Intonation (Musik)

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Mit Intonation werden in der Musik verschiedene Sachverhalte bezeichnet:

Inhaltsverzeichnis

Intonation von Klängen[Bearbeiten]

Mit Intonation wird die Feinabstimmung von Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe einzelner Töne bezeichnet. Die Tonhöhen, Lautstärken und Klangfarben der entsprechenden Töne werden unabhängig voneinander gesteuert und abgeglichen. Bei zu groß empfundener Abweichung zum Soll spricht man auch von der Detonation des Klanges.

Singstimme, Blasinstrumente und bundlose Saiteninstrumente[Bearbeiten]

Beim Gesang sowie bei Blas- und bundlosen Saiteninstrumenten (dazu gehören viele Streichinstrumente aber auch manche Zupfinstrumente, wie zum Beispiel E-Bässe ohne Bünde), bezieht sich der Begriff vornehmlich darauf, wie rein der Musiker die einzelnen Tonhöhen beim Vortrag trifft.

Tasteninstrumente[Bearbeiten]

Vor allem bei Tasteninstrumenten, bei denen für jeden Ton ein separater Tonerzeuger (in der Regel Saiten oder Pfeifen) existiert, meint Intonation hauptsächlich die Angleichung von Lautstärke und Klangfarbe der Tonerzeuger untereinander. Dies geschieht durch Eingriffe am Tonerzeuger oder der dazugehörigen Mechanik wie dem Hammer beim Klavier oder beim Labium der Orgelpfeife. Die Intonation ist in der Regel Aufgabe des Instrumentenbauers und wird einmalig beim Bau oder erneut bei einer Generalüberholung des Instruments durchgeführt. Aufgrund der Vielzahl von Registern und Pfeifen, die einzeln intoniert werden müssen, ist das Intonieren von Orgeln besonders aufwendig.

Saiteninstrumente mit Bünden[Bearbeiten]

Bei Bundinstrumenten wie der Gitarre bezeichnet man den Grad der durch die Anordnung der Bünde erreichten Tonhöhengenauigkeit als Bundreinheit (siehe auch Oktavreinheit). Bei einigen Bundinstrumenten wie den Gamben oder Lauten sind die Bünde traditionell nicht fest angebracht, so dass der Musiker verantwortlich für die Bundreinheit ist.

Digitale Instrumente[Bearbeiten]

Bei digitalen Instrumenten besteht häufig die Möglichkeit, verschiedene Stimmungen, Tonsysteme, Lautstärken und Klangfarben zu wählen. In der Regel wird die Tonhöhe und der Klang hier durch präzise, quarzgesteuerte, integrierte Schaltkreise kontrolliert, so dass es praktisch zu keinen ungewollten Abweichungen der Intonation kommt. Die entsprechenden Parameter des Klanges können oft auch über die sogenannte digitale Schnittstelle für Musikinstrumente (MIDI) eingestellt und auf das Instrument übertragen werden.

Intonation von Musikstücken[Bearbeiten]

Intonation kann auch eine kurze Einleitung eines Musikstückes bezeichnen. Bei Gregorianischen Gesängen etwa eine vom Vorsänger ausgeführte Einleitung oder auch ein kurzes Orgelvorspiel vor einem Gemeindelied (siehe auch Liturgisches Orgelspiel).

Intonation in der Musikwissenschaft[Bearbeiten]

Intonation ist ein Begriff, der aus dem Gebiet der Sprache in die Musikwissenschaft übernommen wurde (siehe auch Intonation (Phonetik)). In der sowjetischen Musikwissenschaft wird er im Sinne von Boris Assafjews Konzeption von der intonationsmäßigen Natur der Musik behandelt. Die Intonation wird als Grundlage der musikalischen Ausdruckshaftigkeit und der sinnvollen musikalischen Aussage betrachtet, die gleichzeitig die Eigenheiten verschiedener nationaler oder personeller Stile ausprägt. Die Grundlagen der Intonationslehre wurden vom russischen Musikwissenschaftler Boleslaw Jaworski (1877–1942) gelegt und von Assafjew weiterentwickelt.

Der Begriff Intonation bezeichnet in der russischen Musikpädagogik und Musikwissenschaft auch eine kleine sinnvolle melodische Floskel. Etwa folgende Redewendungen sind möglich: „Intonation der aufsteigenden Quarte“, „Intonation der elegischen Sexte“, „aktive Intonation“, „klagende Intonation“, „rufende Intonation“, „Seufzerintonation“, „Intonation der Auferstehung“ (im Sinne eines Leitmotivs). Aber auch Stilelemente können damit bezeichnet werden „Intonationen der Massenlieder“, „Die Intonationen des bürgerlichen Salons der Epoche des Modernismus“ etc.