Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Internationale Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oświęcim/Auschwitz liegt am Ufer des Flusses Soła zwischen dem Zentrum der polnischen Stadt Oświęcim (deutsch Auschwitz) und dem ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Die Einrichtung dient dazu, Kenntnisse der Geschichte zu erarbeiten und zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee für die Errichtung der Jugendbegegnungsstätte kam vom deutschen Dichter und damaligen Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Volker von Törne. In den späten 70er, frühen 80er Jahren war der Bau der Stätte sehr umstritten. Vor allem die Lokalisierung des Gebäudes, das architektonische Projekt, der Betrieb sowie die institutionellen Partner der Aktion Sühnezeichen auf polnischer Seite waren strittige Punkte. Andreas Maislinger versuchte 1978 vergeblich Bundespräsident Rudolf Kirchschläger für eine österreichische Unterstützung zu gewinnen.[1]

Dank des Einsatzes und der Unterstützung ehemaliger Häftlinge der Konzentrationslager Dachau, Stutthof, Buchenwald und Auschwitz kam es im Dezember 1985 zu einem positiven Wendepunkt in den Verhandlungen. Besonders Alfred Przybylski, einstiger Häftling Nr. 471 des KZ Auschwitz und Vertreter des Verbandes Polnischer Architekten, unterstützte die Pläne des Architekten Helmut Morlok und trug so maßgeblich zur Realisierung des Projektes bei.

Nachdem ein Betrag von 4,6 Millionen D-Mark aufgebracht worden war, mit dem vorerst 2/3 des Baues umgesetzt werden konnte, erfolgte schließlich im Mai 1986 der Erste Spatenstich. Am 7. Dezember desselben Jahres erfolgte die feierliche Übergabe der Jugendbegegnungsstätte, bis im Oktober 1998 das gesamte Projekt abgeschlossen wurde.

Große Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erlangte die Einrichtung durch den von Robert Thalheim – selbst 1996/97 als Freiwilliger in Auschwitz – produzierten Film Am Ende kommen Touristen, der teilweise in der Jugendbegegnungsstätte gedreht wurde.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz besteht aus mehreren Pavillons und ist von einem großen Garten umgeben. Sie verfügt über ein Forum, einen Mehrzweckraum, eine Bibliothek sowie vier Seminarräume. Weiters stehen etwa einhundert Übernachtungsplätze, ein Camping- sowie ein Sportplatz zur Verfügung.

Angebot[Bearbeiten]

Die Aufenthalte der Gruppen in der Jugendbegegnungsstätte dauern normalerweise vier bis fünf Tage. Neben den Besichtigungen der Konzentrationslager Auschwitz I, Auschwitz-Birkenau und Auschwitz III-Monowitz bzw. deren Überreste können auch Ausflüge in die Umgebung (z.B. nach Krakau) und Gespräche mit Experten zu bestimmten Themenschwerpunkten geplant werden. Außerdem bietet die IJBS mehrtägige Workshops für Jugendliche, Seminare sowie Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer an.

Die Internationale Jugendbegegnungsstätte ist außerdem Einsatzstelle für die deutsche Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, den deutschen Internationalen Bund (IB) sowie den österreichischen Verein Gedenkdienst.

Literatur[Bearbeiten]

  • R. Pyritz, M. Schütt: Auschwitz als Aufgabe. 25 Jahre Internationale Jugendbegegnungsstätte Oswiecim (Auschwitz). be.bra Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-937233-92-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Maislinger, Internationale Jugendbegegnungstätte Auschwitz. In: Kritisches Christentum, Dezember 1979.

Weblinks[Bearbeiten]