Internationale Filmfestspiele Berlin 1976

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin Filmjahr 1976 fanden vom 25. Juni bis zum 6. Juli 1976 statt.

Dies war das letzte Festival unter der Leitung des Gründungsdirektors Alfred Bauer, dessen Vertrag am 30. November 1976 auslief. Bauer ging anschließend in den Ruhestand.

Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika stand die Geschichte der USA im Mittelpunkt des Festivals. George Stevens Jr. zeigte seinen Dokumentarfilm America at the Movies, Robert Altman Buffalo Bill und die Indianer. Im Wettbewerb stand außerdem der Watergate-Film Die Unbestechlichen (außer Konkurrenz) von Alan J. Pakula und im Programm des Internationalen Forums des Jungen Films wurde der Dokumentarfilm The Unquiet Death of Julius and Ethel Rosenberg gezeigt. Ein weiterer kritischer Beitrag zur amerikanischen Geschichte war die Wiederaufführung von Charlie Chaplins Film Ein König in New York.

Der größte Skandal fand während des Forums statt. Der japanische Film Im Reich der Sinne von Nagisa Ōshima wurde während der Berlinale-Premiere von der Staatsanwaltschaft konfisziert und nach einer Gerichtsverhandlung verboten. Erst 1978 wurde das Verbot aufgehoben und der Film kam in die deutschen Kinos.

Wettbewerb[Bearbeiten]

Folgende Filme wurden im Wettbewerb gezeigt:

Filmtitel Regisseur Produktionsland Darsteller (Auswahl)
Baghé sangui Parviz Kimiavi Iran
Buffalo Bill und die Indianer Robert Altman USA Paul Newman, Joel Grey, Harvey Keitel
Canoa Felipe Cazals Mexiko
Dokter Pulder zaait papavers Bert Haanstra Niederlande
Expropiación Mario Robles Venezuela, Peru
Fogo Morto Marcos Farias Brasilien
F wie Fairbanks Maurice Dugowson Frankreich Patrick Dewaere, Miou-Miou, Michel Piccoli
Ein göttliches Geschöpf Giuseppe Patroni Griffi Italien Laura Antonelli, Terence Stamp, Michele Placido
Honjin satsujin jiken Yoichi Takabayashi Japan Akira Nakao, Takahiro Tamura
Hotel Pacific Janusz Majewski Polen, Tschechoslowakei Marek Kondrat, Roman Wilhelmi
Identifizierung László Lugossy Ungarn
Lange Ferien von '36 Jaime Camino Spanien Ángela Molina
Lieber Michele Mario Monicelli Italien
Der Mann, der vom Himmel fiel Nicolas Roeg Großbritannien David Bowie, Rip Torn
Mozart – Aufzeichnungen einer Jugend Klaus Kirschner Deutschland
Nächte und Tage Jerzy Antczak Polen Jadwiga Barańska, Jerzy Binczycki
Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner Kurt Gloor Schweiz
Strandwächter im Winter Goran Paskaljević Jugoslawien Irfan Mensur, Gordana Kosanovic
Taschengeld François Truffaut Frankreich
Der Untersuchungsrichter und der Wald Rangel Vulchanov Bulgarien
Verlorenes Leben Ottokar Runze Deutschland Gerhard Olschewski, Marius Müller-Westernhagen, Gert Haucke
Der weiße Dampfer Bolotbek Schamschijew Sowjetunion

Internationale Jury[Bearbeiten]

Jurypräsident war der polnische Regisseur Jerzy Kawalerowicz. Er stand folgender Jury vor: Marjorie Bilbow (Großbritannien), Michel Ciment (Frankreich), Guido Cincotti (Italien), Georgi Daniela (UdSSR), Wolf Hart (Deutschland), Bernard R. Kantor (USA), Fernando Macotela (Mexiko), Márta Mészáros (Ungarn), Hannes Schmidt (Deutschland) und Shūji Terayama (Japan).

Preisträger[Bearbeiten]

Weitere Preise[Bearbeiten]

  • FIPRESCI-Preis (Wettbewerb): Lange Ferien von '36 von Jaime Camino
  • FIPRESCI-Preis (Forum): Der stürzende Thron von Nina Shivdasani und Kaddu Beykat von Safi Faye
  • Interfilm Award – Otto-Sibelius-Preis (Wettbewerb): Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner von Kurt Gloor
  • Interfilm Award – Otto-Sibelius-Preis (Forum): Al hayatt al yawmiyah fi quariah suriyah von Omar Amiralay
  • Leserpreis der Berliner Morgenpost: Taschengeld von François Truffaut

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]