Inulin

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Strukturformel
Strukturformel von Inulin
n = etwa 35
Allgemeines
Name Inulin
Andere Namen
  • Alantstärke
  • Alantin
  • Dahlin
  • Polyfructose
Summenformel C6nH10n+2O5n+1
CAS-Nummer 9005-80-5
ATC-Code

V04CH01

Kurzbeschreibung

weißer, kristalliner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse variiert mit der Kettenlänge des Polymers
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

178–181 °C[1]

Löslichkeit

löslich in heißem Wasser,[2] gering löslich in organischen Lösungsmitteln

[3]

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fructosemolekülen mit einer Kettenlänge von bis zu 100 Molekülen und einem endständigen Glucoserest. Es zählt zu den Fructanen.

Vorkommen und Entdeckung[Bearbeiten]

Topinambur (Helianthus tuberosus)
Aus Topinambur-Knollen wird kommerziell Inulin hergestellt.

Viele Pflanzen lagern Inulin als Reservestoff ein, insbesondere Arten der Korbblütler: etwa Topinambur, Chicorée, Dahlie, Artischocke, Gewöhnlicher Löwenzahn, Schwarzwurzeln, aber auch Doldenblütler, z. B. die Pastinake (vgl. auch Nutzpflanzen). Es wurde 1804 im Alant (Inula helénium L.) entdeckt.

Verwendung[Bearbeiten]

In der Ernährung[Bearbeiten]

Inulin ist heutzutage oft Zutat in der Lebensmittelherstellung, beispielsweise in Joghurt als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern. In Wurstwaren dient es dazu, den Ballaststoffanteil zu erhöhen.[4][5] Inulin gehört zu den präbiotischen Nahrungszusatzstoffen. Es dient weiterhin als Grundstoff zur Herstellung von Fructose.

Beim Rösten von Zichorienwurzel zur Herstellung von Ersatzkaffee wird Inulin teilweise zu Oxymethylfurfurol umgewandelt, das für das kaffeeähnliche Aroma sorgt.[6]

In geringerer Menge spielt Inulin auch in der Tierernährung eine Rolle als Zusatzstoff.

In der Medizin[Bearbeiten]

Niedermolekulares Inulin ist in warmem Wasser löslich. Es wird in der physiologischen Forschung zur Bestimmung des extrazellulären Raums eingesetzt, da es leicht in das Interstitium eindringt, nicht jedoch in die Zellen. Die Messung der Inulin-Clearance kann man zur exakten Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) der Nieren benutzen. Dies ist deshalb möglich, weil Inulin im Glomerulum vollständig filtriert wird, im Tubulus-System aber weder sezerniert noch reabsorbiert wird.

Inulin kann in der Therapie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als Stärkeersatz dienen, da es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, da dem Menschen das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Enddarm von Bakterien zu kurzkettigen Fettsäuren umgebaut. Die dabei gebildeten Gase können bei empfindlichen Menschen zu Flatulenzen führen – der einzigen bekannten Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile.[7][8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt Inulin bei AlfaAesar, abgerufen am 13. Februar 2013 (JavaScript erforderlich)..
  2. Datenblatt Inulin bei Acros, abgerufen am 22. November 2007.
  3. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006; S. 870#, ISBN 978-0-911910-00-1.
  4. Artikel zu Fettreduzierten Wurstwaren in www.foodaktuell.ch
  5. Beispiel einer Geflügel-Pastete
  6. Ben-Erik van Wyck: Food Plants of the World Timber Press, 2006, ISBN 0-88192-743-0. S. 134.
  7. Pedersen A, Sandström B, Van Amelsvoort JM. The effect of ingestion of inulin on blood lipids and gastrointestinal symptoms in healthy females.] Br J Nutr. 1997 Aug;78(2):215–222; PMID 9301412.
  8. Sobotka L, Brátova M, Slemrová M, Manák J, Vizd'a J, Zadák Z. Inulin as the soluble fiber in liquid enteral nutrition.] Nutrition. 1997 Jan;13(1):21–25; PMID 9058443.
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