Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung (IMG) ist eine protestantische Freikirche, die aus der Gemeinschaft der Siebenten - Adventisten, heute Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, entstanden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs hatte die deutsche Leitung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ihre Mitglieder aufgefordert, sich als Soldaten zur Verfügung zu stellen und auch am Sabbat, dem von den Adventisten geheiligten Wochenruhetag, zu kämpfen. Diese Tatsache wurde bereits sechs Tage nach Kriegsbeginn dem Kriegsministerium in schriftlicher Form unaufgefordert mitgeteilt. Diese gravierende Änderung führte zu sichtbaren Unruhen in einigen Gemeinden. Ca. 300 Gemeindemitglieder, welche diese Änderung nicht akzeptierten, wurden "auf Grund ihres unchristlichen Verhaltens" ausgeschlossen. Zeitungen in Köln (Kölner Zeitung vom 21. September 1915) und Dresden (Dresdner Neue Nachrichten vom 17. April 1918) berichteten darüber. Ausschlüsse von Mitgliedern wurden am 5. April 1917 beim Notariat Berlin - Charlottenburg (Notariatsregister No.107) auch beglaubigt. Die Ausgewiesenen schlossen sich nach den Wirren zur Zeit des Krieges und in der Folgezeit zusammen und organisierten sich unter der „Internationalen Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung“ (IMG), die 1925 zu einer ersten eigenen Generalkonferenz (Weltsynode) zusammenkam und eine eigene Organisation gründete.

Nur neun Jahre später, im Jahre 1936 verboten die Nationalsozialisten die IMG mit der Begründung, sie verfolge „Ziele, die der Weltanschauung des Nationalsozialismus zuwiderlaufen“. Ein unregelmäßiger Gemeindebetrieb war, wenn überhaupt, nur noch im Untergrund unter großen Gefahren möglich. Viele ihrer Mitglieder wurden verfolgt, mit Gefängnisstrafen belegt und auch zum Tode verurteilt. Das Eigentum der Gemeinschaft wurde beschlagnahmt und ging vollständig verloren.

Unter den protestantischen Freikirchen weisen die Reformadventisten im Dritten Reich die höchste Zahl sowohl von Märtyrern als auch von Kriegsdienstverweigerern auf.

Nach dem 2. Weltkrieg stand die Gemeinschaft im Deutschland bei Null. Auch in anderen europäischen Ländern musste sich die IMG vollständig neu organisieren. Bei der Generalkonferenz 1948 in Holland wurden die ersten Schritte unternommen. Im Jahre 1951 trennte sich eine größere Gruppe unter der Leitung des aus Rumänien stammenden D. Nicolici. Über den Grund der Trennung gibt es bis heute unterschiedliche Bewertungen. Bezeichnend mag retrospektiv sein, dass die früheren leitenden Männer der sich trennenden Gruppe zum großen Teil aus Osteuropa kamen - wenn auch einige aus Deutschland und der Schweiz stammten -, wohingegen die Leute der IMG aus Westeuropa dominierten. Zunächst behielten beide Organisationen den ursprünglichen Namen bei; seit 1952 firmiert die Gruppe von D. Nicolici unter der Bezeichnung Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung (STA-REF).

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Weltkirchenleitung der Internationalen Missionsgesellschaft der Siebenten Tags Adventisten, die Generalkonferenz, hat ihren Sitz im US-amerikanischen Cedartown, Georgia. Die deutsche Zentrale ist in Mosbach / Baden. Die IMG ist weltweit als Missionsgesellschaft in über 100 Ländern dieser Erde aktiv.

In Deutschland betreibt die IMG in Nonnweiler / Saarland das Kurhaus Elim.

Lehre[Bearbeiten]

Die theologische Ausrichtung basiert auf der ganzen Bibel als höchste geistliche Autorität. Das Zentrum der Lehre ist, wie schon der Name ausdrückt, die Wiederkunft Christi. Das Gottesverständnis basiert auf der Einheit von Gott-Vater, Jesus Christus und dem Heiligen Geist. Das reformatorische Gedankengut des Protestantismus (Jesus Christus im Mittelpunkt) ist elementarer Bestandteil der Lehre. Im Gegensatz zu den weltweiten Adventisten wird auf eine konsequente Ablehnung des Militärdienstes Wert gelegt. Das Schrifttum von Ellen G. White wird als inspiriert betrachtet. Eine gesunde Lebensweise und der Vegetarismus schließt sich an. Genuss von Tabak und Alkohol wird abgelehnt. Nach der Bibel wird die Gläubigentaufe praktiziert. Ökumenische Bestrebungen werden abgelehnt, denn darin sieht man einen Synkretismus, der die biblischen Glaubensgrundsätze unterminiert.

Reformadventisten sehen sich als bibeltreue Christen. Diese Sichtweise basiert auf der Überzeugung, dass die Bibel als Gottes Wort die höchste Autorität besitzt. Sie darf nicht mit anderen Lehren, Traditionen und Überlieferungen vermischt werden. Die historisch-kritische Methode der Bibelauslegung wird abgelehnt. Reformadventisten sind von Grund auf demokratisch aufgebaut.[1] und lehnen einen „allein-selig-machenden“ Anspruch ab. Die Gottesdienste und Versammlungen sind öffentlich und stehen grundsätzlich jedem Besucher offen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Ruttmann: Die adventistische Reformationsbewegung 1914-2001: die Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, Reformationsbewegung in Deutschland. Teiresias-Verlag, Köln, 2002, ISBN 3-934305-39-3
  • Internationale Missionsgesellschaft: Der Weg der Adventisten Eigenverlag

Quellen[Bearbeiten]

  1. Organisatorischer Aufbau der Reformadventisten: Internetauftritt der Reformadventisten, 'Wer sind wir',remid.de, 3. Mai 2006

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]