Internetstandard

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Ein Internetstandard ist eine Spezifikation, die ein großer Vorteil für das Internet ist, höchste Reife bewiesen hat und von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt wird.[1] Diese Bezeichnung wird auf Vorschlag der Internet Engineering Steering Group vom Internet Architecture Board vergeben, wenn auch das zweite Gremium Konsens der Öffentlichkeit darüber feststellt.

Das Standardisierungsverfahren wurde Ende 1988 eingeführt.[2] Der gesamte Vorgang dauert mindestens mehrere Monate und häufig mehrere Jahre. In vielen Fällen bleibt er auf unbestimmte Zeit in der Schwebe.

Jeder Internetstandard ist ein ausgewählter Request for Comments oder eine Sammlung mehrerer. Letzteres wurde durch die übergeordnete Nummerierung der Internetstandards möglich, die 1992 eingeführt wurde.[3] Ein Request for Comments ohne solche Nummer eines Standards zählt nicht zu den Standards.[4]

Beispiel[Bearbeiten]

Ein anschauliches Beispiel ist der Internetstandard 13, das Domain Name System, mittels dessen Ziele im Internet wie die Wikipedia nicht nur unter einer Nummer, sondern unter Namen wie wikipedia.org und de.wikipedia.org erreichbar sind.

Diese Spezifikation ist ein großer Vorteil für das Internet, und wenn sie nicht höchst ausgereift wäre, könnte es kaum mit der heutigen Selbstverständlichkeit genutzt werden, was wiederum Konsens einer breiten Öffentlichkeit bewirkt hat, diese Spezifikation zu unterstützen.

Trotzdem ist niemand angehalten, seine IP-Adressen im Domain Name System zu registrieren, nur weil das ein Internetstandard ist.

Vorstufen[Bearbeiten]

Vorschlag[Bearbeiten]

Um Internetstandard werden zu können, muss ein Request for Comments ausdrücklich mit diesem Ziel veröffentlicht werden. Proposed Standard, deutsch vorgeschlagener Standard, lautet dann sein Status. Im Gegensatz zur Veröffentlichung mit dem Status experimental (experimentell) oder informational (informativ) muss vorher Nützlichkeit und gewisse öffentliche Unterstützung erkennbar sein. Proposed Standard setzt keinerlei Implementierung voraus und ist somit weit vom Internetstandard entfernt.

Entwurf[Bearbeiten]

Draft Standard, deutsch Entwurf Standard, ist der nächsthöhere Status, der erst erreicht werden kann, wenn mehrere eigenständige Implementierungen existieren, deren Interoperabilität nachgewiesen ist, und ausgiebige Erfahrungen gesammelt wurden. Ab diesem Status einer Spezifikation spricht aus Sicht der Internet Engineering Task Force nichts dagegen, sie auf wichtigen Systemen einzusetzen.

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Eine nachträgliche Erweiterung eines Internetstandards ist nicht ungewöhnlich. In der Regel wird dazu ein Request for Comments verfasst, der nur diese Erweiterung zum Inhalt hat. Eine solche Spezifikation durchläuft das gleiche Standardisierungsverfahren und kann letztlich gleichrangig neben die ältere rücken.

Wenn eine Spezifikation aus dem Standardisierungsprozess überflüssig wird, erhält sie den Status historic (historisch). Dies wird jeweils durch einen Request for Comments eingeleitet, der als Applicability Statement (Anwendbarkeitserklärung) betitelt ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Best Current Practice 9 – The Internet Standards Process. IETF. Oktober 1996. Abgerufen am 30. Januar 2012.
  2. RFC 1083 – IAB Official Protocol Standards. IETF. Dezember 1988. Abgerufen am 30. Januar 2012.
  3. J. Postel: RFC 1311 – Introduction to the STD Notes. IETF. März 1992. Abgerufen am 30. Januar 2012.
  4. RFC 1796 – Not All RFCs are Standards. IETF. April 1995. Abgerufen am 30. Januar 2012.