Internationaler Eisenbahnverband

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Internationaler Eisenbahnverband
(UIC)
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Sitz Paris
Gründung 17. Oktober 1922 [1]
Präsident Vladimir Yakunin [2]
Geschäftsführer Jean-Pierre Loubinoux [2]
Mitglieder ca. 200 [1]
Zweigstelle Delhi und Teheran [1]
Website www.uic.org
Länder mit UIC-Mitgliedern (2007)

Der Internationale Eisenbahnverband, französisch Union internationale des chemins de fer (UIC), ist ein internationaler Verband von Eisenbahnunternehmen, die er nach Größe und Tätigkeit in aktive, assoziierte und angeschlossene Mitglieder unterteilt.[3] Die UIC wurde am 17. Oktober 1922 in Paris gegründet, um die Bedingungen der Konstruktion und des Betriebs von Eisenbahnen für den internationalen Verkehr durch Standardisierung zu verbessern, und hatte 51 Gründungsmitglieder aus 29 Ländern, darunter China und Japan.[1] Sie ist die weltweite Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen, und ihre Aktionen erstrecken sich auf alle den Ausbau des Schienenverkehrs betreffenden Bereiche. In der UIC sind auch andere Verbände wie die Association of American Railroads (AAR) Mitglied[4]; die AAR jedoch nur als Angeschlossenes Mitglied, weil sie weder Netzbetreiber noch Bahnverkehrsunternehmen ist.

Die UIC ist das Arbeitsorgan des Staatsvertrages über die Technische Einheit im Eisenbahnwesen (TE) vom 16. Mai 1886. Dieser Staatsvertrag war nicht als ständige Einrichtung konzipiert, legte jedoch die Grundlagen für die Einheitlichkeit im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr. An der TE sind lediglich mehrere europäische Staaten beteiligt, während die UIC einen weltweiten Eisenbahnverband darstellt.

Zum 1. Januar 1982 wurden die Studienorgane der RIC und RIV in die UIC eingegliedert.[5]

Im September 2013 hatte die UIC 207 Mitglieder. Dazu zählen Eisenbahnverkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreiber und Unternehmen, die ergänzende Tätigkeiten ausüben.

Der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, wurde am 31. Januar 2007 zum Präsidenten der europäischen UIC-Regionalversammlung gewählt. Er erhielt alle Stimmen der rund 50 anwesenden Vorsitzenden und Generaldirektoren der europäischen Bahngesellschaften, die im Weltverband organisiert sind.

Vom UIC sind verschiedene Nummerierungssysteme, wie das UIC-Baureihenschema für Triebfahrzeuge, das UIC-Bauart-Bezeichnungssystem für Reisezugwagen, die UIC-Wagennummern, der UIC-Ländercode und das Harmonisierte Güterverzeichnis für Transportgüter (NHM), erstellt worden.

Die UIC gibt Merkblätter (UIC-Kodex) und andere Veröffentlichungen heraus. Die genormten Güterwagentypen sind tabellarisch in den Artikeln über offene Güterwagen, gedeckte Güterwagen, Kühlwagen und Flachwagen aufgeführt.

Das Euro-Interlocking-Projekt der UIC erarbeitet einen internationalen Standard zur Projektierung von Eisenbahn-Stellwerken. Als Leuchtturmprojekt trug die UIC im Jahr 2007 die internationale Forschung über Wasserstoffantrieb und Brennstoffzellen für Eisenbahnen zusammen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  The worldwide association of cooperation for railway companies. UIC, April 2010, ISBN 2-7461-1132-2 (PDF; 5,63 MB, abgerufen am 9. Mai 2014).
  2. a b Führung. UIC. 2. Januar 2013. Abgerufen am 9. Mai 2014.
  3.  Satzung der UIC. 22. Ausgabe, UIC, September 2009, ISBN 978-2-7461-1668-9 (deutsche Fassung, PDF; 270 KB, abgerufen am 9. Mai 2014).
  4. Liste der UIC Mitglieder (Vademecum). UIC. Abgerufen am 13. Mai 2014.
  5. Rudolf Göbertshahn: Eingliederung der Verbände RIC und RIV in die UIC. In: Die Bundesbahn. Jg. 57, Nr. x, 1981, ISSN 0007-5876, S. 889–894.
  6. Final Conference in Brussels, on January 10th, 2008. In: HyRail, Hydrogen Railway Applications International Lighthouse. UIC. Abgerufen am 9. Mai 2014.