Internationale Filmfestspiele Berlin 1952

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Die Internationalen Filmfestspiele Berlin 1952 fanden vom 12. bis 25. Juni 1952 statt.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Die erste Berlinale war erfolgreich beendet, da stand das neue Festival auch schon vor dem Aus. Die FIAPF, der Verband der internationalen Filmproduzenten, beschloss am 4. September 1951, dass es nur ein einziges Filmfestival mit einem internationalen Wettbewerb geben solle. Nur im Hinblick auf die Tradition der Festivals in Cannes und Venedig durften beide weiterhin einen Wettbewerb mit internationaler Jury durchführen. Ansonsten wurden die Mitgliedsproduzenten aufgefordert nicht an weiteren Festivals teilzunehmen, die einen Wettbewerb durchführten. Von der Berlinale verlangte die FIAPF, keine Jury mehr einzusetzen und keine Preise mehr zu vergeben (wie es auf der Berlinale 1951 noch geschehen war, ohne Zustimmung der FIAPF). Die Berlinale fand aus dem Dilemma heraus, indem sie die Gewinner der Goldenen Bären durch Publikumswahl festlegte.

1952 gab es den ersten Berlinale-Skandal: Orson Welles´ Othello-Verfilmung wäre gewiss einer der Höhepunkte des Festivals geworden, wenn es im Arbeitsausschuss der Festspiele nicht einen Streit gegeben hätte um eine zwei Jahre zurückliegende Kritik des Regisseurs an der Situation im Nachkriegsdeutschland, die Ausschussmitglieder „anti-deutsch“ nannten. Die Einladung von Othello wurde verhindert; als der Film doch noch verspätet zum Festival gebeten wurde, lehnte Welles ab.

Prominentester Gast der Berlinale war Billy Wilder. Siegerfilm wurde Sie tanzte nur einen Sommer (Hon dansade en sommar) von Arne Mattsson, in dem eine Nacktszene Furore machte. Weder Jean Renoirs Der Strom (The River) noch Akira Kurosawas Rashomon – Das Lustwäldchen und Vittorio De Sicas Das Wunder von Mailand (Miracolo a Milano) konnten bei der Publikumswahl einen der drei Preise gewinnen.

Wettbewerb[Bearbeiten]

Der Siegerfilm ist orange unterlegt.

Filmtitel Originaltitel Regisseur Produktionsland Darsteller (Auswahl)
Chefarzt Dr. Delius Un grand patron Yves Ciampi Frankreich Pierre Fresnay, Renée Devillers, Marcel André
Denn sie sollen getröstet werden Cry, the Beloved Country Zoltan Korda Großbritannien Sidney Poitier, Joyce Carey, Canada Lee
Ehefrau für eine Nacht Moglie per una notte Mario Camerini Italien Gino Cervi, Gina Lollobrigida, Nadia Gray
Fanfan, der Husar Fanfan la Tulipe Christian-Jaque Italien, Frankreich Gérard Philipe, Gina Lollobrigida, Marcel Herrand
Rashomon – Das Lustwäldchen Rashômon Akira Kurosawa Japan Toshiro Mifune, Machiko Kyō, Masayuki Mori
Sie tanzte nur einen Sommer Hon dansade en sommar Arne Mattsson Schweden Ulla Jacobsson, Edvin Adolphson, John Elfström
Der Strom The River Jean Renoir Frankreich, Indien, USA Nora Swinburne, Esmond Knight, Arthur Shields
Unter den tausend Laternen Erich Engel Deutschland, Frankreich Michel Auclair, Gisela Trowe, Inge Meysel
Das Wunder von Mailand Miracolo a Milano Vittorio De Sica Italien Emma Gramatica, Francesco Golisano, Paolo Stoppa

Preisträger[Bearbeiten]

Goldener Bär[Bearbeiten]

Silberner Bär[Bearbeiten]

Bronzener Bär[Bearbeiten]

  • Denn sie sollen getröstet werden (Cry, the Beloved Country)

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]