ISTAF Berlin

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Logo des ISTAF
Tatjana Lebedewa, die Siegerin des Dreisprungs der Frauen beim ISTAF und Golden-League-Jackpot-Gewinnern 2005, bei ihrem Siegessprung über 14,85 Meter
David Rudisha nach seinem Weltrekord 2010
Historisches Logo

Das Internationale Stadionfest Berlin (ISTAF) ist eine traditionsreiche Leichtathletikveranstaltung in Berlin. Es gehört zur World Challenge, einer Serie von 14 hochkarätig besetzten Meetings.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Veranstaltung unter dem Namen ISTAF fand am 3. Juli 1921 im Deutschen Stadion statt. Seit 1937 wird das ISTAF regelmäßig ausgetragen. Während des Zweiten Weltkriegs und auch noch danach gab es 1940 und 1943–48 mehrere ISTAF-lose Jahre. Danach fiel es nur noch 1951/52 und, nach dem Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München, 1972/73 aus.[1]

Seit 1955 findet die Veranstaltung jährlich im Berliner Olympiastadion statt. Die Veranstaltung fand aber auch in einigen Jahren als Hallenveranstaltung in der Deutschlandhalle statt, zuletzt 1968. Vier ISTAF-Veranstaltungen in den Jahren 1938, 1941, die erste nach dem Krieg im Jahr 1949 und 1953 wurden im Mommsenstadion ausgetragen. 2002 und 2003 fand das ISTAF wegen des Umbaus des Olympiastadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark statt.

Von 1993 bis 1997 gehörte das ISTAF zu den Golden Four und war als letzter Austragungsort von den vier Meetings zugleich das Finale. Anschließend war Berlin Bestandteil der Golden League, wiederum mit dem Status des Finalortes, mit Ausnahme der Jahre 2002 und 2003 als das Olympiastadion saniert wurde.[2]

Im Laufe der Jahre wurden beim ISTAF 16 Weltrekorde aufgestellt, darunter der erste Zwei-Meter-Sprung im Frauen-Hochsprung durch Rosemarie Ackermann aus der DDR am 26. August 1977. 2004 gewannen den Golden-League-Jackpot in Berlin die 400-m-Läuferin Tonique Williams-Darling von den Bahamas und der schwedische Dreispringer Christian Olsson. Beim Finale am 4. September 2005 gewann Tatjana Lebedewa aus Russland als einzige den Jackpot und erhielt einen Scheck in Höhe von 1 Million US-Dollar.

Im Jahr 2006 wurde der Jackpot unter fünf Athleten aufgeteilt. Die Amerikanerin Sanya Richards (400 m) gewann als einzige Frau ihren Anteil von 250.000 Dollar. Den restlichen Jackpot teilten sich Irving Saladino (Panama, Weitsprung), Kenenisa Bekele (Äthiopien, 5000 m), Jeremy Wariner (USA, 400 m) und Asafa Powell (Jamaika, 100 m).

Im Jahr 2007 stieg das Internationale Stadionfest zum zuschauerstärksten Eintages-Meeting auf. Das Olympiastadion war mit 70.253 Zuschauern bis auf den letzten Platz belegt. Den Jackpot teilten sich erneut Sanya Richards (USA, 400 m) und Jelena Gadschijewna Issinbajewa (Russland, Stabhochsprung). Im Jahr 2008 bildete das ISTAF erstmals den Auftakt zur Golden-League-Serie und fand deshalb bereits am 1. Juni statt.

Seit 2010 gehört das ISTAF zur World Challenge.[3] Bei der Premiere am 22. August 2010 lief der Kenianer David Rudisha in 1:41,09 Minuten Weltrekord über die 800 m der Männer und verbesserte somit die bisherige Bestmarke um 2/100 Sekunden.[4]

2014 fand zum ersten Mal seit 1968 wieder ein Hallen-ISTAF statt.

Weltrekorde[Bearbeiten]

Datum Athlet Disziplin Leistung[5]
1. August 1937 Stanisława Walasiewicz (PolenPolen Polen) 100 m 11,6 s
1. August 1937 Barbara Burke (Sudafrika 1928Südafrikanische Union Südafrikanische Union[6]) 80 m Hürden 11,6 s
30. Juli 1939 Christel Schulz (Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland) Weitsprung 6,12 m
4. Juli 1970 Kerry O’Brien (AustralienAustralien Australien) 3000 m Hindernis 8:22,0 min
22. August 1975 Steve Williams (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA) 100 m 9,9 s[7]
22. August 1975 Guy Drut (FrankreichFrankreich Frankreich) 110 m Hürden 13,0 s
26. August 1977 Rosemarie Ackermann (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) Hochsprung 2,00 m[8]
18. August 1978 Ulrike Bruns (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) 1000 m 2:32,0 min
18. August 1978 Krystyna Kacperczyk (PolenPolen Polen) 400 m Hürden 55,44 s
23. August 1985 Said Aouita (MarokkoMarokko Marokko) 1500 m 3:29,46 min
18. August 1989 Arturo Barrios (MexikoMexiko Mexiko) 10000 m 27:08,23 min
17. August 1990 Christine Wachtel (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR) 1000 m 2:30,57 min
7. September 1999 Hicham El Guerrouj (MarokkoMarokko Marokko) 2000 m 4:44,79 min
22. August 2010 David Rudisha (KeniaKenia Kenia) 800 m 1:41,09 min
31. August 2014 Anita Wlodarczyk (PolenPolen Polen) Hammerwurf 79,58 m

Schülerwettbewerbe[Bearbeiten]

Seit 2003 gehören zum Wettkampfprogramm des ISTAF auch Schülerwettbewerbe. Hier finden die 50-m-Finalläufe der Aktion Deutschland sucht den Supersprinter für 10- bis 13-jährige Schüler und Schülerinnen statt. Außergewöhnlich sind außerdem die 16 x 50 m-Staffelläufe für Schülermannschaften mit je 8 Jungen und Mädchen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ISTAF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Geschichte des ISTAF Berlin, ISTAF
  2. Die Geschichte des ISTAF Berlin, ISTAF
  3. ISTAF baut auf neue Strukturen, www.leichtathletik.de 21. Mai 2010
  4. Anja Herrlitz: 1:41,09 - David Rudisha läuft Weltrekord, www.leichtathletik.de 22. August 2010
  5. Die Geschichte des DKB-ISTAF Berlin (PDF; 228 kB), ISTAF 2. September 2006
  6. Burke startete international sowohl für Südafrika als auch für Großbritannien.
  7. Weltrekord eingestellt
  8. Ackermann stellte zunächst den bestehenden Rekord von 1,97 m ein und verbesserte ihn dann auf 2,00 m.