Ioana Lambrino

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Ioana Maria Valentina „Zizi“ Lambrino (* 3. Oktober 1898 in Vaslui; † 27. März 1953 in Neuilly) war die erste, morganatische Ehefrau des rumänischen Thronfolgers und späteren Königs Karls II.

Sie wurde als Tochter von Constantin Lambrino, einem rumänischen Offizier, und dessen Gemahlin Euphrosine Alcaz geboren.

Der als Playboy und Lebemann bekannte rumänische Thronfolger Carol, Sohn des rumänischen Königs Ferdinands I. lernte Ioana während des Krieges in Iași kennen, als die Königsfamilie auf Grund der drohenden deutschen Besetzung Bukarest verlassen musste. Die Beziehung wurde vom Hof und Carols Eltern missbilligt. Carol schmuggelte Ioana über die russische Grenze und das Paar heiratete am 31. August 1918 in geheimer Zeremonie ohne Wissen und Zustimmung des Königspaares in der Kathedrale von Odessa.

Carols Eltern waren bei Bekanntwerden der Vermählung äußerst erbost und hielten ihren Sohn 75 Tage lang in Hausarrest in Bistrița. Ministerpräsident Brătianu beschuldigte den Thronfolger des Verrates.

Die Ehe war vom Gesetz her rechtsgültig, wurde jedoch bereits am 8. Januar 1919 vom Obersten Gerichtshof annulliert. Carol verzichtete daraufhin per Vertrag auf den Thron und traf sich weiterhin mit Ioana.

Am 8. Januar 1920 brachte Ioana in Bukarest den gemeinsamen Sohn Carol Mircea († 27. Januar 2006) zur Welt.

Carol wurde gezwungen die standesgemäße Prinzessin Elena von Griechenland zu heiraten und "Zizi" musste das Land verlassen. Carol führte sein ausschweifendes Leben jedoch weiter und führte neben seiner Ehe erneut eine Beziehung zu einer nicht standesgemäßen Bürgerlichen, Elena Lupescu. Seine Gemahlin ließ sich von ihm scheiden. Nachdem Karl II. als König abdankte und ins Exil ging, heiratete er Elena erneut in einer morganatischer Ehe.

Carol und der rumänische Hof zahlten Ioana bis zum Zusammenbruch der Monarchie Unterhalt. Karl II. starb 1953 im Exil in Portugal. Seine erste Ehefrau starb im selben Jahr in der Nähe von Paris.

1996 befand ein rumänisches Gericht die Ehe zwischen Carol und Ioana als gültig und rechtskräftig. Dies warf einen tiefen Schatten auf den Status des Thronfolgers, des letzten rumänischen Königs Michaels I. Da durch dieses Urteil die Annullierung der ersten Ehe aufgehoben wurde und diese somit nie beendet wurde, wurde dadurch die zweite Ehe mit Elena von Griechenland, Michaels Mutter, quasi für ungültig erklärt.