Internationale Grüne Woche Berlin

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Das Logo der Grünen Woche, zwei stilisierte Gerstenhalme, deren Ähren von den Wörtern Grüne Woche gebildet werden, hat Wilhelm Hölter im Jahr 1935 entworfen

Die Internationale Grüne Woche Berlin, meist kurz Grüne Woche genannt, ist eine Messe in Berlin, auf der landwirtschaftliche Erzeugnisse (im weitesten Sinne) von Herstellern und Vermarktern aus aller Welt präsentiert werden und die nicht nur Fachbesuchern, sondern auch dem allgemeinen Publikum offensteht. Sie ist die international wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau und findet traditionell jeweils am Jahresanfang in den Messehallen unter dem Funkturm statt. 2013 hatte sie rund 407.000 Besucher.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Internationale Grüne Woche in Berlin, Eingangsbereich zum Messegelände, 2006
Grüne Woche, 1930
Blick in eine der Messehallen, 2008

Die erste Grüne Woche (damals noch nicht „international“) fand vom 20. bis zum 28. Februar 1926 statt, als ein Mitarbeiter im Berliner Fremdenverkehrsamt die Idee hatte, die traditionelle Wintertagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Berlin mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung zu verbinden und so den ohnedies stattfindenden Straßenverkauf landwirtschaftlicher Artikel an die Teilnehmer der Tagung in eine geordnete Form zu bringen. Im ersten Jahr wurden auf einer Ausstellungsfläche von 7.000 m² bereits 50.000 Besucher gezählt. Ihren Namen verdankt die Messe den damals häufig in grüne Lodenmäntel gekleideten Forst- und Landwirtschaftsbesuchern.[2] Bis 1939 fand die Grüne Woche jährlich statt, mit Ausnahme von 1938 wegen der damals grassierenden Maul- und Klauenseuche. Nach kriegsbedingter Pause gab es die Grüne Woche 1948 wieder. Nachdem sie 1950 wegen größerer Bauarbeiten ausfallen musste, fand sie ab 1951 wieder jährlich statt. Die Beteiligung ausländischer Aussteller stieg ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich, im Jahr 1963 machten sie bereits zwei Drittel aller Teilnehmer an der Leistungsschau aus. Seit den 1990er Jahren erlebte die Grüne Woche durch die deutsche Wiedervereinigung und die Öffnung des Ostblocks einen besonderen Aufschwung. Sonderschauen zu Themen wie „Käse aus Deutschland“ und ein fachliches Rahmenprogramm mit im Jahr 2005 über 250 Vorträgen, Seminaren und Symposien runden die Messe ab.

Begleitende Proteste[Bearbeiten]

Die Grüne Woche wird jährlich von Protesten unter dem Motto Wir haben es satt! begleitet.[3][4] Zum Auftakt 2013 protestierten 25.000 Menschen gegen die Massentierhaltung, den übermäßigen Einsatz von Antibiotika bei Masttieren und forderten eine Agrarwende. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Hubert Weiger, sagte auf der Abschlusskundgebung 2013: „Hinter dem schönen Schein der Messestände verbirgt sich millionenfaches Tierleid.“[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Internationale Grüne Woche Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung, abgerufen am 25. November 2013
  2. Woher die Grüne Woche ihren Namen hat. In: Berliner Morgenpost, 15. Januar 2010
  3. Umweltschützer fordern Agrarwende. In: Die tageszeitung, 22. Januar 2012
  4. Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel, Heinrich-Böll-Stiftung, siehe S. 47 (PDF; 5,1 MB)
  5. 25.000 Demonstranten fordern eine Agrarwende. In:Die Welt, 19. Januar 2013