International Practical Shooting Confederation

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Die IPSC (International Practical Shooting Confederation) ist Träger der gleichnamigen Schießsportdisziplin. Schießen nach IPSC ist ein "sportliches Bewegungsschießen", bei dem sich der Schütze mit einer geladenen Waffe im Raum bewegt und nach vorgegebenem Parcoursaufbau Schüsse abgibt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die IPSC wurde im Mai 1976 auf der International Pistol Conference in Columbia (Missouri) gegründet. Colonel Jeff Cooper war der erste IPSC-Präsident. Als Maximen des praktischen Schießens wurden damals Präzision, Kraft und Schnelligkeit gefordert, und daraus das Motto DVC (lateinisch Diligentia, Vis, Celeritas) gebildet.

Klassen[Bearbeiten]

Innerhalb dieser Sportart werden folgende Klassen (Divisions) unterschieden:

Open[Bearbeiten]

In der Open-Klasse sind nahezu alle modifizierten Revolver sowie Selbstladepistolen ab Kaliber 9 x 19 mm mit beliebigen Visierungen und Modifikationen zugelassen. Sie bietet dem Schützen im Gegensatz zur streng reglementierten Production-Klasse fast unbeschränkte Möglichkeiten, seine Waffe an seine persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Um den so genannten Major-Faktor zu erreichen, werden meist die Kaliber .38 Super Auto oder sehr stark geladene 9-mm-Patronen geschossen. Für die Major-Wertung wird in der Open-Klasse ein Power Factor von mindestens 160 benötigt.

Häufige Modifikationen an Waffen aus der Open-Klasse sind verlängerte Läufe mit Laufgewichten vorn, Kompensator-Bohrungen im Lauf (Reduzierung des Hochschlags), optische Zieleinrichtungen (Leuchtpunktvisiere) und besonders leichtgängige Abzüge. Magazine hingegen sind auf eine Gesamtlänge von 170 mm beschränkt, um zu verhindern, dass Schützen mit überdimensioniert großen Magazinen antreten.

Standard[Bearbeiten]

Die Standard-Klasse ist die älteste der fünf IPSC-Kurzwaffen-Klassen und erlaubt dem Schützen, Pistolen ab Kaliber 9 mm zu benutzen. Weitere Einschränkungen: Es sind keine optischen oder elektronischen Visierhilfen erlaubt, sondern lediglich das so genannte offene Visier (Kimme und Korn). Zudem muss die Waffe mit eingeführtem Magazin in einen Kasten mit den Innenabmessungen 225 x 150 x 45 mm passen.

In der Standard-Klasse werden meist nur starke Kaliber (ab .40 S&W) geschossen, deren Geschossenergie den so genannten Major-Faktor erreicht. Damit erhält der Schütze in der mittleren und äußeren Trefferzone jeweils einen Wertungspunkt mehr als bei der Minor-Wertung.

Modified[Bearbeiten]

Für die Modified-Klasse sind Pistolen zugelassen, deren Modifikationen zwischen reiner Serienware und den relativ freien Tuning-Möglichkeiten der Open-Klasse liegen. Erlaubt ist praktisch alles, solange die Pistole mit eingeschobenem Magazin das Kastenmaß (siehe Standard) einhält.

Die Modified-Klasse wurde im Internationalen Regelwerk zum 1. Januar 2012 abgeschafft, wird jedoch in einigen Mitgliedsregionen, unter anderem in Deutschland, auf nationalen Ebene weiter angeboten.

Classic[Bearbeiten]

In der Classic-Klasse sind Pistolen zugelassen, die dem klassischen Design der Colt M1911 entsprechen, die also aus einem massiven Stahl-Griffstück mit kurzem Dustcover bestehen und einreihige Magazine nutzen.

Production[Bearbeiten]

In der IPSC Production Division sind nur Pistolen zugelassen, die in der Production Division List[1] genannt sind. Dabei handelt es sich meist um Modelle, die auch bei Polizei, Militär und Sicherheitsbehörden als Dienstwaffen verwendet wurden oder werden. Modifikationen sind nur sehr begrenzt zulässig, so dürfen lediglich Zubehörteile des Herstellers verwendet werden, die auch als Option für Neuwaffen angeboten werden. Eine Beschränkung der Magazinkapazität besteht nicht, jedoch dürfen die Magazine beim Start nur mit 15 Patronen geladen sein.

Gewertet wird hier ausschließlich in der Minor-Klasse, unabhängig vom Power Factor und Kaliber, der Mindest-Power-Factor liegt jedoch bei 125.

Zudem muss der erste Schuss per Spannabzug (Double Action) abgegeben werden und das Abzugsgewicht für diesen Schuss muss über 2,27 kg (5 lbs) liegen. Dementsprechend sind Single-Action-Only-Waffen nicht zulässig, wohl aber Double-Action-Only-Waffen oder Waffen mit Safe-Action-Abzug wie zum Beispiel die Glock 17, wenngleich dann natürlich eine ganze Stage mit dem Abzugsgewicht über 2,27 kg geschossen werden muss, da keinerlei Wechsel vom Double-Action in den Single-Action Modus stattfindet.

Revolver[Bearbeiten]

Für Wettkämpfe dieser Klasse sind lediglich Revolver in Kalibern ab 9 mm zugelassen. Pro Trommel dürfen maximal nur sechs Schuss abgegeben werden, bevor nachgeladen wird. Dies gilt auch dann, wenn es sich bei dem Revolver des Schützen um ein Modell mit sieben oder mehr Patronenkammern handelt. Verboten sind darüber hinaus elektronische oder optische Visierhilfen (Leuchtpunkt-Visiere, Zielfernrohre) sowie Gewichte und andere Modifikationen, die den Hochschlag der Waffe vermindern.

Langwaffen[Bearbeiten]

Seit 2005 ist auch in der Bundesrepublik eine Sportordnung für IPSC-Schießen mit Langwaffen genehmigt.

AIPSC[Bearbeiten]

Airsoft-IPSC ist eine Variante von IPSC, die ausschließlich mit Softairwaffen geschossen wird. Diese Variante erfreut sich vor allem in Ländern mit sehr restriktiven Waffengesetzen zunehmender Beliebtheit. Exemplarisch seien hier Großbritannien, China und Japan genannt. Seit dem 4. Oktober 2008 ist Airsoft-IPSC in das offizielle Sporthandbuch des BDS (Bund Deutscher Schützen) aufgenommen und somit eine anerkannte Sportart in Deutschland.

KK-IPSC[Bearbeiten]

Zur deutschen Meisterschaft 2008 wurde für Deutschland ein zusätzliches vorübergehendes Regelwerk für Kleinkaliber-IPSC geschaffen, das sich in Standard- und Open-Division gliedert. In beiden Divisions wurde vorerst eine Magazinkapazität von maximal 10 Patronen festgelegt. Da die Teilnehmerzahlen in den KK-Disziplinen bisher unter den Erwartungen liegen, und die Disziplinen kaum von Junioren, sondern hauptsächlich von erfahrenen Schützen aus dem Großkaliberbereich genutzt werden, ist die Zukunft des KK-IPSC unter den IPSC-Schützen umstritten. International gibt es kein KK-IPSC.

Wertungssystem[Bearbeiten]

Wertungsklassen (Major/Minor)[Bearbeiten]

Im IPSC gibt es in den meisten Klassen (Divisions) zwei verschiedene Wertungen, Major und Minor, die vom verwendeten Kaliber und manchmal auch von der Stärke der Patronenladung abhängt. Damit wird ein gewisser Ausgleich geschaffen für die schwierigere Handhabung größerer oder stärkerer Kaliber (mehr Rück- und Hochschlag, geringere Magazinkapazität), da die Schützen einer Klasse (Division) unabhängig vom verwendeten Kaliber im gleichen Wettbewerb gegeneinander antreten. Das Mindest-Kaliber ist 9 x 19 mm oder .354 (nicht .357) bei ebenfalls mindestens 19 mm Hülsenlänge. Damit ist auch das Kaliber .38 Super Auto zulässig.

Die Ladungsstärke einer Patrone wird durch den Power Factor angegeben. Er berechnet sich aus dem Geschossgewicht (m) in Grains und der Geschwindigkeit (v) des Geschosses in Fuß pro Sekunde: \frac{m [grs] \cdot v [fps]}{1000}

Während es in der Production-Klasse (Production Division) lediglich eine Minor-Wertung gibt, unabhängig vom Kaliber der Waffe, werden Schützen in der Standard- und Modifizierten Klasse (Standard/Modified Division) ab Kaliber 10 mm oder .40 S&W und einem Power Factor von 170 in die Major-Wertung eingeordnet. In der Offenen Klasse (Open Division) hingegen genügt bereits ein Power Factor von 160, unabhängig vom Kaliber. Revolver-Schützen in der Standard-Revolver-Klasse (Revolver Standard Division) benötigen einen Power Factor von 170, wiederum unabhängig vom verwendeten Kaliber.

In der Praxis hat die Major-Wertung nur bei den äußeren Wertungszonen von Papierscheiben eine Bedeutung, Fallziele und die A-Zone der Papierscheiben werden in den Wertungen Major und Minor mit je 5 Punkten bewertet.

Wertungsziele[Bearbeiten]

Bei den IPSC-Kurzwaffenwettbewerben unterscheidet man Papier- und Stahlziele, zerbrechliche Ziele wie Tontauben oder Flaschen sind grundsätzlich nicht zulässig.

Das einzige zugelassene Papierziel ist das Classic Target mit drei Wertungszonen. Classic Targets müssen stets zweimal beschossen werden. Abhängig von der Wertungsklasse gibt es bei Major und Minor Unterschiede in der Wertung der mittleren und äußeren Trefferzone:

IPSC Classic Target
Zone A C D
Major 5 4 2
Minor 5 3 1

Verfehlt der Schütze das Ziel, wird das Doppelte der maximal erreichbaren Punktzahl für diesen Schuss abgezogen -- also 10 Punkte.

Die Classic Targets bestehen aus herkömmlicher brauner Wellpappe, auf der die Wertungszonen lediglich aufgeprägt oder schwach aufgedruckt sind, so dass sie der Schütze aus zehn Metern Entfernung nicht mehr erkennen kann -- ganz anders als bei den aus dem Präzisionsschießen bekannten Scheiben, die deutlich sichtbare Ringe und in der mitte einen schwarz ausgefüllten Bereich aufweisen. Hinzu kommt, dass sich die Wertungszonen nicht genau in der Mitte der Classic-Scheibe befinden, sondern nach oben hin verschoben sind. Der IPSC-Schütze muss daher abschätzen lernen, wo sich die Wertungszonen befinden damit er eine möglichst hohe Punktzahl erreichen kann. Zudem gibt es außen einen fünf Millimeter breiten Rand, genannt Non Scoring Border, der nicht gewertet wird - er dient dazu, festzustellen, ob ein Schuss noch den Wertungsbereich der D-Zone berührt hat und somit gewertet wird. Auf diese Weise werden Diskussionen vermieden, ob ein eingedellter Rand der Scheibe nun von einem Schuss herrührt oder nur eine Beschädigung ist.

Zum 1. Januar 2010 wurde das IPSC Mini Target eingeführt, dass ca. 2/3 der Größe des Classic Target entspricht, und mit dem auf kleinen Schießständen größere Schießentfernungen nachgebildet werden können. Mini Target und Classic Target dürfen nicht auf derselben Stage verwendet werden.

Bei den Metallzielen unterscheidet man den Classic Popper, den Mini Classic Popper und Plates. Auch wenn der Name anderes suggeriert, müssen die Metallziele nicht zwangsläufig aus Metall bestehen, andere undurchdringliche Materialien wie Hartgummi werden ebenfalls eingesetzt - dies hat den Vorteil, dass Geschosse nicht zersplittern.

Classic Popper haben eine Höhe von knapp 90 Zentimetern. Von vorn betrachtet haben sie einen Rumpf mit einer Breite von 15 bis 20 Zentimetern, am oberen Ende ist eine Scheibe von gut 30 Zentimetern Durchmesser. Beim Mini Classic Popper, er soll weiter entfernt stehende Popper simulieren, ist die Scheibe nur rund 20 Zentimeter groß und die Rumpfbreite beträgt etwa 13 Zentimeter.

Plates können in der Größe variieren, runde Plates müssen einen Durchmesser von 20 bis 30 Zentimeter aufweisen, rechteckige eine Kantenlänge von 15 bis 30 Zentimetern. Andere Formen sind nicht erlaubt.

Grundsätzlich muss ein Metallziel umfallen, damit es gewertet wird, und zählt dann in jedem Fall fünf Punkte, unabhängig von der Art des Ziels und der Wertungsklasse des Schützen. Popper werden dabei so eingestellt, dass sie bei einem optimalen Treffer mit einem Geschoss, dass den Mindest-Power-Factor von 125 erreicht, sicher umfallen. Somit hat jeder Schütze die Chance, bei einem guten Treffer den Popper mit einem Schuss umzuwerfen. Unter dem beim Wettbewerb herrschenden Zeitdruck ist es jedoch nicht selten, dass Schützen nur den Rumpf des Poppers treffen - bei größeren und stärkeren Kalibern ist die Wahrscheinlichkeit dann höher, dass der Popper trotzdem fällt, als bei Schützen, die das Mindest-Kaliber und den Mindest-Power-Factor verwenden.

Sämtliche Ziele lassen sich auch als so genannte Strafziele (Penalty Targets, früher No-Shoots genannt) aufstellen. Dabei wird die Scheibe oder der Popper entweder mit einem roten X durchkreuz oder aber komplett rot angemalt. Neuerdings werden vermehrt auch komplett weiße Papierscheiben als Penalty Targets verwendet, da einige Hersteller dazu übergegangen sind, für die Rückseite des Wellkartons von IPSC Targets weißes Papier zu verwenden. Andere Farben sind zwar auch zulässig, aber ungebräuchlich. Erwähnenswert wäre hier noch das "Hard Cover". Hierbei wird ein Classic Target schwarz eingefärbt und symbolisiert ein undurchdringliches Ziel. Dieses wird meist als Sichtschutz auf Classic Targets oder Popper verwendet. Der Schütze darf das Hard Cover zwar beschießen und auch treffen, erhält dafür aber weder Wertungs- noch Strafpunkte. Wird ein Penalty Target getroffen, bei Scheiben innerhalb des Non Scoring Borders, werden dem Schützen zehn Punkte abgezogen. Wird ein Penalty-Popper vom Schützen beschossen und getroffen, fällt aber NICHT um, werden dem Schützen in der Regel hierfür keine Strafpunkte erteilt. Nach jedem Durchlauf werden die Löcher der beschossenen Targets abgeklebt und Popper sowie Plates wieder aufgestellt für den nächsten Schützen.

Eine negative Gesamtwertung gibt es nicht, erhält ein Schütze mehr Strafpunkte als Wertungspunkte, bekommt er eine so genannte Nullwertung, also ein Stage Score von null.

Ein Beschießen von Zielen durch Barrieren wie aufgestellte Trennwände oder Hard Covers kann zur Disqualifikation führen, da sich der Schütze unsportliche Vorteile verschafft hat.

Wertungspunkte und Stage Score[Bearbeiten]

Im Unterschied zu anderen Schießsportarten werden nicht nur die Punkte gewertet, sondern die Punkte werden durch die dafür benötigte Zeit in Sekunden dividiert. Die ergibt den Stage Score. Der Schütze, der den höchsten Stage Score erreicht, erhält die volle Punktzahl auf der jeweiligen Stage (100 Prozent). Die anderen Schützen erhalten so viele Stage-Punkte, wie sie im Score-Verhältnis zum Besten erreicht haben.

(Stage-Punkte \cdot \frac{Score}{Best-Score}).

Schon bei der Planung des Stageablaufes ist es wichtig das Wertungssystem des IPSC zu verstehen und auch, dass eine Stage nur gewonnen werden kann, wenn man diese "richtig" schießt und sowohl Zeit als auch die Treffer berücksichtigt.

Man nehme zum Beispiel an, man habe eine Stage mit 3 Papierzielen und einem Popper zu schießen. Die maximale Punktezahl betrage also 35 Punkte, und man schätze die benötigte Zeit auf 7 Sekunden. Der Hitfaktor beträgt dann 5 (35/7), d.h. jede Sekunde ist 5 Punkte wert, bzw. jeder Punkt muss in 0,2 Sekunden geschossen werden. Man nehmen an, man schieße Minor-Wertung (A=5 Punkte, C=3 Punkte und D=1 Punkt). Sofern man z.B. eine Splitzeit (Zeit zwischen zwei Schüssen) von 0,3 Sekunden hätte, so wüsste man, dass man ein Delta sehr wohl ausgleichen könnte, indem man nur ein Charlie schösse. Man verbesserte seinen Schuss also um 2 Punkte nach oben und bräuchte dafür nur 0,3 Sekunden. Für die zwei Punkte hätten man aber sogar 0,4 Sekunden Zeit gehabt, insofern könnte man durch das Nachschießen sein Ergebnis verbessern.

Hätte die Stage jedoch einen hohen Hitfactor, so müsste man die Taktik ändern. Gegeben sei eine Stage mit 90 Punkten, die man in ca. 6 Sekunden schießen kann. Mit der Formel Treffer/Zeit ergibt sich einen Hitfactor von 15; jede Sekunde ist also 15 Punkte wert und umgekehrt braucht man im Durchschnitt für jeden Punkt 0,06 Sekunden. Hier kommt man zu dem Schluss, dass es sich keinesfalls lohnt, ein D nachzuschießen, da man für die maximale Verbesserung von 4 Punkte nur 0,24 Sekunden Zeit hätte, also weniger als die angenommene Splitzeit von 0,3 Sekunden.

Durch die Einbeziehung der Zeit in das Gesamtergebnis wird der grundlegende Anspruch dieser Sportart, Treffsicherheit (Diligentia), Kraft (Vis) und Schnelligkeit (Celeritas) manifestiert - ein guter Schütze muss nicht nur gut treffen, sondern auch schnell sein und die richtige Wirkung erreichen. Dies wird gern mit den Buchstaben DVC abgekürzt.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Seit 1975 werden Weltmeisterschaften ausgetragen, die aus mehrtägigen Wettkämpfen mit mehr als 20 Einzelübungen bestehen. Zurzeit finden dieses alle 3 Jahre auf wechselnden Kontinenten statt.

Die nächste Weltmeisterschaft wird 2014 in den USA stattfinden.[2]

Bisherige Weltmeister:[3]

Zugang zum IPSC-Schießen/Sicherheits- und Regeltest (SuRT)[Bearbeiten]

Der IPSC-Weltverband überlässt es den einzelnen Mitgliedsregionen (-Ländern), den Zugang zum IPSC-Schießen zu organisieren.

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

In Deutschland ist für die Teilnahme am IPSC-Schießen die Mitgliedschaft im Bund Deutscher Sportschützen (BDS) erforderlich, sowie das vorherigen Bestehen eines Sicherheits- und Regeltests (SuRT), der durch den BDS organisiert und von erfahrenen Ausbildern durchgeführt wird.

Der SuRT besteht aus theoretischem Unterricht in den relevanten Sicherheits- und Sportregeln, einer theoretischen und praktischen Prüfung.

  • Theoretische Prüfung: Fragebogen zu Sicherheit, Verhalten, Ablaufregeln und Punktewertung.
  • Praktische Prüfung: Schießen einer Stage (Übung) unter Wettkampfbedingungen mit dem Prüfer als Range Officer ("Schiedsrichter"). Bewertungskriterien sind die erfolgreiche Einhaltung von Sicherheitsregeln bei Waffenhandhabung, Einhaltung der Regeln der BDS-Sportordnung für das IPSC-Schießen (Ablauf, Ausrüstung, sichere Handhabung der Waffe und sonstiger Ausrüstung).

Der zukünftige IPSC-Sportschütze legt damit Zeugnis ab, dass er die Regeln des IPSC-Sportes verinnerlicht hat und den sicheren, praktischen Umgang mit der Waffe beherrscht. Dies ist wichtig, da Sicherheit beim Schießsport oberste Priorität hat. So wird garantiert, dass die Teilnehmer eine Mindestqualifikation besitzen, die es erlaubt, dass IPSC-Turniere sicher, sportlich und waffenrechtlich korrekt durchgeführt werden können.

Kritik am Schießen nach IPSC[Bearbeiten]

Der Schießsport gemäß IPSC-Richtlinien ist infolge von Amokläufen mit Sportwaffen in die Kritik geraten, obwohl bis heute kein Fall bekannt ist, in dem ein IPSC-Sportler ein solches Verbrechen begangen hätte oder eine Sicherheitsgefährdung durch IPSC oder der hierfür verwendeten Waffen aufgetreten wäre. In Deutschland wird im Zuge der Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts dennoch seit dem Frühjahr 2009 ein Verbot des IPSC-Schießen diskutiert.[4]

Otto Obermeyer, ehemaliger Präsident des Bundes Deutscher Sportschützen, kritisiert am IPSC-Schießen:

„Für mich ist das reines Kampfschießen, was hier gemacht wird, unter dem Deckmantel des Sportschießens (...). Ich kritisiere daran, dass hier Leute fit gemacht werden im superschnellen Schießen in ganz kurzer Zeit bei äußerster Treffsicherheit. Wenn da mal ein Schütze, nur einer, ausrastet und einen Amoklauf machen würde, dann wäre das eine absolute Superkatastrophe, eine nicht mehr wieder gut zu machende Superkatastrophe.[5]

Zu seiner Zeit als Präsident des BDS hatte Obermeyer hingegen noch für IPSC als Schießsport geworben. Er war um 1980 mitverantwortlich für die Einführung von IPSC als Sport in Deutschland. Noch 1993 verfasste er einen entsprechenden Artikel im Deutschen Waffen-Journal [6][7]. Obermayer musste 1996 als Präsident des BDS zurücktreten, nachdem er verbandsintern in heftige Kritik geraten war, weil er hohe Aufwandsentschädigungen vom BDS bezog. Nach seinem Ausscheiden versuchte er vergeblich, in Konkurrenz zum BDS einen neuen Verband zu initiieren, der IPSC-ähnliches Schießen anbietet.

Wilfried Albishausen, bis September 2013 Stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, sieht das IPSC-Training ebenfalls kritisch. Er fordert aber ohnehin ein generelles Verbot von großkalibrigen Waffen für Sportschützen. Diese seien Kriegswaffen, die nicht in die Hände von Privatleuten gehörten.

„Das gehört verboten, das braucht man nicht. Sportschießen kann man mit anderen Waffen machen.[8]

IPSC wurde in den Jahren 2004/2005 vom Bundesverwaltungsamt als Sportart anerkannt. Im Gegensatz zum Combat Shooting (Kampfmäßiges Schießen) der Polizei und des Militärs ist dem Schützen beim IPSC vor dem Betreten der Schießbahn die Lage der einzelnen Ziele und der Ablauf der Übung bekannt, das Schießen aus der Deckung heraus kommt ebenso nicht vor wie das Abgeben ungezielter Schüsse (sog. Deutschüsse) und das Schießen im Laufen. Beim IPSC-Schießen werden keine menschlichen Silhouetten oder Abbilder als Ziele benutzt und das Tragen von Uniformen oder Uniformteilen ist ausschließlich aktiven Angehörigen der Streitkräfte und der Polizei erlaubt. Für alle anderen ist Zivilkleidung vorgeschrieben. Bei Wettkämpfen entscheidet im Zweifel der Veranstalter (Match Director), ob Bekleidungsteile als verbotene Uniform zu werten sind. Außerdem sind militärische Ausrüstungsgegenstände wie zum Beispiel taktische Oberschenkelholster verboten.

Auf der anderen Seite wird IPSC, insbesondere in den Vereinigten Staaten, gerade deshalb kritisiert, weil es sich zu einer reinen Sportart entwickelt habe, die mit dem praktischen Einsatz von Schusswaffen zur Selbstverteidigung nurmehr wenig gemein habe. Aus diesem Gedanken heraus entstand in den USA eine neue Disziplin IDPA, die wesentlich strengere Maßstäbe an die praktische Verwendbarkeit von Ausrüstung und Techniken anlegt.[9][10]

Die Bundesregierung veröffentlichte im Februar 2010 eine Stellungnahme zur aktuellen waffenrechtlichen Situation, in der insbesondere das IPSC-Schießen überprüft wurde. Die Stellungnahme legt dar, dass es keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf in Bezug auf IPSC-Schießen oder legalen Privatbesitz von Schußwaffen gibt.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Production Division List
  2. http://www.ipsc.org/pdf/genasm35.pdf
  3. IPSC Hall of Champions, accessed November 2, 2008 http://www.ipsc.org/results/hoc.htm
  4. http://www.zeit.de/online/2009/19/waffenrecht-bundestagsfraktionen Große Koalition will Waffenrecht verschärfen, in: Zeit online vom 6. Mai 2009
  5. http://daserste.ndr.de/panorama/media/panoramawaffen108.pdf , S. 4
  6. Otto Obermeyer, Artikel: "Klarstellung. Warum das IPSC-Schießen des BDS kein Verteidigungsschießen ist", in: Deutsches Waffen-Journal 05/1993
  7. http://www.ipsc4ever.info/index.php?option=com_content&task=view&id=59&Itemid=110
  8. http://www.3sat.de/page/?source=/ard/dokumentationen/167606/index.html
  9. http://www.shootingtimes.com/gunsmoke/0705/
  10. http://www.idpa.com/dps_info.asp
  11. http://www.visier.de/bilder/pdf/stellungnahme_bundesregierung.pdf