wie vor erlaubt. Allerdings gibt es seit 2009 ein Einfuhrverbot für Robbenprodukte für die EU. Die Hoffnung ist, dass damit der kommerziellen Robbenjagd die ökonomische Grundlage genommen ist und sie von Kanada eingestellt wird.

Kritik[Bearbeiten]

Charitywatch kritisiert, dass Projekt und Verwaltungskosten nicht deutlich getrennt würden. Der NDR berichtet, dass unangemessene Provisionen an Dritte gezahlt würden.[1] [2] [3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandfunk: Wenn das Geld bei den Tieren nicht ankommt, 30. September 2011.
  2. Charitywatch: Allein das Porto kostet Millionen, 6. Oktober 2011.
  3. NDR: Kritik an Hilfsorganisationen: Fehlende Transparenz bei Internet-Spenden, 6. Dezember 2011.