Internationale Demokratische Frauenföderation

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Die Internationale Demokratische Frauenföderation (IDFF) (frz. Fédération Démocratique Internationale des Femmes, FDIF; engl. Women's International Democratic Federation, WIDF) wurde am 1. Dezember 1945 in Paris als Dachorganisation antifaschistischer Frauenorganisationen unter maßgeblicher Beteiligung sowjetischer und französischer Frauen gegründet. Es ist eine lose Vereinigung von Frauenorganisationen aus aller Welt, der gegenwärtig (Stand Ende 2009) rund 600 Mitglieder angehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Ilse Thiele, Vorsitzende des DFD und DDR-Vertreterin in der IDFF, 1967

Präsidentin der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs neu gegründeten IDFF war von 1945 bis 1967 die Französin Eugénie Cotton (1881–1967). Als Nachfolgerin wurde 1969 die Finnin Hertta Kuusinen (1904–1974) gewählt, 1974 folgte die Australierin Freda Brown, 1992 die Sudanesin Fatima Ahmed Ibrahim, von 1994 bis 2002 die Französin Sylvie Jan und ab 2002 Marcia Campos aus Brasilien. Als Vizepräsidentinnen wurden bis 1990 in der Regel 10 bis 12 Vertreterinnen nationaler Organisationen gewählt, die das sozialistische Lager in Europa, die Befreiungsbewegungen in Afrika und Lateinamerika vertraten sowie Repräsentantinnen kommunistischer Bewegungen in Westeuropa waren. Erste Generalsekretärin der IDFF war Marie-Claude Vaillant-Couturier; es folgten Angiola Minella (Italien), Carmen Zanti (Italien), Rosa Jasovich Pantaleon (Argentinien), Cécile Hugel (Frankreich), Fanny Edelman (Argentinien), Mirjam Vire-Tuominen (Finnland) und Brigitte Triems (DDR).[1]

Bis 1949 hatten sich 60 Frauenorganisationen der IDFF angeschlossen, 1988 waren es 142 Frauenorganisationen aus 124 Ländern Europas, Asiens, Afrika und Lateinamerikas, 2002 gehörten 600 Organisationen aus 106 Ländern der IDFF an. Nach 1989 verlor die IDFF vor allem in Ost-Europa und Afrika ihre finanziellen Unterstützerinnen und Mitgliedsorganisationen sowie ihre internationale Präsenz. Im April 1994 in Paris orientierte sich die IDFF stärker auf eine Regionalisierung, ab 1998 auf Probleme der Gewalt gegen Frauen.

Publikationsorgan der IDFF war die Zeitschrift „Frauen der ganzen Welt“, die in mehreren Sprachen erschien.

Organisationsprinzip[Bearbeiten]

Oberstes Organ der IDFF waren und sind die IDFF-Weltkongresse, die anfänglich alle 2 bis 3 Jahre, später in der Regel alle 6 bis 7 Jahre durchgeführt wurden. – Der 12. IDFF-Kongress fand vom 18. bis 21. November 1998 in Bobigny bei Paris statt, vom 29. November bis 1. Dezember 2002 trafen sich die IDFF-Vertreterinnen zu ihrem 13. Kongress in Beirut. Das Exekutivkomitee und seit 1953 der Rat der IDFF leiteten zwischen den Kongressen die Arbeit. Organe des IDFF-Exekutivkomitees bzw. Rates waren sein Büro (ehrenamtlich) und sein Sekretariat (hauptamtlich). Sitz der IDFF und ihres Sekretariats war bis 1951 Paris, nach ihrer Ausweisung aus Frankreich zog die Hauptverwaltung nach Ostberlin in ein repräsentatives Gebäude (das Stammhaus der Disconto-Gesellschaft in der Straße Unter den Linden), wo es bis 1992 verblieb. Seitdem befindet sich das Sekretariat in Brasilien.

Der 14. Weltkongress der IDFF fand vom 7. bis 15. April 2007 in Caracas statt.[2]

Die IDFF besaß Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der UNO, bei der UNESCO und bei UNICEF. Als Hauptanliegen formuliert die IDFF „den Kampf für Frieden und Abrüstung, für nationale Unabhängigkeit und Demokratie, für die Rechte der Frauen und das Glück der Kinder“. Die IDFF wurde in der UNO-Kommission "Zum Status der Frau" durch Helga Hörz vertreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Francisca de Haan: Hoffnungen auf eine bessere Welt. Die frühen Jahre der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF/WIDF) 1945-1950. In: feministische studien, Heft 2/2009, S. 241-258

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IDFF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufzählung basiert zum Teil auf der (fehlerhaften) Liste bei http://www.pcperuano.com/old/0607congreso.htm
  2. Website mit Information zum Weltkongress 2007