Internationale Humanistische und Ethische Union
Die Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU; engl. International Humanist and Ethical Union) ist ein weltweiter Zusammenschluss von über 110 humanistischen, rationalen, säkularen, ethischen, atheistischen und freidenkerischen Organisationen in 38 Ländern.[1] Die IHEU hat ihren Sitz in London. Ihr Symbol ist das Happy Human, das auch von den assoziierten Organisationen verwendet wird. Präsidentin der IHEU ist die Niederländerin Sonja Eggerickx.[2] Mitgliedsorganisationen der IHEU in Deutschland sind unter anderem die Giordano Bruno Stiftung und der Humanistische Verband Deutschlands.
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[Bearbeiten] Ziele
Mission der IHEU ist die Vertretung und Unterstützung der globalen humanistischen Bewegung. Ziel ist eine Welt, in der menschliche Rechte respektiert werden und jeder ein würdevolles Leben leben kann.[3] 1996 verabschiedete die IHEU auf ihrer Generalversammlung das Minimum Statement on Humanism. Die Anerkennung des Statements stellt die Mindestvoraussetzung für die Mitgliedschaft in der IHEU dar:
- Humanism is a democratic and ethical life stance, which affirms that human beings have the right and responsibility to give meaning and shape to their own lives. It stands for the building of a more humane society through an ethic based on human and other natural values in the spirit of reason and free inquiry through human capabilities. It is not theistic, and it does not accept supernatural views of reality.[4]
Langfristige strategische Ziele der IHEU sind unter anderem:
- Humanismus als eine nicht-theistische Lebenseinstellung zu fördern
- die humanistische Bewegung im Rahmen der internationalen Gemeinschaften und Organisationen zu fördern
- die Menschenrechte und die Rechte von Humanistinnen und Humanisten zu verteidigen
- humanistische Organisationen in allen Gegenden der Welt zu entwickeln und zu etablieren
- eine globale und effektiv tätige Organisation aufzubauen
Dazu soll unter anderem für die Prinzipien der Amsterdam-Deklaration, Säkularität sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit geworben werden. Die Durchführung von Konferenzen, die Unterstützung von Mitgliedsorganisationen bei ihren Aktivitäten und der Aufbau der IHEYO als humanistischer Jugendorganisation gehören ebenfalls zu den Mitteln, für Humanismus einzutreten.
[Bearbeiten] Geschichte
Die IHEU wurde 1952 auf Initiative Julian Huxleys in Amsterdam gegründet. Am 21. Juni 1986 wurde in Oslo der Welthumanistentag ins Leben gerufen. 2002 wurde eine aktualisierte Fassung der Amsterdam-Deklaration unterzeichnet, die Kennzeichen eines weltweiten vertretenen Humanismus-Verständnisses definiert und von allen IHEU-Mitgliedsorganisationen unterstützt wird. Die IHEU hielt bisher 18 Mal einen Welthumanistenkongress (engl. World Humanist Congress) ab. Der letzte World Humanist Congress fand 2011 in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt. Der 19. IHEU-Kongress soll vom 6. bis 11. August 2014 in Oxford stattfinden.[5]
[Bearbeiten] Aktivitäten
Die IHEU setzt sich für die Religionsfreiheit sowie die Trennung von Kirche und Staat ein und unterstützt den Darwin-Tag, HumanLight und den Tag der Menschenrechte als offizielle Feiertage der humanistischen Bewegung.
Bei den Vereinten Nationen besitzt die IHEU als Nichtregierungsorganisation einen besonderen Beraterstatus ("Special Consultative"), beim Europarat hat sie einen allgemeinen Beraterstatus und sie ist zudem Beobachter der Afrikanischen Kommission der Menschenrechte und der Rechte der Völker. Sie unterhält Arbeitsbeziehungen mit der UNESCO.
Die IHEU veröffentlicht drei bis vier Mal pro Jahr das Nachrichtenmagazin International Humanist News[6], das die Mitglieder als Print-Ausgabe erhalten und auch kostenlos im PDF-Format zum Download angeboten wird.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Zu den Vorsitzenden bzw. Präsidenten gehörten Mihailo Marković, Paul Kurtz, Vern Bullough und Roy Brown.
[Bearbeiten] IHEU-Auszeichnungen
[Bearbeiten] International Humanist Award
- 1970: Barry Commoner, US-amerikanischer Umweltwissenschaftler
- 1974: Harold John Blackham, britisches IHEU-Gründungsmitglied (1952–1966)
- 1978: Vithal Mahadeo Tarkunde, indischer Richter am Bombay High Court
- 1982: Kurt Partzsch, deutscher Landesminister
- 1986: Arnold Clausse, belgischer Bildungswissenschaftler
- 1986: Atheist Centre, Indien
- 1988: Andrei Sacharow, sowjetischer Atomforscher
- 1990: Alexander Dubček, tschechoslowakischer Reformpolitiker und Ex-Parteichef (KP)
- 1992: Pieter Admiraal, niederländischer Anästhesist
- 1999: Paul Kurtz, US-amerikanischer Humanist
- 2002: Amartya Sen, indischer Wirtschaftswissenschaftler
- 2005: Jean-Claude Pecker, französischer Wissenschaftler
- 2008: Philip Pullman, britischer Kinderbuchautor
- 2011: Sophie in 't Veld, niederländische Politikerin
- 2011: PZ Myers, US-amerikanischer Biologe und Blogger
[Bearbeiten] Distinguished Service to Humanism Award
- 1998: Corliss Lamont; Indumati Parikh; Mathilde Krim
- 1990: Jean Jacques Amy
- 1992: Indumati Parikh; Vern Bullough; Nettie Klein
- 1996: Jim Herrick; James Dilloway
- 1999: Abe Solomon; Paul Postma
- 2002: Phil Ward
- 2005: Barbara Smoker; Marius Dées de Stério
- 2007: Keith Porteous Wood
- 2008: Roy W. Brown
- 2011: David Pollock, Präsident der Europäischen Humanistischen Föderation
[Bearbeiten] Sonstige Auszeichnungen
- 1978: Special Award for Service to World Humanism: Harold John Blackham; Jaap van Praag; Sidney Scheuer
- 1988: Humanist Laureate Award: Betty Friedan; Herbert Hauptman; Steve Allen
- 1988: Humanist of the Year Award: Henry Morgenthaler
- 1992: Distinguished Human Rights Award: Elena Bonner
- 1996: Humanist Awards: Shulamit Aloni; Taslima Nasrin; Xiao Xuehui
- 2009: Für die Arbeit zur weltweiten Verbreitung von Vernunft und Wissenschaft (gemeinsam mit der British Humanist Association): Richard Dawkins