Intze-Prinzip

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Zwei verschiedene Konstruktions-Prinzipien werden Intze-Prinzip genannt. Beide gehen auf den Wasserbauer Otto Intze (1843–1904) zurück. Das eine Intze-Prinzip bezieht sich auf die Bauart eines Wasserturms, das andere auf die Bauart einer Talsperre.

Intze-Prinzip bei Wassertürmen[Bearbeiten]

Nach dem Intze-Prinzip gebauter Salbker Wasserturm

Ein nach dem Intze-Prinzip gebauter Wasserturm hat einen Wasserbehälter mit einem Boden, der nach unten abgeschrägt und mittig nach oben gewölbt ausgeführt ist, was eine besonders schlanke Stützkonstruktion des Turmbaus ermöglichte. Es werden damit keine Horizontalkräfte, sondern nur Vertikalkräfte in den Turmschaft eingeleitet, der deshalb weniger massiv ausgeführt sein kann.[1] Diese Bauart wurde in Deutschland zwischen 1885 und 1905 angewandt.

Intze-Prinzip bei Talsperren[Bearbeiten]

Intzekeil

Die Talsperrenbauweise nach Otto Intze wurde in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts angewandt. Eine nach dem Intze-Prinzip gebaute Talsperre hat folgende Merkmale:

  • Sie ist eine Gewichtsstaumauer mit einem nahezu dreieckförmigen Querschnitt.
  • Die Mauer besteht aus Bruchsteinmauerwerk mit einem hohen Mörtelanteil.
  • Sie hat einen bogenförmigen Grundriss.
  • Sie hat ein wasserseitiges Vorsatzmauerwerk (Verblendung) im oberen Bereich.
  • Sie hat eine wasserseitige Anschüttung aus Lehm, den „Intzekeil“, im unteren Bereich.[2]
  • Sie hat eine mit Beton abgedichtete Wasserseite und darauf einen Naturasphalt-(Goudron-), Inertol- oder Siderosthen-Anstrich.
  • Sie hat vertikale Drainagen aus Tonrohren hinter der Wasserseite.

Der Intzekeil wird heute als wirkungslos eingeschätzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. zagermann.de
  2. Intzekeil

Weblinks[Bearbeiten]