International Stabilization Force

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Neuseeländische Soldaten in Dili

Die International Stabilization Force ISF (dt.: Internationale Stabilisierungskräfte) war eine multinationale, militärische Eingreiftruppe unter Führung Australiens in Osttimor. Aufgrund der Unruhen von 2006, bei denen mindestens 37 Menschen starben und 155.000 Menschen zur Flucht gezwungen wurden, bat die Regierung Osttimors um internationale Unterstützung zur Wiederherstellung der Ordnung. Die ersten Einheiten der ISF landeten am 25. Mai 2006 am Flughafen von Dili. Die Mission endete im Dezember 2012. Am 25. März 2013 wurden die Büros und das Lager an Osttimor übergegeben.[1]

Inhaltsverzeichnis

Allgemein [Bearbeiten]

Australische ISF-Truppen landen in Comoro (2006)
Australische ISF-Soldaten in Dili auf Patrouille (2009)

Neben Australien haben auch Neuseeland und zeitweise Malaysia und Portugal Truppen nach Osttimor entsandt. Anfangs waren über 3.000 Soldaten im Einsatz, seitdem aber die Vereinten Nationen seit Ende August 2006 eine internationale Polizeimission (UNMIT) entsandt hat und sich die Lage beruhigt hat, wurde die Truppenstärke reduziert.

Die ISF und die UNMIT sorgen nun gemeinsam für die öffentliche Ordnung und helfen beim Wiederaufbau der osttimoresischen Sicherheitskräfte. Australien legte aber Wert darauf, dass die ISF weiterhin unter ihrer und nicht unter UN-Führung bleiben. Eine wichtige Aufgabe beider war auch die Sicherung des einigermaßen friedlichen Ablaufs der Präsidenten- und Parlamentswahlen 2007.

Erfolglos war der Versuch der ISF, den flüchtigen Anführer der 2006 rebellierenden Soldaten Alfredo Reinado zu fangen. Ein Zugriffsversuch in Same scheiterte trotz Einsatz einer australischen Spezialtruppe und Hubschrauber. Reinado kam bei einem Attentat auf die Staatsführung Osttimors am 11. Februar 2008 ums Leben. Die Rebellenbewegung brach daraufhin in den folgenden Wochen zusammen.

Die Staatsführung Osttimors begrüßt die Unterstützung durch die ISF. Die Truppen wurden aber aufgrund der Fortschritte bei der Stabilisierung des Landes nach und nach reduziert und man schlägt vor, dass die letzten ausländischen Soldaten nach den Wahlen 2012 das Land verlassen sollen.[2]

Zusammensetzung der Truppe [Bearbeiten]

Ehrung neuseeländischer ISF-Soldaten durch Präsident Ramos-Horta (2011)

Ende Oktober 2008 bestand die ISF noch aus etwa 1000 Mann. Australien stellte Soldaten der ANZAC Battle Group des 1st Battalion of the Royal Australian Regiment aus Townsville. Dazu kamen noch Einheiten der Heeresflieger, Logistik, Militärpolizei und Pioniere. Im Februar 2008 verstärkte Australien nach dem Attentat vom 11. Februar 2008 seine Truppen zunächst von 800 auf 1000 Mann. Im Oktober 2009 bestand das australische Kontingent nur noch aus 650 Mann.[3] Neuseeland stellte im Dezember 2009 noch 155 Soldaten. Dazu gehören eine der ANZAC Battle Group unterstellte infantry rifle company und zwei Hubschrauber vom Typ Iroquois mit 32 Angehörigen des No 3 Squadron der Royal New Zealand Air Force.

2010 wurde die Truppe auf 400 australische und 75 neuseeländische Soldaten reduziert.[2]

Liste der Kommandeure [Bearbeiten]

Brigadier Mark Holmes (2008)
Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
10 Colonel Luke Foster 3. Juli 2011 ---
9 Colonel Michael Reilly 9. Oktober 2011 3. Juli 2011
8 Colonel Simon Stuart 25. Februar 2010 9. Oktober 2011
7 Commodore Stuart Mayer 23. Oktober 2009 25. Februar 2010
6 Brigadier Bill Sowry 19. Januar 2009 23. Oktober 2009
5 Brigadier Mark Holmes 31. Juli 2008 19. Januar 2009
4 Brigadier James Baker 29. Januar 2008 31. Juli 2008
3 Brigadier John Hutcheson 2. August 2007 29. Januar 2008
2 Brigadier Mal Rerden Oktober 2006 2. August 2007
1 Brigadier Michael Slater 25. Mai 2006 Oktober 2006

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Webseite der Regierung Osttimors: ISF returns aerodrome to Ministry of Justice, abgerufen am 19. April 2013
  2. a b The Age, 24. Dezember 2010, East Timor wants Diggers to leave
  3. Australia Network, 24. Oktober 2009, East Timor discusses future role of Australian soldiers