Internationale Friedensfahrt

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Logo der 30. Internationalen Friedensfahrt

Die Internationale Friedensfahrt (poln. Wyścig Pokoju sowie tschech. Závod Míru bzw. international üblich franz. Course de la Paix) war ein Etappenrennen in Mitteleuropa und bis zum politischen Umbruch in den ehemaligen Ostblockstaaten 1989 das international bedeutendste Amateurradrennen. Bis auf wenige Ausnahmen waren Berlin, Prag und Warschau jährlich abwechselnd Start-, Etappen- oder Zielort. Das bisher letzte Rennen wurde 2006 durch Deutschland, Österreich und Tschechien ausgetragen, nachdem es 2005 nicht in die damals neue UCI Protour aufgenommen wurde und auf Grund finanzieller sowie organisatorischer Probleme erstmals seit der Erstaustragung nicht stattgefunden hatte.

Für das Jahr 2014 war vom 1. bis 6. Mai eine Neuauflage des Rennens geplant. Die Friedensfahrt wurde im internationalen Rennkalender der UCI unter der Kategorie 2.2 eingestuft,[1] der Plan wurde jedoch durch den Organisator, den ehemaligen tschechoslowakischen Rennfahrer Jozef Regec, aufgegeben. Stattdessen wurden vier Eintagesrennen im Rennkalender der UCI Europe Tour 2014 registriert.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Picassos Friedenstaube – Wappentier der Internationalen Friedensfahrt
Plakat der Friedensfahrt 1955
2. Etappe der Friedensfahrt 1960, 5. Mai: Die beiden Erstplatzierten erhielten als Preis ein Motorrad und ein Moped. Links: Täve Schur, Pl. 2, DDR, rechts: Albert Coven, Belgien, Pl. 1
Logo zur Friedensfahrt 1987
1987: Start der 156 Fahrer zur 40. Friedensfahrt in Berlin

Die Friedensfahrt wurde 1948 erstmals ausgetragen und fand zunächst zwischen Warschau und Prag statt. Veranstalter waren die Tageszeitungen Rudé Právo aus Prag und Trybuna Ludu aus Warschau. Ab 1952 wurde das Rennen auch nach Ost-Berlin geführt und verband danach in wechselnder Streckenführung jeweils im Mai die Hauptstädte der drei teilnehmenden Staaten Polen, Tschechoslowakei und DDR. Für die DDR war die Tageszeitung Neues Deutschland Veranstalter. Offizielles Symbol für die Friedensfahrt wurde Pablo Picassos weiße Friedenstaube.

Wegen der politischen Situation in der Tschechoslowakei wurde die Friedensfahrt 1969 nur auf dem Gebiet Polens und der DDR ausgetragen.

Der spätere Straßenradweltmeister Täve Schur wurde 1955 der erste Gesamtsieger für die DDR. Ein Jahr später trat erstmals ein Team aus Westdeutschland an. Die erste Etappe für die Bundesrepublik gewann der spätere Bundestrainer Peter Weibel 1976.

Die Friedensfahrt galt bis zur Wende 1989 als die „Tour de France des Ostens“ und war dort ähnlich populär wie diese in Westeuropa.

Die Friedensfahrt wurde weitgehend von den Staatsamateuren der mittel- und osteuropäischen Länder dominiert. Die ebenfalls teilnehmenden westeuropäischen Nationalmannschaften konnten nur mit Nachwuchsfahrern, die keinen Profistatus hatten, starten.

Einen entscheidenden Einschnitt für die Rundfahrt stellte das Jahr 1989 dar. Der Amateurstatus verlor innerhalb kürzester Zeit seine Bedeutung und wurde schließlich ganz abgeschafft. Die Friedensfahrt geriet in die Krise. Mitte der 1990er Jahre wurde sie zu einem Profirennen umgestaltet und hatte sich im Kalender des Radsportweltverbands UCI als Rennen der mittleren Kategorie 2.2 etabliert. Sie führte weiterhin durch die klassischen Teilnehmerländer Polen, Tschechien bzw. Slowakei und Deutschland, berührte deren Hauptstädte jedoch nur noch selten.

Der erfolgreichste Teilnehmer ist Steffen Wesemann, der die Friedensfahrt zwischen 1992 und 2003 fünf Mal gewinnen konnte. Je vier Erfolge errungen haben Uwe Ampler (dreimal für die DDR, einmal für das polnische Team „Mroz“) und der Pole Ryszard Szurkowski. Der zweimalige Gewinner Gustav-Adolf Schur, genannt „Täve“, wurde nach 1989 mit großem Abstand zum populärsten Sportler der DDR gewählt.

Trikotwertungen[Bearbeiten]

Seit ihrem Debüt im Jahr 1948 wurden bei der Internationalen Friedensfahrt das Gelbe Trikot für den führenden Fahrer der Gesamteinzelwertung und das Blaue Trikot für die beste Mannschaft vergeben. Im Laufe der Zeit wurden weitere Kategorien eingeführt, die durch verschiedene Trikots repräsentiert wurden. Voraussetzung für den Gesamtsieg in jeder dieser Wertungen war die vorschriftsmäßige Absolvierung der gesamten Rundfahrt. Wenn ein Fahrer in mehreren Wertungen gleichzeitig in Führung lag, galt für die Trikotwahl folgende Rangfolge:

1. Gesamtwertung – Einzel
2. Vielseitigster Fahrer
3. Aktivster Fahrer / Bester Sprinter
4. Bester Bergfahrer
5. Punktbester Fahrer

Aktuelle Kategorien[Bearbeiten]

Gesamtwertung – Einzel[Bearbeiten]

Trikot für Besten Fahrer

Als Kriterium für die Gesamteinzelwertung gilt die Summe aller Zeiten aus den einzelnen Etappen und dem Prolog (außer Mannschaftszeitfahren), der Fahrer mit der niedrigsten Gesamtzeit führt dabei die Wertung an. Bei Gleichheit entscheidet die niedrigere Summe der Platzierungen bei den bisher absolvierten Etappen (bis 1986 identisch mit der Wertung des Punktbesten Fahrers). Gibt es auch hier keinen Unterschied, ist die größere Anzahl der besseren Plätze – verglichen vom ersten Platz an – ausschlaggebend. Falls auch hier Gleichheit herrscht, entscheidet die bessere Platzierung auf der zuletzt beendeten Etappe.

Die Gesamtzeit setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • die Summe der auf den Etappen gemessenen Fahrzeiten (außer Mannschaftszeitfahren)
  • bis 1981 pro Etappe fünf, drei und eine Sekunde(n) Gutschrift bei einem Podiumsplatz (außer Prolog und Mannschaftszeitfahren)
  • ab 1982 pro Etappe zehn, sechs und drei Sekunden Gutschrift bei einem Podiumsplatz (außer Prolog und Mannschaftszeitfahren)
  • im Endklassement zehn, sechs und drei Sekunden Gutschrift für die drei Erstplatzierten der Abschlusswertungen Aktivster Fahrer, Bester Bergfahrer und Punktbester Fahrer
  • ggfs. zusätzliche Strafzeit aufgrund vorschriftswidrigen Verhaltens (in der Regel bei Gefährdung anderer Fahrer bzw. Zuschauer verhängt)

Steffen Wesemann (Deutschland) trug insgesamt fünfmal das Gelbe Trikot am Ende der Rundfahrt, womit er alleiniger Rekordhalter ist. Mit 49 Etappen hatte der vierfache Gesamtsieger Ryszard Szurkowski (POL) das Gelbe Trikot am längsten in seinem Besitz.

Gesamtwertung – Mannschaft[Bearbeiten]

Trikot für Beste Mannschaft

Die Kategorie der Besten Mannschaft existiert seit 1951. Bekamen die Sieger im Premierenjahr noch weiße Trikots verliehen, kennzeichnete in den anschließenden 38 Jahren die Farbe Blau das führende Team in der Mannschaftswertung. Seit 1990 werden die Trikots nur noch symbolisch zum Ende jeder Friedensfahrt-Austragung an die Siegermannschaft überreicht.

Als Kriterium gilt die Summe der Etappen-Mannschaftszeiten, die Mannschaft mit der niedrigsten Gesamtzeit führt dabei die Wertung an. Bei Gleichheit entscheidet bei den betroffenen Mannschaften die niedrigere Summe der Plätze der in der Gesamteinzelwertung drei bestplatzierten Fahrer. Gibt es auch hier keinen Unterschied, gibt der in der Gesamteinzelwertung bestplatzierte Fahrer aller betroffenen Mannschaften den Ausschlag.

Die Gesamtzeit setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • die Summe der auf den einzelnen Etappen inkl. Prolog gemessenen Fahrzeiten (ohne Zeitgutschriften) der jeweils drei bestplatzierten Fahrer jeder Mannschaft
  • die beim Mannschaftszeitfahren erzielte Zeit, gemessen am vierten Fahrer

Mit insgesamt 20 Gesamterfolgen ist die Auswahl der UdSSR unangefochtener Rekordsieger in dieser Kategorie, die zudem mit 218 Etappen am längsten die Spitzenposition innehatte. Seit der Zulassung von Profi-Rennställen im Jahre 1996 konnte das Team T-Mobile mit insgesamt vier Gesamtsiegen am häufigsten triumphieren.

Aktivster Fahrer / Bester Sprinter[Bearbeiten]

Trikot für Aktivsten Fahrer bis 1997
Trikot für Besten Sprinter seit 1998

Die Wertung für den Aktivsten Fahrer wurde 1962 eingeführt und durch das Violette Trikot repräsentiert. Mit der 1998 erfolgten Umstellung wurde die Kategorie in Bester Sprinter und die Trikotfarbe in Grün geändert.

Als Kriterium gilt die Summe aller Punkte aus Prämienspurts und Vorstößen, der Fahrer mit der höchsten Punktzahl führt dabei die Wertung an. Bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Platzierung in der Gesamteinzelwertung.

Die Punktevergabe setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • drei, zwei und ein Punkt(e) für die drei Erstplatzierten bei Prämienspurts
  • drei Punkte für jeden Ausreißer bzw. jeden Teilnehmer einer maximal zehn Fahrer umfassenden Ausreißergruppe, dessen Vorsprung am Etappenziel wenigstens 1:30 min vor dem nächstplatzierten Fahrer betragen. Für jede weitere begonnene halbe Minute Vorsprung wird ein zusätzlicher Punkt vergeben

Rekordsieger dieser Kategorie ist Olaf Ludwig, der, ausschließlich für die DDR startend, am Ende von acht Rundfahrten das Violette Trikot des Aktivsten Fahrers sein Eigen nennen konnte. Mit 55 Etappen hatte der gebürtige Geraer das Trikot auch am längsten in seinem Besitz.

Bester Bergfahrer[Bearbeiten]

Trikot für Besten Bergfahrer 1969 bis 1971
Trikot für Besten Bergfahrer 1972 bis 1997
Trikot für Besten Bergfahrer seit 1998

Die Wertung für den Besten Bergfahrer wurde 1956 eingeführt, zunächst ohne Trikotvergabe. Ab 1969 bekam der Bestplatzierte in dieser Kategorie das Rosa Trikot verliehen. Ab 1972 wurde die Trikotfarbe in Grün geändert und die nächsten 25 Jahre beibehalten. Mit der Umstellung der Kategorien und der Einführung des Grünen Trikots für den besten Sprinter im Jahr 1998 wird für den besten Kletterer fortan das Gepunktete Trikot vergeben.

Als Kriterium für diese Kategorie gilt die Summe aller Punkte aus Bergwertungen, der Fahrer mit der höchsten Punktzahl führt dabei die Wertung an. Bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Platzierung in der Gesamteinzelwertung.

Die Punktevergabe setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • sieben, fünf, drei, zwei und einen Punkt(e) für die fünf Erstplatzierten bei Anstiegen der Kategorie I (Erhebungen von mindestens 5 km Länge und einem Höhenunterschied von mindestens 250 m)
  • fünf, drei und einen Punkt(e) für die drei Erstplatzierten bei Anstiegen der Kategorie II (Erhebungen mit weniger als 250 m Höhenunterschied)

Drei Fahrer konnten sich am Ende der Rundfahrt drei Mal den Sieg in der Kategorie Bester Bergfahrer sichern. Sergei Suchorutschenkow (URS) stellte 1984 die Rekordmarke auf, die anschließend von Uwe Ampler (DDR) und Jaroslav Bílek (ČSSR) egalisiert wurde. Mit 21 Etappen hatten Ryszard Szurkowski (POL) und Uwe Ampler am häufigsten die Spitzenposition der Bergwertung inne.

Bester Nachwuchsfahrer[Bearbeiten]

Trikot für Besten Nachwuchsfahrer seit 1990

Die Wertung für den Besten Nachwuchsfahrer wurde 1989 eingeführt. Während im Premierenjahr ein schwarz-weiß gestreiftes Trikot gestiftet wurde, erhält der Führende in dieser Wertung ab 1990 das Weiße Trikot verliehen. Als Kriterium für diese Kategorie galt die Platzierung der Fahrer unter 21 Jahren in der Gesamteinzelwertung. 1998 wurde die Altersgrenze auf 23 Jahre angehoben, seit 2003 gelten 25 Jahre als Höchstgrenze.

Torsten Hiekmann (Deutschland) trug das Trikot des besten Nachwuchsfahrers mit zehn Etappen am längsten.

Eingestellte Kategorien[Bearbeiten]

Vielseitigster Fahrer[Bearbeiten]

Trikot für Vielseitigsten Fahrer

Das Rosa Trikot für den Vielseitigsten Fahrer wurde von 1980 bis 1995 vergeben. Als Kriterium galt die Punktsumme aus den drei Kategorien des Aktivsten Fahrers, des Besten Bergfahrers und des Punktbesten Fahrers, der Fahrer mit der höchsten Punktzahl führte dabei die Wertung an. Bei Punktgleichheit entschied die bessere Platzierung in der Gesamteinzelwertung.

Die Punktevergabe setzte sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • die Summe aller Punkte aus Prämienspurts und Vorstößen
  • die Summe aller Punkte aus Bergwertungen
  • zehn bis einen Punkt(e) für die zehn Erstplatzierten jeder Etappe (außer Mannschaftszeitfahren)

Rekordsieger dieser Kategorie ist Olaf Ludwig, der, ausschließlich für die DDR startend, insgesamt achtmal die Abschlusswertung des Vielseitigsten Fahrers gewinnen konnte. Mit 75 Etappen hatte Ludwig das Trikot auch am längsten in seinem Besitz.

Punktbester Fahrer[Bearbeiten]

Trikot für Punktbesten Fahrer bis 1989
Trikot für Punktbesten Fahrer 1990 bis 1997

Die Wertung für den Punktbesten Fahrer wurde 1978 eingeführt und bis 1989 durch das Weiße Trikot repräsentiert. Ab 1990 trug der Führende dieser Kategorie ein weißes Trikot mit roten Punkten, da das bisherige Trikot fortan dem Besten Nachwuchsfahrer vorbehalten war. 1998 wurde die Kategorie des punktbesten Fahrers abgeschafft und das Gepunktete Trikot an die Wertung des Besten Bergfahrers übertragen.

Als Kriterium galt die Summe aller Punkte aus den Etappen-Einzelwertungen. Bis 1986 entsprachen die Punkte dabei der jeweiligen Etappenplatzierung, der Fahrer mit der niedrigsten Punktzahl führte die Wertung an. Ab 1987 wurde die Punktevergabe dem Reglement der Internationalen Amateurradsport-Föderation FIAC angepasst, wodurch fortan der Fahrer mit der höchsten Punktzahl die Wertung anführte. Bei Punktgleichheit entschied die bessere Platzierung in der Gesamteinzelwertung.

Die Punktevergabe setzte sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • 25, 20, 16, 14, 12 Punkte für die fünf Erstplatzierten einer Etappe mit Massenstart, von Platz sechs bis Platz 15 wurden zehn bis einen Punkt(e) vergeben
  • zehn bis einen Punkt(e) für die zehn Erstplatzierten beim Prolog bzw. Einzelzeitfahren

Rekordsieger dieser Kategorie ist Olaf Ludwig, der, ausschließlich für die DDR startend, insgesamt sechsmal die Abschlusswertung für den Punktbesten Fahrers gewinnen konnte. Mit 47 Etappen hatte Ludwig das Trikot auch am längsten in seinem Besitz.

Aktuelles[Bearbeiten]

Start der 6. Etappe der 58. Friedensfahrt in Dippoldiswalde

Seit 2004 hat der tschechische Radsportverband die Rechte am Namen „Course de la Paix“, somit ist dieser auch hauptverantwortlich für die Durchführung des Rennens. Mit der Nichtaufnahme des Rennens in die neu geschaffene höchste Radsportklasse UCI ProTour 2005 verschlechterte sich die Stellung der Veranstaltung. Finanzielle und organisatorische Probleme – insbesondere die Trennung zwischen dem tschechischen Hauptorganisator Pavel Doležel und seinen deutschen Marketing-Partnern und dem daraus folgenden Verlust wichtiger deutscher Sponsoren – führten im Frühjahr 2005 dazu, dass die Friedensfahrt zunächst verschoben und schließlich ganz abgesagt wurde. Eine Wiederaufnahme des Rennens für 2006 erfolgte mit insgesamt acht Etappen, welche auf den Territorien der Länder Österreich (Start), Tschechische Republik und Deutschland (Ziel) vom 13. bis 20. Mai ausgefahren wurden. Zum ersten Mal war damit Österreich Veranstalterland.

Die 59. Auflage der Friedensfahrt im Jahr 2007 fiel aus. Hauptgrund war der Rückzug des Hauptsponsors Škoda Auto, der zunächst eine Finanzierungssicherung von 500.000 Euro gegeben, diese dann aber im November 2006 zurückgezogen hatte. Daraufhin gab der tschechische Verband bekannt, keinen neuen Partner gefunden zu haben. Seitdem fand keine Friedensfahrt statt.

Friedensfahrt-Fanfare[Bearbeiten]

Anfang der 1950er Jahre suchte der DDR-Rundfunk eine geeignete Fanfare für die Friedensfahrt-Berichterstattung und wählte die Rundfunkproduktion des Komponisten Paul Noack-Ihlenfeld. Die Fanfare wurde jeweils zu Beginn der Rundfunkübertragung sowie zu allen Siegerehrungen gespielt und etablierte sich schon bald als markante Erkennungsmelodie der Friedensfahrt. Später wurde sie in der DDR zum Symbol des Radsports allgemein und war wesentlicher Bestandteil bei Massensportbewegungen („Kleine Friedensfahrt“, „Kinder- und Jugendspartakiade“). Die Friedensfahrtfanfare wurde auch mit den Erfolgen des mehrfachen Friedensfahrtsiegers und Sportidols Täve Schur in Verbindung gebracht und war wohl die bekannteste und beliebteste Fanfare der DDR.

Radsportmuseum "Course de la Paix"[Bearbeiten]

Stilisierung der Kleinen Friedensfahrt auf einer Olympia-Briefmarke der DDR von 1976

In der Bördegemeinde Kleinmühlingen bei Calbe (Saale) befindet sich das einzige Friedensfahrt-Museum. Initiator dieser Einrichtung ist Horst Schäfer.

Die Grundsteinlegung für das neue Museum wurde am 21. Mai 2005 vollzogen, denn die Räume in denen es untergebracht war, boten nicht mehr genug Stellfläche für die vielen Exponate. Der Trägerverein wird von ehemaligen Radsportgrößen, unter anderen Täve Schur und Klaus Ampler, unterstützt.

Am 24. November 2007 öffnete das Friedensfahrt-Museum seine Türen für die Öffentlichkeit.

Die Gesamtsieger von 1948 bis 1961

Sieger[Bearbeiten]

Amateure/Elite[Bearbeiten]

1977
1987

In einigen Jahren wurden kurze Prolog- und Epilog-Etappen durchgeführt (P und E, Spalte Etappen)

Nr. Jahr Route Länge Etappen Einzelsieger Mannschaftssieger
01 1948 WarschauPrag 1104 km 07 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien August Prosenik PolenPolen Polen
01 1948 Prag–Warschau 0842 km 05 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Aleksandar Zorić PolenPolen Polen
02 1949 Prag–Warschau 1259 km 08 TschechoslowakeiTschechoslowakei Jan Veselý FrankreichFrankreich Frankreich 2
03 1950 Warschau–Prag 1539 km 09 DanemarkDänemark Willy Emborg TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
04 1951 Prag–Warschau 1544 km 09 DanemarkDänemark Kaj Allan Olsen TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
05 1952 Warschau–Berlin–Prag 2135 km 12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ian Steel Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
06 1953 Bratislava–Berlin–Warschau 2231 km 12 DanemarkDänemark Christian Pedersen Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik DDR
07 1954 Warschau–Berlin–Prag 2051 km 13 DanemarkDänemark Eluf Dalgaard TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
08 1955 Prag–Berlin–Warschau 2214 km 13 Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik Gustav-Adolf Schur TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
09 1956 Warschau–Berlin–Prag 2212 km 12 PolenPolen Stanislaw Krolak Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
10 1957 Prag–Berlin–Warschau 2220 km 12 Bulgarien 1948Bulgarien Nentscho Christow Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik DDR
11 1958 Warschau–Berlin–Prag 2210 km 12 NiederlandeNiederlande Piet Damen Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
12 1959 Berlin–Prag–Warschau 2057 km 13 Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik Gustav-Adolf Schur Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
13 1960 Prag–Warschau–Berlin 2290 km 13 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Erich Hagen Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
14 1961 Warschau–Berlin–Prag 2435 km 13 Sowjetunion 1955Sowjetunion Juri Melichow Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
15 1962 Berlin–Prag–Warschau 2407 km 14 Sowjetunion 1955Sowjetunion Gainan Saidchushin Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
16 1963 Prag–Warschau–Berlin 2568 km 15 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Klaus Ampler Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
17 1964 Warschau–Berlin–Prag 2246 km 14 TschechoslowakeiTschechoslowakei Jan Smolík Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
18 1965 Berlin–Prag–Warschau 2318 km 15 Sowjetunion 1955Sowjetunion Gennadi Lebedew Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
19 1966 Prag–Warschau–Berlin 2340 km 15 FrankreichFrankreich Bernard Guyot Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
20 1967 Warschau–Berlin–Prag 2307 km 16 BelgienBelgien Marcel Maes PolenPolen Polen
21 1968 Berlin–Prag–Warschau 2352 km 14 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Axel Peschel PolenPolen Polen
22 1969 Warschau–Berlin 2036 km 15 FrankreichFrankreich Jean-Pierre Danguillaume Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
23 1970 Prag–Warschau–Berlin 1976 km 15 PolenPolen Ryszard Szurkowski PolenPolen Polen
24 1971 Warschau–Berlin–Prag 1895 km 14 PolenPolen Ryszard Szurkowski Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
25 1972 Berlin–Prag–Warschau 2025 km 14 TschechoslowakeiTschechoslowakei Vlastimil Moravec Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
26 1973 Prag–Warschau–Berlin 2076 km P, 16, E PolenPolen Ryszard Szurkowski PolenPolen Polen
27 1974 Warschau–Berlin–Prag 1806 km 14 PolenPolen Stanislaw Szozda PolenPolen Polen
28 1975 Berlin–Prag–Warschau 1915 km P, 13 PolenPolen Ryszard Szurkowski Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
29 1976 Prag–Warschau–Berlin 1974 km P, 14 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Hans-Joachim Hartnick Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
30 1977 Warschau–Berlin–Prag 1648 km 13 Sowjetunion 1955Sowjetunion Aavo Pikkuus Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
31 1978 Berlin–Prag–Warschau 1796 km P, 12 Sowjetunion 1955Sowjetunion Alexander Awerin Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
32 1979 Prag–Warschau–Berlin 1942 km P, 14 Sowjetunion 1955Sowjetunion Sergej Suchorutschenkow Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
33 1980 Warschau–Berlin–Prag 2095 km P, 14 Sowjetunion 1955Sowjetunion Juri Barinow Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR
34 1981 Berlin–Prag–Warschau 1887 km P, 14 SowjetunionSowjetunion Schachid Sagretdinow SowjetunionSowjetunion UdSSR
35 1982 Prag–Warschau–Berlin 1941 km P, 12 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Olaf Ludwig Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
36 1983 Warschau–Berlin–Prag 1899 km P, 12 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Falk Boden Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
37 1984 Berlin–Prag–Warschau 1689 km P, 11 SowjetunionSowjetunion Sergej Suchorutschenkow SowjetunionSowjetunion UdSSR
38 1985 Prag – Moskau – Warschau – Berlin 1712 km P, 12 PolenPolen Lech Piasecki SowjetunionSowjetunion UdSSR
39 1986 Kiew – Warschau – Berlin – Prag 2138 km P, 15 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Olaf Ludwig SowjetunionSowjetunion UdSSR
40 1987 Berlin – Prag – Warschau 1987 km P, 14 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Uwe Ampler Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
41 1988 BratislavaKatowice – Berlin 2008 km P, 13 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Uwe Ampler SowjetunionSowjetunion UdSSR
42 1989 Warschau – Berlin – Prag 1927 km 12 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Uwe Ampler Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
43 1990 Berlin – SlušoviceBielsko-Biała 1595 km P, 11 TschechoslowakeiTschechoslowakei Ján Svorada TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
44 1991 Prag – Warschau 1261 km P, 9 SowjetunionSowjetunion Wiktor Rjaksinski PolenPolen Polen
45 1992 Berlin – KarpaczMladá Boleslav 1348 km P, 9 DeutschlandDeutschland Steffen Wesemann DeutschlandDeutschland Deutschland
46 1993 TáborNový Bor 1342 km P, 9 TschechienTschechien Jaroslav Bílek TschechienTschechien Tschechien
47 1994 Tábor – Trutnov 1354 km P, 9 DeutschlandDeutschland Jens Voigt TschechienTschechien Tschechien
48 1995 České BudějoviceOberwiesenthalBrno 1379 km P, 10 TschechienTschechien Pavel Padrnos PolenPolen Polen
49 1996 Brno – ŻywiecLeipzig 1703 km P, 10 DeutschlandDeutschland Steffen Wesemann DeutschlandDeutschland Team Telekom
50 1997 Potsdam – Żywiec – Brno 1629 km P, 10 DeutschlandDeutschland Steffen Wesemann DeutschlandDeutschland Team Telekom
51 1998 PoznańKarlovy VaryErfurt 1591 km 10 DeutschlandDeutschland Uwe Ampler PolenPolen Mróz
52 1999 ZnojmoPolkowiceMagdeburg 1613 km 10 DeutschlandDeutschland Steffen Wesemann PolenPolen Mróz
53 2000 HannoverKudowa-Zdrój – Prag 1608 km 10 PolenPolen Piotr Wadecki DeutschlandDeutschland Team Nürnberger
54 2001 ŁódźPlzeň – Potsdam 1611 km 10 DanemarkDänemark Jakob Piil DeutschlandDeutschland Team Telekom
55 2002 České Budějovice – Chemnitz – Warschau 1470 km 10 TschechienTschechien Ondřej Sosenka PolenPolen Mróz
56 2003 OlomoucWałbrzych – Erfurt 1552 km 09 DeutschlandDeutschland Steffen Wesemann PolenPolen CCC Polsat
57 2004 Brüssel – Wroclaw – Prag 1580 km 09 ItalienItalien Michele Scarponi DeutschlandDeutschland T-Mobile Team
58 2006 Linz – Karlovy Vary – Hannover 1296 km 08 ItalienItalien Giampaolo Cheula SchwedenSchweden Unibet.com

U23[Bearbeiten]

Die U23-Austragung läuft unter dem Namen Course de la Paix U23 / Závod Míru U23.

Junioren[Bearbeiten]

Die Juniorenaustragung läuft unter dem Namen Course de la Paix Junior.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Huhn: Die Geschichte der Friedensfahrt. 2001, ISBN 3-933544-52-1.
  • Kopfsteinpflaster und Asphalt. Radio-Feature des MDR. 1 CD. Pool Music und Media, 1998, 4260031180232.
  • Die Geschichte der Friedensfahrt. Sportverlag, Berlin 1954, Sammelband (Ltg.: Brigitte Roszak)
  • Hagen Boßdorf: Geschichte der Friedensfahrt. VHS-Video. 1997, ISBN 3-328-00770-9.
  • Täve Schur (Hrsg.): Friedensfahrt. Spotless-Verlag, 1995, ISBN 3-928999-47-8.
  • Manfred Hönel: 100 Highlights Friedensfahrt. 1997, ISBN 3-328-00717-2.
  • Klaus Huhn: Jedesmal im Mai. 1987, ISBN 3-328-00177-8.
  • Tilo Köhler: Der Favorit fuhr Kowalit: Täve Schur und die Friedensfahrt. 1997, ISBN 3-378-01015-0.
  • Adolf Klimanschewsky: Warschau, Berlin, Prag. Ein Erlebnisbericht von der Friedensfahrt 1952. Sportverlag, Berlin 1953.
  • Damals in der DDR. 3 CDs, 2001, BMG 743218855023 (u. a. mit der Friedensfahrt-Fanfare).
  • Rainer Sprehe: Alles Rower? Ein Wessi auf Friedensfahrt. Covadonga, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-936973-70-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedensfahrt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Statistik[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWolfgang Brylla: Die Friedensfahrt ist wieder da. 16. Januar 2014, abgerufen am 16. Januar 2014.
  2. radsport-news.com vom 8. März 2014: Friedensfahrt wird doch nicht wiederbelebt