Intuitionismus (Ethik)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert Intuitionismus als Ethische Theorie; zu anderen Bedeutungen siehe Intuition und Intuitionismus.

Intuitionismus bezeichnet einen Typ normativer ethischer Theorien, die auf einer Vielzahl von ersten Grundsätzen beruhen und keine Vorrangkriterien zur Verfügung stellen, die es ermöglichen, im Konfliktfall diese Grundsätze zu gewichten.

Wer einer intuitionistischen Ethik folgt, muss seine ethischen Urteile gegebenenfalls intuitiv treffen. Der Intuitionismus muss deswegen jedoch nicht irrational sein; er ist genau dann rational, wenn es tatsächlich keine erfolgreiche Theorie gibt, die die ethischen Grundsätze nach einer Rangfolge ordnen kann.

Intuitionistische Theorien können sowohl deontisch (d. h. das Rechte muss unabhängig vom Guten bestimmt werden) als auch teleologisch (d. h. das Rechte besteht im Maximieren des Guten) sein.

Einige Autoren halten es für problematisch am Intuitionismus, dass das Fehlen von Vorrangkriterien die politische Willensbildung erschwert, da auch bei gleichen Grundsätzen verschiedene Urteile möglich sind. Die Stärke des Intuitionismus besteht nach Meinung einiger Theoretiker, etwa John Rawls'; darin, dass er in geeigneter Formulierung mit dem intuitiven Gerechtigkeitsempfinden übereinstimmt, was gerade bei teleologischen Ansätzen (z. B. Utilitarismus) häufig nicht der Fall ist.

Ein Beispiel für einen Intuitionismus ist nach Auffassung einiger Philosophen die Alltagsethik.

Literatur[Bearbeiten]