Inzigkofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Inzigkofen
Inzigkofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Inzigkofen hervorgehoben
48.0716666666679.1755555555556630Koordinaten: 48° 4′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Sigmaringen
Höhe: 630 m ü. NHN
Fläche: 28,76 km²
Einwohner: 2707 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72514
Vorwahl: 07571
Kfz-Kennzeichen: SIG
Gemeindeschlüssel: 08 4 37 059
Gemeindegliederung: 3 Teilorte
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ziegelweg 2
72514 Inzigkofen
Webpräsenz: www.inzigkofen.de
Bürgermeister: Bernd Gombold
Lage der Gemeinde Inzigkofen im Landkreis Sigmaringen
Alb-Donau-Kreis Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tuttlingen Zollernalbkreis Bad Saulgau Beuron Bingen (bei Sigmaringen) Gammertingen Herbertingen Herdwangen-Schönach Hettingen Hohentengen (Oberschwaben) Illmensee Inzigkofen Krauchenwies Leibertingen Mengen Mengen Meßkirch Neufra Ostrach Pfullendorf Sauldorf Scheer Schwenningen (Heuberg) Sigmaringen Sigmaringendorf Sigmaringendorf Stetten am kalten Markt Veringenstadt Wald (Hohenzollern)Karte
Über dieses Bild

Inzigkofen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Sigmaringen.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Inzigkofen liegt am südwestlichen Rand der Schwäbischen Alb an der Donau im Naturpark Obere Donau, etwa drei Kilometer westlich der Kreisstadt Sigmaringen. Die Gemarkungsfläche umfasst rund 2876 Hektar (Stand: 31. Dez. 2010).[2]

Inzigkofen grenzt im Norden und Osten an Sigmaringen, im Süden an Meßkirch.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem namensgebenden Inzigkofen (mit Weiler Pault) und den Ortschaften Engelswies und Vilsingen (mit Ortsteil Dietfurt).

Wappen Teilort Einwohner
(Stand: 31. Dez. 2010)[2]
Fläche
(Stand: 31. Dez. 2010)[2]
Inzigkofen Inzigkofen (Hauptort)
mit Nickhof
und Pault
1372 931 ha
davon 172 ha Nickhof
und 398 ha Pault
Engelswies Engelswies 611 749 ha
Vilsingen Vilsingen
mit Dietfurt
845 1196 ha

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Augustinerchorfrauenstift Inzigkofen
Klosterkirche Inzigkofen

Das Gebiet von Inzigkofen und seinen Ortsteilen war bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit Siedlungsraum. So fanden sich unter anderem menschliche Spuren in den prähistorischen Fundschichten der Burghöhle Dietfurt (Urnenfeldzeitlicher Estrich mit Kreisverzierungen), ein bronzezeitlicher Hortfund von der Eremitage bei Inzigkofen (Bronzesicheln, Wellhornschnecke und Eberzahn), ein hallstattzeitlicher Grabhügel bei Vilsingen[3] mit bronzenen Gefäßen. Eine sogenannte „rhodisch-milesische“, wahrscheinlich etruskische Kleeblattkanne aus Bronze, die ein Landwirt ausgegraben hatte, könnte auf Handelsbeziehungen hindeuten.[4] Des Weiteren fanden sich zwischen Inzigkofen und Laiz Überreste eines römischen Gutshofs (siehe Villa Rustica (Inzigkofen)) und ein alamannisches Grab auf der Eremitage (drei beigesetzte Personen mit deutlichen Kampfverletzungen, wie zum Beispiel einem gespaltenen Schädel).[5]

Die heutigen Ortsteile Engelswies und Vilsingen wurden nach der Eingliederung Alemanniens in das Fränkische Reich in einer Schenkungsurkunde des Grafen Berthold an das Benediktinerkloster St. Gallen aus dem Jahre 793 genannt.[6]

Im 13. Jahrhundert befand sich in der Fürstlichen Domäne Nickhof bei Inzigkofen die Burg Utkoven. Die erste Nennung des Ortes „Ünzkowen“ im Habsburger Urbar erfolgte 1306. Die Schreibweise des Ortsnamens änderte sich über die Jahre in „Untzkoven“ und später in „Inzigkofen“. Die Ableitung des Ortsnamens von „Einziger Hof“ ist der Volksmeinung zuzuschreiben. Wahrscheinlicher ist die Deutung, dass der Ortsname aus einem nach einer Person namens „Unzo“ bezeichneten Hof hervorging.[7]

1354 wird das Kloster Inzigkofen gegründet.

Am 6. Oktober 1796 zerstörten die sich im Rückzug befindlichen französischen Truppen des Generals Jean-Victor Moreau einen Großteil von Engelswies. Grund war die Ermordung eines französischen Soldaten, der das Pfarrhaus plündern wollte.

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Inzigkofen eines von fünf Lagern des weiblichen Reichsarbeitsdienstes (RAD) im damaligen preußisch-hohenzollerischen Landkreis Sigmaringen.[8] Hierzu erfuhr das Konvent von 1939 bis 1944 eine Umnutzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Auffanglager.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Zum 1. April 1901 werden die beiden fürstlichen Domänen Pault und Nickhof nach Inzigkofen eingemeindet. Bereits seit 1854 war Pault dem Gemeindeverband Inzigkofen zugeordnet. Im Zuge der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 folgen am 1. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelswies und Vilsingen, die Teilgemeinde Dietfurt und der ehemals hohenzollerische Teil Thiergartens.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg 2009 vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,5 % (- 4,9) zu folgendem Ergebnis:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
FWG 50,9 % + 0,2 8 + 1
CDU 49,1 % - 0,2 7 ± 0

Die Kommunalwahl wurde in unechter Teilortswahl durchgeführt.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 28. November 2004 wurde der aus Inzigkofen stammende Bernd Gombold,[10] damaliger Haupt- und Personalamtsleiter beim Landratsamt Sigmaringen, als einziger ernstzunehmender Kandidat mit absoluter Mehrheit von 96,8 Prozent im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt.[11] Am 1. Februar 2005 trat er sein Amt als Nachfolger von Pius Widmer an, der nach 32 Jahren nicht mehr kandidiert hatte. Auf sein Amt vereidigt wurde er am 18. Februar 2005, seine Amtszeit endet am 17. Februar 2013.[12]

  • 1862–1871: Lorenz Steinhart
  • 1871–1876: Johann Oswald
  • 1877–1915: Anton Henselmann
  • 1915–1920: Anton Steinhart
  • 1920–1923: Fidelis Schönbucher
  • 1923–1938: Emil Henselmann
  • 1938–1946: Johann Scherer
  • 1946–1949: Fridolin Oswald
  • 1949–1966: Johann Scherer
  • 1967–1972: Manfred Sailer
  • 1973–2005: Pius Widmer
  • seit 2005: Bernd Gombold

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Inzigkofen.svg

Das Wappen von Inzigkofen zeigt ein geteiltes Schild, oben in Silber ein golden bewehrter, rot bezungter schwarzer Eberkopf, unten in Rot ein stehender goldener Hirsch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Inzigkofen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße,[13] dem Donauradweg und dem Schwäbische-Alb-Südrand-Weg. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Museen[Bearbeiten]

  • Das vom Schwäbischen Albverein Inzigkofen betreute Bauernmuseum in der Inzigkofer Zehntscheuer bietet Einblicke in das bäuerliche Leben und Arbeiten. Es zeigt auf über 700 Quadratmetern mehr als 500 landwirtschaftliche Arbeitsgeräte und Maschinen, teils aus dem 19. Jahrhundert. Es besteht seit 1983, als die Gemeinde Inzigkofen zu diesem Zweck das Dachgeschoss anmietete.[14] Daneben befindet sich der als Schaugarten angelegte Klosterkräutergarten.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Kräutergarten auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Inzigkofen
Teufelsbrücke (ehemals Holzbrücke) über eine 20m breite Seitenschlucht der Donau
  • Das ehemalige Augustinerchorfrauenstift Inzigkofen wurde 1354 gegründet. Der heutige Bau stammt aus den Jahren 1659-63 und weist Kreuzgang, Prälatensaal und Stuckdecken auf.
    • Die ehemaligen Stiftskirche St. Johannes Baptist hat einen Turm von 1484, wurde aber im Jahr 1780 nach Plänen des Haigerlocher Baumeisters Christian Großbayer umgebaut. Sie erhielt dabei ihre heute weitestgehend klassizistische Form. Das Gebäude weist ein beeindruckenden Hochaltar auf. Die Nonnenempore zeigt ein kunstvolles Gitter aus Zweigen und Pappmaché.
    • Die Zehntscheuer des Klosters wurde 1510 erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Scheuer etwa 1636 von durchziehenden schwedischen Soldaten abgebrannt. Sie wurde 1645/46 wieder aufgebaut.[14]
  • Insgesamt gibt es in Inzigkofen fünf Kapellen von kunstgeschichtlicher und frömmigkeitsgeschichtlicher Bedeutung. Die Kapellen sind ein Spiegel der Inzigkofer Ortsgeschichte mit der bäuerlichen Dorfgemeinde, dem ehemaligen Kloster sowie dem Fürstenhaus Hohenzollern als Einflussfaktoren:[15]
    • Die Leonhardskapelle und die Totenkapelle, beide am Rande der ehemaligen Dorfsiedlung gelegen, gehen auf Stiftungen aus der bäuerlichen Gemeinde zurück und haben mit dem Heiligen Leonhard und dem Heiligen Isidor typische „Bauernheilige“ als Patrone, die bei Krankheiten des Viehs oder mit der Bitte um eine gute Ernte als Mittler angerufen wurden.[15]
    • Der marianischen Frömmigkeit der Barockzeit verpflichtet sind die Josefskapelle und die Einsiedlerkapelle auf dem Gelände des früheren Augustinerchorfrauenstifts. Die mit einem flachen Gewölbe mit Stichkappen und einer zarten Deckenbemalung mit Blumen ausgestattete Josefskapelle befindet sich im Westflügel der frühbarocken Dreiflügelanlage des Klosters und geht auf eine Stiftung des Sigmaringer Fürsten Meinrad I. um 1660 zurück. Die nach der Schwarzen Madonna von Einsiedeln benannte Einsiedlerkapelle entstand 1729 bei der Erweiterung der klösterlichen Klausurmauer als Bauelement im inneren Mauerring und wurde 1740 gleichfalls von dem Riedlinger Maler Josef Ignaz Wegscheider unter anderem mit einer qualitätsvollen Verkündigung als Deckenfresko ausgemalt.[15]
    • Eine herrschaftliche Gründung ist die auf dem höchsten Punkt der Eremitage im Fürstlichen Park stehende Kapelle St. Meinrad. Sie stammt aus dem Jahr 1840 und ist mit einer Kreuzigungsgruppe, das heißt vier Gemälden aus Öl auf Kupfer, ausgestattet.[15]
  • Im Ortsteil Engelswies befindet sich die barock ausgestaltete Pfarr- und Wallfahrtskirche Mater Dolorosa, auch Maria und Verena genannt,[16] mit Turm von 1516/17. Ihre heutige Form erhielt sie unter dem Patronat der Fürsten zu Fürstenberg-Meßkirch. Der Meßkircher Hofbaumeister Johann Georg Brix ließ sie in den Jahren 1721/24 neu bauen und schuf hier den bedeutendsten unter den ländlichen Kirchenbauten im Umkreis der ehemaligen fürstenbergischen Residenzstadt. Namhafte Künstler waren an der Innenausstattung beteiligt. Besondere Berücksichtigung findet die um 1320 entstandene Skulptur der Heiligen Verena. Die Figur, die normalerweise nicht in der Kirche im Original zu sehen ist, zählt zu den wertvollsten gotischen Skulpturen im Kreisgebiet.[17] Der mächtige Hochaltar zeigt das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes.[18]
  • Die ebenfalls auf Gemarkung des Ortsteils Engelswies gelegene Verenakapelle ist ein „Waldheiligtum an versiegter Wasserstelle“.[16]
  • Die neugotische Pfarrkirche St. Johannes und Paulus von 1871 in der Ortsmitte der Ortsteil Vilsingen hat einen mit 47 Metern Höhe weiterhin sichtbaren Kirchturm. In der Kirche befindet sich eine Taufstein des in München lebenden Vilsinger Künstler Simon Korn. Der von ihm entworfen, geschaffen und gestiftet Taufstein aus Muschelkalk trägt in der oberen Reihe drei Bilder der Heiligen Dreifaltigkeit nebst den Symbolen der Taufe; am Fuße trägt er die Symbole der vier Evangelisten und die Figuren der vier großen lateinischen Kirchenväter als Träger der Taufgeheimnisse. Er wurde am 22. Juli 1909 geweiht.[19]
  • Die Friedhofskirche Vilsingen ist die zweitälteste Kirche Hohenzollerns. Das eigentliche Baujahr ist unbekannt, doch eine Urkunde von 1465 besagt, dass die Kirche der Königin Muttergottes und den Himmelsfürsten Johannes und Paulus geweiht ist. Untersuchungen des Gebäudes ergaben, dass ein Teil der Grundmauer auf die im Jahr 850 erwähnte älteste Kirche zurückgeht, um 1470 wurde die Kirche erbaut und verändert. Die Fresken sind Werke des 16. Jahrhunderts. Im Jahr 1627 wurde die Kirche grundlegend erneuert. So wurden zum Beispiel rundbogige Fenster und eine Deckenverbretterung eingebaut. Mit der Erbauung einer neuen Pfarrkirche wurde die Kirche letztlich zur Friedhofskirche. Seit September 2007 wurde die Kirche renoviert und Ende Mai 2009 eingeweiht, es wurden dafür 240.000 Euro aufgewendet.[20] Das Gotteshaus befindet sich nach wie vor im Besitz der katholischen Kirche und dient heute als Aussegnungshalle bei Beerdigungen.[21]
  • Die Ruine Dietfurt ist ein gut erhaltener Bergfried, der jedoch nicht zugänglich ist. Das mittelalterliche Bauwerk wurde 1274 als „castrum Dietfurt“ erwähnt.
  • Die Teufelsbrücke Inzigkofen befindet sich im fürstlichen Park zu Inzigkofen.
  • Der Verena-Brunnen in Egelswies wird seit 2009 alljährlich zu Ostern mit bemalten Ostereiern und aus Tannenzweigen gebundenen Kränzen zum Osterbrunnen geschmückt.[22]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Der Amalienfelsen

Fürstlicher Park[Bearbeiten]

Der Fürstliche Park Inzigkofen ist ein kulturgeschichtlich und touristisch bedeutsamer Landschaftsgarten aus der Romantik. Er liegt beidseits der Donau und bezieht den felsigen Steilhang, der den Ausgang des Beuroner Donaudurchbruchs markiert, in die Gartenarchitektur ein. Er wurde 1811–1829 unter der Hohenzollerfürstin Amalie Zephyrine angelegt.[23] Das 25 Hektar große Parkgelände ist noch im Besitz der Hohenzollern, wird aber vom Schwäbischen Albverein Inzigkofen betreut.

Besonderheiten sind u.a. die Teufelsbrücke über die Höllschlucht, das Felsentor, der Aussichtspunkt Känzele und die Eremitage. Die Felsen über dem steilen Donauufer unweit des Amalienfelsens weisen einige prähistorische Höhlen auf. Seit 2008 läuft an der Universität Freiburg ein Projekt zur Weiterentwicklung des Parks im Ausgleich von Denkmalpflege, Naturschutz und Forstwirtschaft, das bessere Sichtachsen und die Wiedererrichtung einer Donauquerung vorsieht.[24]

Sport[Bearbeiten]

Im Ortsteil Vilsingen wird im Winter ein Klein-Skilift mit einer Länge von etwa 140 Meter betrieben.[25]

Vereine[Bearbeiten]

  • Die Hohenzollern-Kürassiere Sigmaringen sind als historische Reitergruppe seit 1984 ein Traditionsverein (Bürgergarde) mit Sitz im Paulter Hof. Die Reiter tragen Uniformen, deren Historizität nach einer Bildvorlage aus dem Jahr 1781 erwiesen ist. Dieses zeigt neben anderen Soldaten des Schwäbischen Kreises auch einen Kürassier des Kreis-Regiments Hohenzollern-Sigmaringen. Er trägt einen schwarzen Dreispitz mit Silberborte, ein weißes Kollett mit scharlachroten Aufschlägen und paillefarbene Unterkleider, die sich an der Farbe der ehemals hischledernen Reithosen orientieren, ebenso lederfarben auch die Stulpenhandschuhe. Die Hohenzollern-Kürassiere tragen statt einer leinenen Stiefelmannschette Wollstrümpfe, die bis über das Knie gezogen werden. Besonders die hohen Stulpenstiefel weisen sie als Kavalleristen aus.[26]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Die Inzigkofer Fasnet wird durch das traditionelle Bräuteln bestimmt. Dieser Brauch ist nur in der Region des ehemaligen Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen anzutreffen. In dieser Zeit trifft man auch auf den Spottnamen Misthaufeneinläuter für die Inzigkofer. Sie sollen einst mit allen Kirchenglocken zu läuten begonnen haben, weil sie an einem leicht nebligen Morgen die am Vortag von einem Bauern auf einem Acker angehäuften Mistklumpen für die zu diesem Tag aus Vilsingen angekündigte Prozession von Wallfahrern hielten.[27]
  • Im Ortsteil Engelwies wird seit mehr als 20 Jahre am Funkensonntag der Brauch des Funkenfeuers abgehalten. Das begehbare Funkenfeuer wird am Funkenwochenende durch die Engelswieser Feuerwehr auf dem Talsberg mit Stangen und Stroh erstellt. Traditionell am Sonntagabend gibt der Funkenmeister das Kommando „Feuer frei“ zum Abbrennen.
  • In Vilsingen findet jährlich das dreitägige Dorf- und Backhausfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Trennung der Donautalbahn und der Zollernalbbahn westlich von Inzigkofen

In Inzigkofen trifft die Zollernalbbahn von Tübingen nach Aulendorf auf die Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm. Obwohl Inzigkofen ein Knotenpunkt im Bahnverkehr ist, halten dort keine Züge mehr. Der Bahnsteig des außerhalb des Ortes liegenden Bahnhofs von Inzigkofen wurden mit dem Ausbau der Strecke für Züge mit Neigetechnologie abgerissen. Der Ort ist in den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (naldo) eingegliedert.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Engelwies befindet sich das De'Ignis-Wohnheim Haus Tabor. Die Anfänge des Projekts reichen bis 1986 zurück. Im Jahre 1992 begann die Zusammenarbeit mit der De'Ignis-Fachklinik im Schwarzwald. Aus dem „Haus Tabor“ wurde das „De'Ignis-Wohnheim Haus Tabor“, eine Einrichtung für außerklinische psychiatrische Betreuung und Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den normalen Arbeitsalltag. Das Wohnheim ist Teil der de ignis gGmbH mit Hauptsitz in Altensteig.[28][29] Heute bietet die Einrichtung 20 Arbeitsplätze und beherbergt einschließlich vier Plätzen in einer Außenwohngruppe und drei Tagesgäste 42 Bewohner. Der christliche Ansatz des Haus Tabor besteht darin, den Menschen das Bild eines liebenden Gottes zu vermitteln, der die Chance und die Kraft zu einem Neubeginn gibt.[30]

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1973: Anton Vögtle[31][32] (1910–1996), katholischer Theologe
  • 1996: Julius Auer[33] (* 1926 in Worblingen), dienstältester Pfarrer der Erzdiözese Freiburg, der zudem am längsten in einer Gemeinde gedient hat. Seit November 2008 erinnert eine kleine goldene Tafel an der „Auerlinde“, einer zu seiner Ehre gepflanzten Linde, zwischen Kirche und Pfarrhaus.[34]
  • 2005: Pius Widmer,[35] Bürgermeister a.D.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Simon Korn, geboren im Ortsteil Vilsingen, Bildhauer (unter anderem Bildhauerarbeiten an Bauten von Georg von Hauberisser: Rathaus München, St. Paulskirche in München und Rathaus St. Johann)
  • Josef Vögtle, geboren 1889 im Ortsteil Vilsingen, Theologe, Domherr und Prälat, gestorben 1953 in Freiburg i. Br., Bruder von Anton Vögtle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Beck: Inzigkofen - Kurzchronik mit Bildern aus Inzigkofen, Vilsingen und Engelswies. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1988, ISBN 3-89264-208-7.
  •  Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2: Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948.
  • Martina Goerlich: Gebildete Zeitgenossen lustwandeln. Die fürstlichen Anlagen in Inzigkofen (Kreis Sigmaringen). In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg (PDF; 9,2 MB), 3/2006, 35 Jg, ISSN 0342-0027, S. 114–119.
  • Friedrich Eisele: Zur Geschichte der Pfarrei Vilsingen. In: Freiburger Diözesan-Archiv. (FDA) N.F. 24 (1923), S. 23–41.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Angaben nach Sonja Köser, Bürgerbüro der Gemeinde Inzigkofen, vom 18. Januar 2011.
  3. S. Schiek: Das Hallstattgrab von Vilsingen. Zur Chronologie der späthallstattzeitlichen Fürstengräber Südwestdeutschlands. In: Tübinger Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte. Festschrift für P. Goessler. Tübingen 1954, S. 150ff.
  4. Paul Reinecke: Altgriechische Bronzekanne von Vilsingen bei Sigmaringen.
  5. Edwin Ernst Weber: Die Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Sigmaringen. hrsg. vom Landkreis Sigmaringen, Stabsbereich Kultur und Archiv, und Kulturforum Landkreis Sigmaringen e.V. 2009.
  6. Angela Vielstich, Edwin Ernst Weber: Der »Dreiländerkreis« Sigmaringen im geschichtlichen Überblick. In: Dirk Gaerte (Hrsg.), Edwin Ernst Weber (Konzeption): Der Dreiländerkreis Sigmaringen. Ein Führer zu Natur, Wirtschaft, Geschichte und Kultur. Gmeiner Verlag, Meßkirch 2007, ISBN 978-3-89977-512-9, S. 25.
  7. Max Beck: Inzigkofen. Kurzchronik.
  8. Edwin Ernst Weber: Sophie Scholl im Reichsarbeitsdienstlager Schloss Krauchenwies. In: Denkstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben (Hrsg.): Denkorte an oberschwäbischen Erinnerungswegen in den Landkreisen Bodenseekreis und Sigmaringen. 2012, S. 30.
  9. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  10. Sebastian Pantel (sep): Vom Lausbub zum Stadtvater. In: Südkurier vom 4. Dezember 2010.
  11. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Kompliment vom Landrat. In: Südkurier vom 30. November 2004.
  12. Manfred Dieterle-Jöchle (dim): Zur Person. In: Südkurier vom 28. Mai 2005.
  13. Ferienstraßen. In: Schwäbische Alb! hin-reisend natürlich the nature place to go. hrsg. von Schwäbische Alb Tourismusverband. Bad Urach 2010, S. 10f.
  14. a b Jennifer Kuhlmann (jek): Wie das Museum in die Zehntscheuer kam. In: Ders.: Erinnerung: Als Oma die Butter noch selbst machte. Erich Beck und Raimund Rieder zeigen im Bauernmuseum alte Schätze. In: Schwäbische Zeitung vom 21. Oktober 2011.
  15. a b c d Wanderung zu den fünf Kapellen. In: Südkurier vom 25. März 2011.
  16. a b Auf dem Jakobsweg von Gammertingen nach Pfullendorf. In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch, S. 52–59.
  17. Kulturschwerpunkt „Schätze der Bildenden Kunst“. Ein barockes Meisterwerk Kirchenführung in Engelswies. In: Amtsblatt der Gemeinde Inzigkofen vom 29. Mai 2008.
  18. Edwin Ernst Weber: Bräuche und Traditionen im Landkreis Sigmaringen. Hrsg. vom Landkreis Sigmaringen, Stabsbereich Kultur und Archiv, 2007.
  19. Vilsingen erhält neuen Taufstein. In: Schwäbische Zeitung vom 22. Juli 2009.
  20. Ute Korn-Amann (uka): Einweihung. Renovierte Kirche: Ein würdiger Ort. In: Schwäbische Zeitung vom 2. Juni 2009.
  21. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Weltliche und Kirchliche Gemeinde feiern Renovierung von Friedhofskirche und Vorplatz. Zeichen für den Zusammenhalt. In: Südkurier vom 3. Juni 2009.
  22. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Engagierte Bürger gestalten kunstvollen Osterbrunnen. In: Südkurier vom 3. April 2010.
  23. Zum Inzigkofer Park. S. 11–13 In: Wanderbar …die schönsten Routen. Erlebnis Kreis Sigmaringen. Landratsamt Sigmaringen, Druckerei Schönebeck, Meßkirch
  24. Winfried Köpfer (wik): Inzigkofer Park. Neue Struktur schafft Juwel der Gartenkunst. In: Schwäbische Zeitung vom 11. November 2008.
  25. Skigebiete in unserer Region. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Dezember 2010.
  26. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Wenn die Heimat vier Hufe hat. In: Südkurier vom 24. Juli 2010.
  27. Alfred Th. Heim: Von Wasserfürsten, Schilpen und Hornasen. In: Südkurier vom 13. Juni 2003.
  28. Bernd Hermann (bh): „de ignis-gGmbH“. Wohnheim ist künftig größer. In: Schwäbischer Zeitung vom 30. Juli 2010.
  29. Karl Mägerle (km): Haus Tabor stellt sich vor. In: Südkurier vom 11. Juni 2011.
  30. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Das größte Ziel ist die Selbstständigkeit der Patienten. In: Südkurier vom 18. Juni 2011.
  31. Erinnerung an Ehrenbürger. In: Südkurier vom 1. Dezember 2010.
  32. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Anton Vögtle bleibt unvergessen. In: Südkurier vom 20. Dezember 2010.
  33. Er erhielt anlässlich seines 70. Geburtstags am 6. März 1996 die Ehrenbürgerwürde
  34. Vera Romeu (vr): Ehrung. Pfarrer Auer bringt Schild an seiner Linde an. In: Schwäbische Zeitung vom 22. November 2008.
  35. Ehrenbürger seit dem 27. Januar 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Inzigkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien